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Dänischer U19-Fußballer mit Krefelder Wurzeln
Donnerstag, 2. September 2010

Die blonde Mähne flattert im Wind - und würde man nicht wissen, dass Jannik Vestergaard Fußball-Spieler ist, so könnte man ihn auch spielend in die Kategorie „Surfer" stecken.

Image Imposante 1,97 Meter Körpergröße bringt er mit sich, auch die können sich sehen lassen, dazu ein satter Schuss, Spielverständnis und eine gute Ausbildung zum Fußballer. Ein guter Teil des Talents des 18-jährigen Verteidigers wurde ihm allerdings in die Wiege gelegt. Und die steht zumindest mit einem Bein in Krefeld. Denn Jannik Vestergaard, der am kommenden Montag, 20.15 Uhr, als dänischer U19-Nationalspieler gegen seine deutschen Kollegen in der Grotenburg spielen wird, hat Krefelder Wurzeln. Mutter Wiebke kehrte nach dem Abitur am Gymnasium Fabritianum der Seidenstadt den Rücken und ging aus beruflichen Gründen zunächst nach Maastricht, später dann nach Kopenhagen. Am 3. August 1992 wurde hier Jannik geboren. Und entwickelte sich, ganz wie Opa Hannes oder Onkel Jan, über die Vereine Vestia BK, BK Frem, KB, Brøndby IF Kopenhagen zum erstklassigen Kicker. In der vergangenen Saison wurde Bundesligist 1899 Hoffenheim auf Jannik aufmerksam und gab ihm einen Vier-Jahres-Vertrag. Über die U23-Mannschaft, die in der Regionalliga Süd spielt, soll er nun langsam ans Profi-Geschäft herangeführt werden. „Das ist natürlich mein Traum. Hier in Hoffenheim habe ich optimale Bedingungen vorgefunden: ein tolles Umfeld, tolle Trainer - alles auf höchstem Niveau. Jetzt muss ich an mir arbeiten, um irgendwann in der Bundesliga zu spielen", sagt Jannik.Dass sein Enkel das Zeug zu einem guten Fußballer hat, merkte Hannes Schröers, mittlerweile 73 Jahre alt, schnell. Hier, im ländlichen Gellep-Stratum, habe er einst auf dem Platz an der Kaiserswerther Straße mit Jannik geübt. „Wir haben zum Beispiel Freistöße trainiert. Er sollte immer um meinen Arm herum schießen. Wenn er mich mal getroffen hat, hat das verdammt doll weh getan. Einen guten Schuss hatte er schon als kleiner Junge", sagt Schröers.

 Er selber spielte einst für Bayer Uerdingen und später für Fortuna Düsseldorf in der damals höchsten Spielklasse, der Oberliga. Sogar auf zwei Einsätze im Trikot von West Ham United in der englischen Football League First Division kann er zurückblicken. „Die hatten damals schon Bedingungen, von denen wir noch Jahre später in Deutschland träumen konnten", erinnert er sich. Auch sein Sohn Jan entwickelte sich zu einem guten Fußballer und ging für Bayer Uerdingen auf Torejagd. Er wurde 1987 gar mit Bayer Uerdingen deutscher A-Jugendmeister. Doch während sich Mitspieler wie Horst Steffen oder Marcel Witeczek zu gestandenen Bundesliga-Spielern entwickelten, verletzte sich Jan immer wieder schwer, der Schritt zum Profi-Fußballer sollte nicht gelingen. „Die Jungs wurden damals komplett verheizt. Logisch, dass da viele auf der Strecke blieben", sagt Hannes Schröers. Wenn das Spiel am kommenden Montag um 20.15 Uhr angepfiffen wird, erwartet Jannik auch eine Abordnung der Familie im Stadion. „Ich denke doch mal, dass da ein paar meiner Familienmitglieder vorbeikommen werden. Denn das Spiel ist ja schon irgendwie etwas Besonderes. Gegen Deutschland, und dann auch noch in Krefeld, schön." Mindestens einmal im Jahr, häufig aber öfter, schaut er hier vorbei, meist werden dann Ostereier gesucht. Auch er erinnert sich an Trainingseinheiten in Krefeld. „Der Platz des TuS Gellep liegt ja direkt nebenan. Aber dass Opa mittrainiert hat, liegt schon ein paar Jahre zurück", schmunzelt er.Jetzt steht erst einmal die Reise mit der dänischen U19 auf dem Programm. Am Donnerstag müssen die Jungs gegen Belgien ran, ehe dann das Spiel am Montag in der Grotenburg ein letzter finaler Test für die kommenden Qualifikations-Spiele zur Europameisterschaft 2011 ist. „Wir wollen uns qualifizieren, ganz klar. Dafür arbeiten wir hart", sagt Jannik. Ein Wechsel in eine Mannschaft des Deutschen Fußball Bundes kommt für ihn übrigens nicht in Frage. „Ich bin in Dänemark geboren und hier aufgewachsen. Selbst wenn ich irgendwann einmal so gut sein sollte, um für die A-Nationalmannschaft nominiert zu werden, würde ich nur für Dänemark spielen. Ein Wechsel zum DFB wäre nicht richtig." Karten für das Spiel am Montag, 6. September, gibt es ab vier Euro bei diesen Vorverkaufsstellen: Geschäftsstelle KFC Uerdingen, Sport Borgmann und Geschäftsstelle Stadtspiegel. Vereine sollten die Möglichkeit der Sammelbestellung über den Fußballverband Niederrhein nutzen, da hier die Tickets noch einmal günstiger sind. Mit dem Spiel möchte sich Krefeld als möglicher Standort der U19-Fußball-Europameisterschaft 2013 empfehlen. Der DFB hat sich für die Ausrichtung der Endrunde beworben und Krefeld als möglichen Austragungsort im Auge. „Die Krefelder können mit den Füßen abstimmen, ob sie eine solche Endrunde hier haben möchte. Es wäre eine tolle Sache", sagt der Beigeordnete Gregor Micus.  

 
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