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Die blonde Mähne flattert im Wind - und würde man nicht wissen, dass
Jannik Vestergaard Fußball-Spieler ist, so könnte man ihn auch spielend in die
Kategorie „Surfer" stecken.
Imposante 1,97 Meter Körpergröße bringt er mit sich, auch die können
sich sehen lassen, dazu ein satter Schuss, Spielverständnis und eine gute
Ausbildung zum Fußballer. Ein guter Teil des Talents des 18-jährigen
Verteidigers wurde ihm allerdings in die Wiege gelegt. Und die steht zumindest
mit einem Bein in Krefeld. Denn Jannik Vestergaard, der am kommenden Montag,
20.15 Uhr, als dänischer U19-Nationalspieler gegen seine deutschen Kollegen in
der Grotenburg spielen wird, hat Krefelder Wurzeln. Mutter Wiebke kehrte nach
dem Abitur am Gymnasium Fabritianum der Seidenstadt den Rücken und ging aus
beruflichen Gründen zunächst nach Maastricht, später dann nach Kopenhagen. Am 3.
August 1992 wurde hier Jannik geboren. Und entwickelte sich, ganz wie Opa Hannes
oder Onkel Jan, über die Vereine Vestia BK, BK Frem, KB, Brøndby IF Kopenhagen
zum erstklassigen Kicker. In der vergangenen Saison wurde Bundesligist 1899
Hoffenheim auf Jannik aufmerksam und gab ihm einen Vier-Jahres-Vertrag. Über die
U23-Mannschaft, die in der Regionalliga Süd spielt, soll er nun langsam ans
Profi-Geschäft herangeführt werden. „Das ist natürlich mein Traum. Hier in
Hoffenheim habe ich optimale Bedingungen vorgefunden: ein tolles Umfeld, tolle
Trainer - alles auf höchstem Niveau. Jetzt muss ich an mir arbeiten, um
irgendwann in der Bundesliga zu spielen", sagt Jannik.Dass sein Enkel das Zeug
zu einem guten Fußballer hat, merkte Hannes Schröers, mittlerweile 73 Jahre alt,
schnell. Hier, im ländlichen Gellep-Stratum, habe er einst auf dem Platz an der
Kaiserswerther Straße mit Jannik geübt. „Wir haben zum Beispiel Freistöße
trainiert. Er sollte immer um meinen Arm herum schießen. Wenn er mich mal
getroffen hat, hat das verdammt doll weh getan. Einen guten Schuss hatte er
schon als kleiner Junge", sagt Schröers.
Er selber spielte einst für Bayer Uerdingen und später für Fortuna
Düsseldorf in der damals höchsten Spielklasse, der Oberliga. Sogar auf zwei
Einsätze im Trikot von West Ham United in der englischen Football League First
Division kann er zurückblicken. „Die hatten damals schon Bedingungen, von denen
wir noch Jahre später in Deutschland träumen konnten", erinnert er sich. Auch
sein Sohn Jan entwickelte sich zu einem guten Fußballer und ging für Bayer
Uerdingen auf Torejagd. Er wurde 1987 gar mit Bayer Uerdingen deutscher
A-Jugendmeister. Doch während sich Mitspieler wie Horst Steffen oder Marcel
Witeczek zu gestandenen Bundesliga-Spielern entwickelten, verletzte sich Jan
immer wieder schwer, der Schritt zum Profi-Fußballer sollte nicht gelingen. „Die
Jungs wurden damals komplett verheizt. Logisch, dass da viele auf der Strecke
blieben", sagt Hannes Schröers.
Wenn das Spiel am kommenden Montag um 20.15 Uhr angepfiffen wird, erwartet
Jannik auch eine Abordnung der Familie im Stadion. „Ich denke doch mal, dass da
ein paar meiner Familienmitglieder vorbeikommen werden. Denn das Spiel ist ja
schon irgendwie etwas Besonderes. Gegen Deutschland, und dann auch noch in
Krefeld, schön." Mindestens einmal im Jahr, häufig aber öfter, schaut er hier
vorbei, meist werden dann Ostereier gesucht. Auch er erinnert sich an
Trainingseinheiten in Krefeld. „Der Platz des TuS Gellep liegt ja direkt
nebenan. Aber dass Opa mittrainiert hat, liegt schon ein paar Jahre zurück",
schmunzelt er.Jetzt steht erst einmal die Reise mit der dänischen U19 auf dem
Programm. Am Donnerstag müssen die Jungs gegen Belgien ran, ehe dann das Spiel
am Montag in der Grotenburg ein letzter finaler Test für die kommenden
Qualifikations-Spiele zur Europameisterschaft 2011 ist. „Wir wollen uns
qualifizieren, ganz klar. Dafür arbeiten wir hart", sagt Jannik. Ein Wechsel in
eine Mannschaft des Deutschen Fußball Bundes kommt für ihn übrigens nicht in
Frage. „Ich bin in Dänemark geboren und hier aufgewachsen. Selbst wenn ich
irgendwann einmal so gut sein sollte, um für die A-Nationalmannschaft nominiert
zu werden, würde ich nur für Dänemark spielen. Ein Wechsel zum DFB wäre nicht
richtig."
Karten für das Spiel am Montag, 6. September, gibt es ab vier Euro bei diesen
Vorverkaufsstellen: Geschäftsstelle KFC Uerdingen, Sport Borgmann und
Geschäftsstelle Stadtspiegel. Vereine sollten die Möglichkeit der
Sammelbestellung über den Fußballverband Niederrhein nutzen, da hier die Tickets
noch einmal günstiger sind. Mit dem Spiel möchte sich Krefeld als möglicher
Standort der U19-Fußball-Europameisterschaft 2013 empfehlen. Der DFB hat sich
für die Ausrichtung der Endrunde beworben und Krefeld als möglichen
Austragungsort im Auge. „Die Krefelder können mit den Füßen abstimmen, ob sie
eine solche Endrunde hier haben möchte. Es wäre eine tolle Sache", sagt der
Beigeordnete Gregor Micus.
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