Michaela Staelberg rudert zu Bronze, Jakob Gebel und Marc Leske rudern auf den 5. Platz

Strahlend stand Michi Staelberg auf dem Siegersteg und lies sich mit ihren Mitruderinnen Franziska Kampmann/Waltrop, Pia Greiten/Osnabrück und Tina Christmann/Hanau feiern.

Noch völlig ausgepumpt, aber überglücklich nahmen sie die Medaillen auf dem Siegerpodest im bulgarischem Plovdiv entgegen. So richtig das passende Konzept haben Marc Leske und Jakob Gebel mit dem U23 Achter nicht gefunden und mussten sich mit dem 5. Platz begnügen. Sehr heiße Bedingungen von fast 40 Grad verlangte den jungen Ruderern viel ab. Das deutsche Team schnitt insgesamt nicht zufriedenstellend ab, gerade einmal 3 Bronzemedaillen gab es.

Das Team hatte in diesem Jahr zwar ein sehr junges Durchschnittsalter und in einigen Bootsklassen gesundheitliche Probleme, aber fest zu halten bleibt, dass es doch einiges an Arbeit für den Verband gibt, will man in den nächsten Jahren international mithalten. Aber nicht nur der Verband ist gefragt, sondern die gesamte Infrastruktur: „Wie soll in Zukunft Leistungssport aussehen? Oder gibt es nur noch eine Monokultur – Fußball? Selbst Olympiasiege verkommen zum „interessiert nicht“! Das macht den Leistungssport in Deutschland nicht gerade attraktiver und für junge Athleten schwer, sich auf ein nicht selten 60 - 70ig Stunden Woche ein zu lassen, will man Studium und sportliche Karriere schaffen.

Doch dies alles spielte in Plovdiv für den Frauen Doppelvierer erst einmal keine Rolle. Staelberg konnte am Donnerstag den Vorlauf gewinnen und stand zusammen mit dem Britischen Team, das den anderen Vorlauf gewann, als Finalteilnehmer fest. Im Finale drehten die deutschen Damen mächtig auf, doch das britische Boot zog unaufhaltsam davon. Viele Spurts wurden angesagt und auch umgesetzt. Lange lag der DRV Vierer auf der Silberposition, doch im Endspurt konnte man sich dem starken australischen Boot nicht mehr erwehren. Äußerst knapp dann der Rückstand von Staelberg und Co., nach einer kurzen Phase der Enttäuschung, dann aber doch Freude und Michaela Staelberg fasst zusammen: „Wir sind ganz gut rausgefahren und haben einen guten Streckenschlag gerudert. Wir haben versucht alles zu geben, viele Spurts gesetzt. Bronze haben wir gewonnen und nicht Silber verloren.“ Am Montag geht’s zurück nach Deutschland, dann wird erst einmal ein bisschen gefeiert, dann aber schon wieder mit Hausarbeiten für die Uni weiter gemacht. Staelberg studiert in Bochum Psychologie. Finanziell wird sie durch die Bundeswehr abgesichert, die ein Studium und Hochleistungssport ermöglicht.

Große Enttäuschung hingegen bei 2 Meter Mann Marc Leske, der zweifache U23 Bronzemedaillengewinner und zweifache U19 Weltmeister, zeigte sich sehr zerknirscht. Für Jakob Gebel war es hingegen die erste WM Teilnahme. Schon im Vorlauf lief es nicht richtig zusammen, hatte sich der Achter völlig überraschend bei 1400 Metern vom Ukrainischen Achter überrumpeln lassen. Im Hoffnungslauf dann auch „nur“ Zweiter hinter Rumänien. Zum Finale sah es dann erst einmal gut aus, als ob das Team um Leske und Gebel einiges vor hätte. Gut vom Start los gekommen, fuhren sie bei 500 Metern noch knapp an dritter Position liegend. Doch nach der 1000 Meter Marke fand der Achter kein Mittel mehr mit zu halten und kam bei 2000 Metern mit knapp 8 Sekunden Rückstand auf die Sieger aus Holland ins Ziel. Damit siegte der holländische Achter nach dem letzten Jahr erneut, zweiter wurde Rumänien und dritter England, auf Platz 4 die USA und dann an 5 das DRV Boot, gefolgt auf der 6 von der Ukraine. „Ich bin schon frustriert, wir haben es einfach nicht geschafft, den Achter über die Saison und das Trainingslager richtig in Schwung zu bringen. Wir hatten gute Ansätze im Training in Ratzeburg, aber auf den Wettkampf konnten wir es nicht übertragen“, so Leske, der ähnlich wie Gebel, viel in seinem Maschinenbau Studium für die WM verschoben und zwischen den Einheiten für Klausuren gelernt und mit einem besseren Ausgang geliebäugelt hatte, zumal der Achter mit international erfahrenen Ruderern gut besetzt war.

In den nächsten Wochen wird es sicherlich eine Auswertung vom DRV geben, aber ungenommen bleibt: „wie will Deutschland mit dem Olympischen Sport weiter machen. Es liegt nicht nur am Geld! Alleine das gesellschaftliche Interesse und die schwierige Vereinbarkeit von Uni und Hochleistungssport, alle gut gemeinten Programme täuschen nicht über diese Schwäche hinweg und nicht alle wollen zur Bundeswehr, Bundes- oder Landespolizei, zumal diese Plätze auch sehr begrenzt sind.“
©Sabine Tschäge

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