Konzert zum Tag der Deutschen Einheit setzt Zeichen gegen Spaltung

Am Tag der Deutschen Einheit hat Oberbürgermeister Frank Meyer dazu aufgerufen, Tendenzen einer politischen, sozialen und gesellschaftlichen Spaltung gemeinsam zu überwinden.

„Wir leben in einer Zeit, in der wir statt Einheit, Solidarität und Gemeinschaft immer häufiger Spaltung, Isolation und Diskriminierung erleben. Die Gräben verlaufen quer durch unsere Gesellschaft und gefährden Grundpfeiler unserer Demokratie und unseres Zusammenlebens", sagte der Oberbürgermeister in seiner Ansprache beim traditionellen Sonderkonzert der Niederrheinischen Sinfoniker am Mittwoch im Seidenweberhaus.

Rund 30 Jahre nach der friedlichen Revolution in der ehemaligen DDR müsse man „neu darauf drängen, dass Demokratie nicht verhandelbar" sei: „Die Grundrechte lassen sich nicht in wichtig und unwichtig sortieren - sie sind gleichermaßen gültig: Ohne Meinungs-, Presse- und Kunstfreiheit gibt es keine Demokratie, ohne Gewaltenteilung und unabhängige Justiz gibt es keine Demokratie, ohne Achtung der Menschenwürde unabhängig von Herkunft, Glaube und Weltanschauung gibt es keine Demokratie."Frank Meyer verwies auf den „gemeinsamen Wertekanon", der im Grundgesetz festgeschrieben ist: „So lange wir auf dieser gemeinsamen Basis stehen, können wir nicht nur miteinander streiten - wir müssen es sogar: Kontroversen sind nicht Feinde der Demokratie, sondern zwingende Voraussetzung für demokratische Prozesse. Für unsere Meinungsbildung brauchen wir transparente und sachliche Debatten, frei von Zensur, Demagogie und Verleumdung." Krefeld sei „keine Insel der Seligen", doch könne gleichwohl als positives Beispiel für einen respektvollen Umgang miteinander dienen: „Es gibt in Krefeld eine grundsätzliche Verständigung aller relevanten gesellschaftlichen Gruppen, dass wir lieber miteinander reden als übereinander; dass wir andere Meinungen akzeptieren, statt sie zu diskreditieren; dass wir die Vielfalt unserer Stadt gemeinsam annehmen. Eine Stadt von unserer Größe und unserer Struktur kann Widersprüche aushalten, sie kann Tradition und progressives Denken verbinden, sie kann spießig und fortschrittlich sein, analog und digital, zurückhaltend und frech, grau und bunt - das alles gehört zu ihr, weil 230.000 Menschen nicht gleich denken, fühlen und handeln."

Baltischen Weg

In diesem Jahr stand das Sonderkonzert zum Tag der Deutschen Einheit unter dem europäischen Ländermotto Lettland. In diesem Zusammenhang erinnerte der Oberbürgermeister an den „Baltischen Weg", der sich am 23. August 1989 auf einer Länge von rund 650 Kilometern von Vilnius bis nach Tallinn erstreckte. In der längsten Menschenkette aller Zeiten demonstrierten damals eine Million Esten, Letten und Litauer für Freiheit und Unabhängigkeit. „Diese Aktion zeigt: Menschen - so unterschiedlich sie auch sein mögen - sind fähig zu Einheit und Solidarität, sind in der Lage, friedlich für gemeinsame Ziele aufzustehen. Wenn wir uns im Deutschland des Jahres 2018 darauf verständigen können, dass unsere Ziele darin liegen, undemokratischen Kräften in unserem Land die Stirn zu bieten und unsere Werte zu verteidigen, dann ist schon viel erreicht - und dann habe ich keine Sorge vor der Zukunft. Wir sollten gemeinsam die Anstrengung wagen, neu über unser Land nachzudenken, Fragen nach Identität und Gemeinschaft zu stellen, Antworten zu finden, für welche Werte wir stehen, und politische, soziale und gesellschaftliche Gräben zu überwinden."

Sonderkonzert der Niederrheinischen Sinfoniker

Der Tag der Deutschen Einheit wird in Krefeld traditionell mit einem Sonderkonzert der Niederrheinischen Sinfoniker begangen. Zum jetzt dritten Mal stand die Veranstaltung unter einem Ländermotto: Nach Frankreich und Großbritannien ging die musikalische Reise diesmal nach Lettland. Zum 100. Jahrestag der Unabhängigkeit der baltischen Staaten hatte sich Oberbürgermeister Frank Meyer für diesen Schwerpunkt entschieden. Generalmusikdirektor Mihkel Kütson, der als gebürtiger Este selbst aus dem Baltikum stammt, hat deshalb ein Werk des lettischen Komponisten Pēteris Vasks dirigiert. Das Violinkonzert „Tālā Gaisma" (Fernes Licht) wurde von dem Geiger Emir Imerov gespielt, der als Stimmführer der 2. Violinen bei den Niederrheinischen Sinfonikern spielt. Als zweites Werk des Abends hatte Mihkel Kütson die Sinfonie Nr. 2 D-Dur op.36 von Ludwig van Beethoven ausgewählt. Zum Schluss erklang traditionell die Nationalhymne. Der Erlös der Veranstaltung war für einen guten Zweck bestimmt, diesmal für die Initiative „Krefeld für Kinder" und die Beratungsstelle für Alkohol- und Drogenfragen des Caritasverbandes.

Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken

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