Unsere Partnerstädte in Corona-Zeiten. Heute: Dünkirchen

Der Appell an die Solidarität mit den Mitmenschen ist überall dort lautstark zu hören, wo die Corona-Epidemie den Alltag massiv einschränkt.

So ist es auch in Krefelds nordfranzösischer Partnerstadt Dunkerque (Dünkirchen) nahe der belgischen Grenze. Die Menschen dort leiden wie alle Franzosen unter der strikten Ausgangssperre, die seit Mitte März gilt und nochmals bis 11. Mai verlängert wurde. „Gemeinsam versuchen wir, die Ausbreitung des Corona-Virus einzudämmen. Die Einschränkungen werden in Dunkerque alles in allem sehr gut respektiert, dafür bedanke ich mich herzlich bei den Menschen.

Außerdem bedanke ich mich im Namen aller Bürgerinnen und Bürger der Stadt Dunkerque bei den vielen Helferinnen und Helfern aus den systemrelevanten Berufen", sagt Dünkirchens Bürgermeister Patrice Vergriete.Die Schwerpunkte im Umgang mit der Krise, die Vergriete benennt, ähneln den Themenbereichen, die bei deutschen Kommunen im Fokus stehen: die Aufrechterhaltung der kritischen Infrastruktur, die Vorbereitung der Kliniken auf eine mögliche Welle von Corona-Patienten, die Deckung des täglichen Bedarfs, die Hilfe für Unternehmen und Freiberufler und die ausreichende Versorgung mit medizinischer Schutzausrüstung und Masken. In diesem letzten Punkt geht Krefelds Partnerstadt ungewöhnliche Wege: So hat der Bürgermeister einen Solidaritätsappell an lokale Unternehmen gerichtet, sich an der Produktion von Schutzausrüstung für das Pflegepersonal zu beteiligen. Binnen weniger Wochen sind schon 120 Betriebe diesem Aufruf gefolgt und haben insgesamt 142.000 Schutzmasken, 105.000 Paar Handschuhe und 13.600 Kittel gespendet. Nun hat der Bürgermeister seinen Aufruf erweitert: Im nächsten Schritt sollen nochmals 200.000 Masken zusammenkommen, um jeden Bürger Dünkirchens damit ausstatten zu können. „Das ist unser Schutzwall gegen das Corona-Virus", heißt es in einer Publikation der Stadtverwaltung.

Ein weiterer Schutzwall liegt in der gewissenhaften Vorbereitung der Krankenhäuser. Das örtliche CHD (Centre Hospitalier Dunkerque) hat Operationen, die nicht zwingend erforderlich sind, verschoben, um mehr Personal für die Corona-Infizierten zur Verfügung zu haben. Eine externe Organisation entlastet das Pflegepersonal von zeitraubenden Verwaltungsarbeiten. Um Arzneimittel besser zu verteilen und verfügbar zu machen, gibt es zudem einen engen Austausch unter den Krankenhäusern. Medizinisches Personal wird in der Nähe der Arbeitsstätte kostenlos untergebracht, um flexibel vor Ort eingreifen zu können. Dennoch waren bis Anfang April im Großraum Dünkirchen schon 21 Menschen im Zusammenhang mit Corona gestorben. Die Gesamtzahl der Todesfälle im Département Nord, zu dem Dunkerque gehört, liegt aktuell (Stand 23. April) bei 390 Personen.Auch die Unterstützung von Unternehmen ist in Dünkirchen ein wichtiges Thema. Der Gemeindeverband hat dafür einen einmaligen Hilfsfonds in Höhe von 500.000 Euro bereitgestellt. Die Soforthilfe, die vor allem die Berufsfelder Handwerk, Binnenschifffahrt, Handel, Gastronomie und die freien Berufe betrifft, beträgt maximal 1500 Euro. Die Anfragen werden von einem Komitee begutachtet. Bis 10. April waren 54 Bewerbungen genehmigt worden. Über diese Soforthilfe hinaus gibt es Vergünstigungen im Hinblick auf Sozialabgaben und Steuern.

Der Gemeinde Dünkirchen ist es insgesamt wichtig, für die Bürger mit ihren Sorgen und Fragen schnell und unkompliziert erreichbar zu sein. So wurden mit Beginn der Einschränkungen eigene Telefon-Hotlines für verschiedene Zielgruppen eingerichtet, unter anderem für Senioren und Eltern. Der Bürgermeister bietet eine regelmäßige Corona-Sprechstunde per Facebook an. Für die Risikogruppe der älteren Menschen wird ein kostenloser Einkaufsservice angeboten.

Foto: Ville de Dunkerque

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