Krefelder Netzwerk gegen häusliche Gewalt über Hilfetelefon erreichbar

„Er hat mich geschlagen - Ich wusste nicht was ich tun sollte. Er wollte nicht, dass ich das Haus verlasse, hat mich geschlagen und getreten.

Die Kinder haben dies gesehen. Ich hatte solche Angst. Er hat gedroht, den Kindern und sich etwas anzutun, wenn ich gehe. Ich habe mich so geschämt": Sahra K. (Name von der Redaktion geändert) fasste irgendwann den Mut und erzählte so einer Freundin von ihrer Situation. Diese wandte sich an das bundesweite Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen" (Telefon 0 80 00 11 60 16) und konnte ihrer Freundin dann konkret die Organisationen aus dem Krefelder Netzwerk gegen häusliche Gewalt benennen, die Unterstützungsangebote bereithalten.

Sahra K. schilderte daraufhin Martina Müller-West vom Frauen- und Kinderschutzhaus des Sozialdienstes Katholischer Frauen (SKF) ihre Situation und fand verständnisvolle, konkrete und schnelle Hilfe bei ihr.

500 Betroffene beraten und unterstützt

Bundesweit ist jede dritte Frau von häuslicher Gewalt betroffen. Laut Bundeskriminalamt (BKA) waren 2019 in Deutschland insgesamt 141.792 Menschen Opfer von Partnerschaftsgewalt (davon 81 Prozent weiblich und 19 Prozent männlich), das ist ein Anstieg zum Vorjahr von 0,7 Prozent. Jedoch wird die Dunkelziffer weitaus höher eingeschätzt. In Krefeld wurden 2019 an die Polizei 649 Fälle häuslicher Gewalt gemeldet. Davon erfolgten 295 Wegweisungen (nach dem Gewaltschutzgesetz), aufgrund dessen der Täter die gemeinsame Wohnung verlassen musste. Im gesamten Beratungskontext wurden von den Mitwirkenden des Krefelder Netzwerkes rund 500 Betroffene beraten und unterstützt. 24 Frauen mit Ihren Kindern, suchten Schutz und Hilfe im Frauenhaus.

Häusliche Gewalt ist eine Straftat

„Familie steht für Geborgenheit, Sicherheit und Schutz, leider trifft dies bei einer großen Anzahl von Beziehungen nicht zu. Gerade wenn es auf Weihnachten zugeht, und insbesondere in der jetzigen Zeit der Corona-Pandemie brechen in Familien und Beziehungen viele Krisen auf", sagt Martina Bergmann, stellvertretende Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Krefeld und Koordinatorin des Krefelder Netzwerkes gegen häusliche Gewalt. „Für viele Frauen ist das eigene Zuhause ein gefährlicher Ort, an dem Angst herrscht", weiß sie. Von Gewalt betroffenen Menschen fällt es noch mal schwerer, sich an vorhandene Hilfesysteme zu wenden, oder sie glauben vielleicht, dass diese in Corona-Zeiten nicht zur Verfügung stehen. Gewalt gehört für viele Frauen, Mädchen zum Lebensalltag und auch Männer werden Opfer von Partnerschaftsgewalt. Häusliche Gewalt ist eine Beziehungstat und in erster Linie auch eine Straftat. Sie wirkt sich zerstörerisch auf die Familie aus und vor allem auch auf die Kinder, die unmittelbar oder mittelbar betroffen sind.

Auf Beratungs- und Unterstützungsangebote hinweisen

Der „Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen" am 25. November weist auf diese unhaltbare Situation durch Aktionen und Statements hin. Frauen und Mädchen finden nicht immer wie Sahra K. einen Zugang zur Hilfe und Unterstützung - aber es gibt sie ganz konkret in Krefeld. In diesem Jahr will das Krefelder Netzwerk gegen häusliche Gewalt verstärkt auf die bestehenden Beratungs- und Unterstützungsangebote hinweisen - insbesondere in Zeiten der Corona-Pandemie. Informationen geben auch alle Krefelder Apotheker, die mit Beginn der Corona-Einschränkungen mit Flyern und Kontaktkarten durch die Gleichstellungsstelle ausgestattet wurden. Neben den örtlichen Hilfsangeboten ist das bundesweite Hilfetelefon rund um die Uhr besetzt und in 18 Sprachen ansprechbar.

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