Wildwechsel: Autofahrer zur Vorsicht aufgerufen

Neue Schilder auf dem Europaring warnen vor Wildwechsel.

Allein hier kam es zwischen dem 4. und 11. November zu mehreren Wildunfällen, bei denen eine ganze „Familie", bestehend aus zwei diesjährigen Kitzen, dem Kitz aus dem Vorjahr sowie der Ricke, überfahren worden sind. Weitere mögliche Maßnahmen sind neben der Beschilderung eine Temporeduzierung, Wildwarnreflektoren an den Straßenleitpfosten und das Zurückschneiden der Vegetation am Straßenrand.

Angedacht ist ein runder Tisch zur Erörterung des Themas, das fast ganz Krefeld betrifft. „Mit Wildtieren muss außer im direkten Innenstadtbereich fast überall im Krefelder Stadtgebiet gerechnet werden", sagt Katrin Gardner, Leiterin des Fachbereichs Umwelt und Verbraucherschutz.Auf dem Europaring zwischen der Werner-Voß-Straße und der Moerser Straße kamen 2020 bisher acht Rehe um, im Vorjahr waren es neun. Im Hülser Bruch gibt es gleich mehrere Stellen, an denen es häufig zu Wildwechsel kommt: Auf der Nieper Straße in Höhe einer Gärtnerei, auf dem Flünnertzdyk in Höhe des Tierheimes und auf dem Steeger Dyk an der Ecke Am Vobis sowie an der Ecke Sprudeldyk. Hier kam es zu in diesem Jahr zu sieben Unfällen mit Rehen, 2019 zu zehn. Benrad-Süd zählt ebenfalls zu den Schwerpunkten mit Unfallhäufung, und zwar die Hückelsmaystraße zwischen der Gladbacher Straße und Anrather Straße und die Anrather Straße zwischen dem Bahnübergang und der Ecke Hückelsmaystraße. 2020 wurden hier bei Wildunfällen sechs Rehe getötet, 2019 waren es zwölf.

In der Dämmerung am aktivsten

Die Wildunfälle treten insbesondere während der Paarungszeit von Mitte Juli bis Mitte August sowie während der dunklen Herbst- und Wintermonate auf. Über den gesamten Jahresverlauf ist das Wild während der Dämmerung am aktivsten, es ist dann vermehrt mit im Straßenverkehr plötzlich auftauchenden Wildtieren zu rechnen. „Autofahrer sollten sich deshalb insbesondere während dieser Zeiten stets mit erhöhter Aufmerksamkeit im Straßenverkehr bewegen", so Gardner. „Sofern Verkehrsteilnehmer einem Stück Rehwild im Straßenverkehr begegnen, ist jederzeit mit dem Erscheinen weiterer Tiere zu rechnen, da diese meist in Gruppen anzutreffen sind. Oftmals überqueren also mehrere Tiere hintereinander die Straße."

Wildunfall - und nun?

Ist es zu einem Wildunfall gekommen, ist jeder Verkehrsteilnehmer dazu verpflichtet, sich unverzüglich bei der Polizei (Rufnummer 110) zu melden. Falls dies versäumt wird, handelt es sich mindestens um eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbuße bis 5000 Euro geahndet werden kann. Sofern das Wildtier aufgrund von Verletzungen und einer ausbleibenden Meldung unnötig leidet, können strafrechtliche Ermittlungen aufgrund des Tierschutzgesetzes erforderlich sein. Nach Eingang einer entsprechenden Mitteilung bei der Polizei wird diese mit dem jeweiligen Jagdpächter weitere erforderliche Maßnahmen einleiten. Soweit möglich sollten Verkehrsteilnehmer am Unfallort verbleiben und von dort aus die Polizei anrufen. Der Verkehrsteilnehmer erhält von der Polizei oder der Unteren Jagdbehörde der Stadt Krefeld nach erfolgter Meldung eine Wildunfallbescheinigung, die zur Vorlage für die Versicherung bei der Regulierung des Sachschadens am Auto benötigt wird.

Foto: Hans Benn / Pixabay

Handy App

[Link]
   
[Link]
   
[Link]
Go to top