Digitale Unterstützung für Gesundheitsamt im Kampf gegen Corona

Gastronomen, Gewerbetreibende, Veranstalter und Sportvereine können in Krefeld auf digitale Hilfe im Bereich der Kontaktpersonennachverfolgung zugreifen.

Optimiert wird dies durch die von der Stadtverwaltung Krefeld genutzte Software „IRIS connect", eine einheitliche Schnittstelle zur Datenübermittlung zwischen dem jeweiligen Anbieter und dem Gesundheitsamt. Das Gesundheitsamt wird durch die Software in die Lage versetzt, die für die Kontaktnachverfolgung relevanten Daten standardisiert digital anzufragen und entgegen zu nehmen, während sich für die Betreiber vielfältige digitale Möglichkeiten für die Kontaktdatenerfassung ergeben.

Der Vorteil: Für die vorgelagerte Datenerfassung können die Betreiber unter den zahlreichen Anbietern eine jeweils passende Lösung auswählen, während das Gesundheitsamt die Daten über eine standardisierte Schnittstelle abfragen kann. Mit der aktuellen Inzidenzstufe 0, in der sich Krefeld befindet (Stand: 12. Juli) ist keine Kontaktnachverfolgung nötig. Diese ist laut Coronaschutzverordnung NRW wieder ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 10 (Inzidenzstufe 1) erforderlich.Krefeld hatte sich bereits frühzeitig für den „IRIS connect"-Einsatz entschieden, eine auch vom Land Nordrhein-Westfalen unterstützte Lösung für die digitale Kontaktdatenübermittlung - die Abkürzung IRIS steht für „Integration of Remote systems into Infection control Software". Nachdem die Software und die Server nun fertiggestellt sind, kann es losgehen: Krefeld ist an das sogenannte „IRIS Gateway" angeschlossen. In den vergangenen Wochen wurde in Krefeld die technische Infrastruktur geschaffen. Eckart Preen, Dezernent für Wirtschaft, Digitalisierung und Internationales, freut sich über den Start: „Die Digitalisierung kann in vielen Bereichen helfen, Prozesse zu optimieren. Ich freue mich, dass wir mit dem Ausgangspunkt des Modellprojektes #digitalvscorona die Lösung zeitnah implementieren konnten."

Für den Bürger kann der „Check In" wie folgt laufen: Hält er sich an einem Ort auf - in der Gastronomie, bei einem Sportverein oder bei einer Veranstaltung -, kann er sich digital mittels eines lokal vom jeweiligen Anbieter bereitgestellten QR-Codes einchecken. Das ist entweder mit einer App möglich oder aber per Handy-Kamera, worüber die Gäste dann auf einer Webseite des vom Betreiber gewählten Anbieters ihre Daten eingeben. Dann sind sie „eingecheckt". Auch Papierlisten bleiben laut aktueller Coronaschutzverordnung weiterhin zulässig. Der jeweilige Betreiber kann wie bisher die für ihn passende Software auswählen. Wenn es einen positiven Fall in der Gaststätte oder bei der Veranstaltung gegeben hat und der Betreiber eine IRIS-connect-kompatible Lösung verwendet, kann das Gesundheitsamt die Daten zukünftig darüber standardisiert anfordern. Auf Basis dieses strukturierten Datensatzes kann dann die Arbeit der Kontaktnachverfolgung optimal starten. Die Daten werden natürlich nur dann vom Gesundheitsamt angefordert und entschlüsselt, wenn es einen positiven Fall („Indexfall") in der Gaststätte oder bei der Veranstaltung gegeben hat.

Präzision der Kontaktnachverfolgung

Für die Präzision der Kontaktnachverfolgung wäre es aus Sicht der Stadtverwaltung vorteilhaft, wenn auf kleinräumige Lösungen gesetzt und verschiedene QR-Codes an Tischen oder in Räumen und nicht ausschließlich am Eingang angeboten werden. David Nowak, Koordinator des Gesundheitsamtes, betont: „Tritt ein Corona-Fall auf, werden dann nämlich nicht alle Gäste als potenzielle Kontaktpersonen übermittelt, sondern nur die in unmittelbarer Nähe. Das ist datensparsamer und hält den Aufwand für das Gesundheitsamt so gering wie nötig." Sabine Lauxen, Beigeordnete für Umwelt und Verbraucherschutz, Soziales, Senioren, Wohnen und Gesundheit, begrüßt die digitale Unterstützung: „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Kontaktnachverfolgung sind seit Monaten im höchsten Maß gefordert. Dass es uns jetzt möglich ist, die Daten standardisiert digital entgegen zu nehmen, bringt uns hoffentlich für die Kontaktnachverfolgung eine Erleichterung. Nach unserem Angebot www.krefeld-testet.de ist dies ein weiterer Baustein in der Pandemiebekämpfung." Markus Lewitzki, Referent für Digitalisierung und CDO der Stadt Krefeld ergänzt: „Die IRIS-Lösung wurde von uns vor allem auf Grund ihrer Offenheit für verschiedene Anbieter sehr frühzeitig präferiert. Die technische Umsetzung durch das Gesundheitsamt und die städtische IT erfolgte mit viel Engagement. Ich würde mich freuen, wenn möglichst viele Betriebe, die Kontaktdaten erheben, von den dafür zur Verfügung stehenden digitalen Tools Gebrauch machen."

Öffnungsstrategie in Corona-Zeiten

Zum Hintergrund: Ein zentraler Baustein der Öffnungsstrategie in Corona-Zeiten ist die Möglichkeit, Infektionsketten möglichst effektiv zu erkennen und zu unterbrechen. Hierfür ist eine zuverlässige Kontaktnachverfolgung entscheidend. Nach der Coronaschutzverordnung besteht, je nach Inzidenzstufe, beispielsweise für die Gastronomie die Verpflichtung, den Besuch von Gästen zu dokumentieren. Vielfach geschieht das noch in Papierform, aber einige digitale Lösungen sind bereits seit Monaten erfolgreich im Einsatz. Einige von diesen digitalen Lösungen sind bereits IRIS-kompatibel oder sollen in Kürze kompatibel werden: Das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen (MWIDE) hat über die digitalen Lösungen informiert, die in Kürze über das IRIS-Gateway angeschlossen sein sollen. Es handelt sich um folgende Anwendungen: SmartMeeting, Recover, GastIdent, Darfichrein, PERK ViSITS, undo App, here-im.eu, visito.me, PLACELOGG, sectrace-me, zzeus.de, Che-ckin.Jetzt, Videmic, Shapefruit MeldeApps, e-guest, Pandasafe.

Alle Lösungen stehen jedoch noch unter dem Vorbehalt der technischen Prüfung. IRIS connect wurde unter dem Dach des Innovationsverbunds Öffentliche Gesundheit (InÖG) initiiert und mit der Open-Source Community entwickelt. Hauptsponsor und Partner hinter IRIS connect ist die Björn-Steiger-Stiftung, die auch für den verlässlichen Verfahrensbetrieb verantwortlich ist. Das Land NRW hat Mitte Mai 2021 einen Vertrag mit der Björn-Steiger-Stiftung zur Bereitstellung der Gateway-Lösung IRIS connect unterzeichnet.

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