Schneider der Beatles plaudert über die Pilzköpfe

Einen kurzweiligen Abend erlebten die Zuschauer in der Krefelder Museumsscheune: Dort plauderte der Schneider der Beatles, Gordon Millings, aus dem Nähkästchen und erzählte manche Geschichte über die vier berühmten Liverpooler.

Er und sein Vater Dougie Millings kleideten von 1962 bis 1967 die Fab Four ein. Sie prägten mit ihren Kreationen für gut fünf Jahre ihren Kleidungsstil. Die Londoner verwandelten so die Rock-Band aus den Arbeitervierteln in eine stilvolle und respektable „Boygroup". Vater und Sohn entwarfen und schneiderten in dieser Zeit rund 700 Anzüge. „Paul McCartney passt heute noch in seine Anzüge hinein, worauf er sehr stolz ist", berichtet Millings. Im Kleiderschrank einer Londoner Wohnung bewahrt der Musiker einige der Anzüge aus den 1960er-Jahren auf, welche die Millings angefertigt hatten.Der 73-Jährige reiste eigens für einen Talkabend „700 Suits for The Beatles" aus London nach Krefeld an.

Oberbürgermeisters Frank Meyer, der selber ein großer Fan der Beatles ist, begrüßte den Gast. Anschließend sprach der Brite mit Professorin Elisabeth Hackspiel-Mikosch von der Akademie Mode und Design Düsseldorf über die bewegte Zeit in dem Geschäft seines Vaters. Der Beatles-Managers Brian Epstein wollte den Musikern einen neuen Look verpassen. Das sollten die Millings umsetzen. „Wir haben nie zuvor so enge Anzüge geschneidert wie für die Beatles", so Millings. Die hautengen Anzüge hatten bei den Auftritten jedoch einen Nachteil, die Musiker schwitzen darin enorm. „Es gab ja in den Hallen noch keine Klimaanlagen", meint Millings. Seine Anekdoten und Geschichten ergänzt Hackspiel-Mikosch immer wieder mit Fotos und kleinen Filmen. In einem Beitrag ist Gordon Millings als 17-Jähriger zu sehen, wie er im Atelier seines Vaters arbeitet. Der wurde ungefragt selbst zum Filmdarsteller. Bei „A Hard Day's Night" schlüpfte Dougie Millings kurzerhand und ganz spontan in die Rolle eines Schneiders. „Das war sehr lustig. Die mussten die Szene dreimal wiederholen, weil sich John Lennon nicht an den vereinbarten Text hielt", sagt Millings.

Der Talkabend war ein Programmpunkt einer viertägigen Veranstaltung des Vereins Netzwerk Mode Textil, der sich vor zehn Jahren in Krefeld gegründet hat. Bei der Gründung halfen die Stadt Krefeld und die Hochschule Niederrhein, hier insbesondere der Fachbereich Textil- und Bekleidungstechnik. Anlässlich des zehnjährigen Bestehens fand im Deutschen Textilmuseum Krefeld ein viertägiges Treffen sowie die Jahresmitgliederversammlung statt. Mit inzwischen an die 300 Mitgliedern aus acht Ländern entfaltet Netzwerk Mode Textil zahlreiche Aktivitäten und bietet Gelegenheiten für die Vernetzung. Der Verein fördert und organisiert wissenschaftliche Konferenzen und deren Publikationen. Die Mitglieder veröffentlichen ihre aktuelle Forschung in den Jahresbänden des Vereins. Zudem wird die Vernetzung von Doktoranden gefördert.

Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken

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