Aachener Anschlussprojekt von „Mies 1:1"

Das „Mies 1:1. Das Golfclub-Projekt" in Krefeld haben im Jahr 2013 rund 13 000 Menschen aus dem In- und Ausland besucht.

Auf Initiative des Vereins „Projekt MIK" wurde auf dem Egelsberg für einige Monate ein begehbares Architekturmodell eines nie realisierten Golfclubhauses-Entwurfes des Architekten Ludwig Mies van der Rohe in Originalgröße erlebbar gemacht. Die seinerzeit verwendeten Materialien für den temporären Bau wurden nun für ein neues Gebäude an der Aachener Talstraße verwendet.

Es trägt den Namen „Recycling Mies". Die Weiterverwendung der Baumaterialien von „Mies 1:1" war von Beginn an Teil der Ausstellungskonzeption. Unter dem Motto „Recycling Mies" fanden schon während der Ausstellung in Krefeld Workshops mit Studierenden der Hochschule Niederrhein und der RWTH Aachen statt, aus denen auch der Entwurf für das jetzt realisierte Gebäude hervorgegangen ist. Unter der Leitung des Lehrstuhls „Gebäudelehre und Grundlagen des Entwerfens" der RWTH Aachen entstand aus den wiederverwendeten Materialien und Bauteilen vor dem Kulturdepot im Stadtteil Aachen-Nord ein temporärer Holzbau als Selbstbauprojekt der Studierenden. Fenster und Türen wurden aus Aachener Schulsanierungen und abgerissenen Dörfern des Braunkohletagebaus ergänzt. Das Projekt wurde von Firmen und privaten Förderern unterstützt sowie vom Bundes- und Landesprogramm Soziale Stadt Aachen-Nord. Die Möblierung der Infobox schreibt den Recyclinggedanken weiter: Aus Paletten schufen junge Flüchtlinge gemeinsam mit dem Designbüro PYG die benötigten Möblierung, eine Initiative der gemeinnützigen Arbeitsförderungsgesellschaft Low-tec. „Recycling Mies" ist ein Gebäude mit vielfältiger Nutzung. Die Fachhochschule Aachen wird ein 3-D-Druck-Labor für Schüler und Jugendliche betreiben. Dem Stadtteilbüro Aachen-Nord steht der Pavillon für die Nutzung durch die Bürger zur Verfügung die von der Low-tec Beschäftigungsgesellschaft koordiniert wird.

Der Architekt Ludwig Mies van der Rohe (1886 bis 1969) wurde in Aachen geboren. Die niederrheinische Industriestadt Krefeld spielt in Mies' Biographie eine ähnlich bedeutende Rolle wie seine Geburtsstadt, denn seit 1927 erhielt der Architekt zehn Aufträge aus dem Kreis der Krefelder Seidenindustrie. Seine Industriellen-Villen Haus Lange und Haus Esters (1927 bis 1930), seit langem als Kunstmuseen genutzt, zählen heute zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der ehemaligen Seidenstadt.

Projekt MIK