Starke Aufholjagd der Pinguine nicht belohnt

Für den ersten Auftritt der Pinguine im Jahr 2016 hatten sich die Spieltagsplaner der DEL offensichtlich etwas vorgenommen, denn man hatte den Schwarz-Gelben vor eine der schwersten und zugleich attraktivsten Aufgaben der Liga vorgesetzt.

Immerhin stand man Meister Adler Mannheim gegenüber und obschon der amtierende Titelträger zuletzt eine sportliche Krise durchlaufen hatte, darf man ohne Frage sagen, dass Mannheim auch in der laufenden Saison zu den großen Favoriten zählt. Für die Pinguine wurde die Aufgabe vor 5.244 Zuschauern durch ein halbes Dutzend schwerwiegender Ausfälle erschwert.

So mussten Duba, Klein, Fischer, St. Pierre, Hanusch und Mieszkowski sämtlich passen. Entsprechend begann im Tor der Däne Patrick Galbraith, dem Youri Ziffzer im Adler-Tor gegenüberstand. Mannheim versuchte gleich, das Spiel an sich zu reißen, ohne sich aber klare Chancen herausspielen zu können. Die Pinguine konnten auch das erste Unterzahlspiel überstehen und kamen in der 7. Minute selbst zur Chance. Collins zog ab, die Scheibe prallte zu Pietta und der schob ohne Mühe zur Führung ein. Zwei Minuten darauf dann die Pinguine in Überzahl und Kink mit dem Konter. Er scheiterte zunächst, prallte dann aber in Galbraith. Dadurch lag die Scheibe plötzlich frei und Carle stocherte sie über die Linie. Die Schiedsrichter bemühten zwar den Videobeweis, erkannten dann aber auf Tor. Die Adler waren gerade wieder komplett, da scheiterte Hagos völlig freistehend alleine vor Ziffzer. Im direkten Gegenzug zog dann Richmond von der blauen Linie ab. Galbraith war die Sicht versperrt und der Puck schlug im langen Eck ein. Und es kam noch schlimmer, denn in der 16. schloss MacMurchy ein 2 auf 1 perfekt in den Winkel zum 1:3 ab. Mit diesem Zwischenstand ging es dann auch in die Kabinen.

Zum Mittelabschnitt kamen die Pinguine mit viel Schwung zurück und hatten gleich gute Gelegenheiten durch Collins und Driendl, doch beide verzogen knapp. Nach rund 5 Minuten aber kam Mannheim wieder besser ins Spiel und in der 27. war es Ullmann, der aus halbrechter Position abzog. Die Scheibe rutschte Galbraith durch und trudelte Zentimeter hinter die Linie. Und nur eine Minute später war es wieder der Nationalstürmer, der sich stark durchsetzte und die Scheibe gegen den chancenlosen Galbraith perfekt in den Winkel setzte. Die Hausherren hatten dann in der 34. Minute die Chance bei doppelter Überzahl und diese nutzte man! Vasiljevs verwandelte eine schöne Pietta-Vorlage sicher. Bei der folgenden einfachen Überzahl häuften ich die Chancen, doch Hurtubise, Collins und Hauner scheiterten, während im Gegenzug Hecht den Pfosten traf. Die Pinguine drängten jetzt nochmals auf den Anschluss und erst scheiterte Sofron, dann setzte Pietta einen Schlagschuss zum 3:5 genau neben den Pfosten! Plötzlich waren die Schwarz-Gelben da und hatten in der 39. in wenigen Augenblicken Großchancen im halben Dutzend, doch man brachte die freiliegende Scheibe mehrfach nicht über die Linie. So blieb es nach 40 Minuten beim Zwischenstand von 3:5.

Der letzte Abschnitt begann mit einem Foul von Ex-Pinguin Akdag an Hurtubise. Der Kanadier blutete und der Mannheimer bekam eine 5+Spieldauer-Strafe. Wieder gab es große Chancen, doch die Scheibe wollte einfach nicht ins Tor. So blieb es beim 3:5. Immer weiter versuchten es die Pinguine und hatten auch weiterhin Chancen, die aber zunächst ungenutzt blieben. Doch in der 52. setzte Driendl den Abpraller eines Hagos-Schusses in die Maschen. Sekunden später verfehlte Hauner um Zentimeter. Die Fans peitschten das Team jetzt mit Standing Ovations nach vorn. Es war jetzt ein Spiel auf ein Tor und Ziffzer stand im Takt weniger Sekunden im Mittelpunkt. Doch ein Konter in der 58. brachte die Entscheidung. Wieder bemühten die Schiedsrichter den Videobeweis, wieder entschieden sie auf Tor. Damit war das Spiel natürlich entschieden, auch wenn die Pinguine nochmals alles versuchten und sofort Galbraith zu Gunsten eines weiteren Feldspielers vom Eis nahmen. Das blieb aber erfolglos und Hecht traf ins leere Tor.

So ging der erste Auftritt 2016 trotz grandioser Aufholjagd letztlich mit 4:7 verloren. Das Ergebnis täuscht aber über den Spielverlauf hinweg. Letztlich gaben wohl die Ausfälle der Topverteidiger Fischer und St. Pierre, sowie die Specialteams den Ausschlag. Für die Pinguine geht es jetzt am Dienstag nach Ingolstadt.

 

 

Tore:

1:0 7. Pietta (Collins)

1:1 9. Carle (Kink,Jourdrey) SHG

1:2 11. Richmond (Ullmann, Metropolit)

1:3 16. MacMurchy (Richmond)

1:4 27. Ullmann (Metropolit)

1:5 28. Ullmann (MacMurchy, Akdag)

2:5 34. Vasiljevs (Pietta, Collins) PP2

3:5 37. Pietta (Eriksson, Schymainski)

4:5 52. Driendl (Hagos, Mebus)

4:6 58. MacMurchy (Hecht, Arendt)

4:7 59. Hecht (Hospelt)

 

Strafen:

Krefeld: 10

Mannheim: 17+SD Akdag