Niederlage gegen Tabellenführer: Eagles vergeben zweiten Matchball

Die HSG Krefeld Niederrhein leistet sich zur Unzeit einen kleinen Negativlauf.

Nach der Niederlage in Dansenberg unterlag die Mannschaft von Maik Pallach nun auch im Heimspiel gegen Tabellenführer HC Oppenweiler/Backnang am Ende deutlich mit 33:38 (17:21). Die Niederlage bringt das Team in Zugzwang. Am letzten Spieltag bereits am Sonntag muss nun ein Erfolg in Heilbronn her. Die Eagles kamen zunächst gut ins Spiel und drehten einen frühen Rückstand nach knapp fünf Minuten zur 4:3-Führung. Dann aber eine bittere Situation für die Gäste, denn bei einem Angriff der Eagles kam Maik Schneider zu Fall. Der bärenstarke Kreisläufer der Gäste, Jakub Strýz fiel über den Eagles-Angreifer und stürzte extrem unglücklich. Zunächst lag er regungslos auf der Platte, wurde dann nach einiger Behandlungszeit gestützt in die Kabine gebracht.

Doch die Szene schockte die Hausherren offenbar mehr als den Gast, denn dieser drehte nun immer mehr auf, während die Abschlüsse der Gelb-Schwartzen immer wieder etwas fahrig wirkten. So avancierte Gäste-Torwart Jürgen Müller, der unter anderem bei drei von vier Siebenmetern des ersten Durchganges Sieger blieb, zum überragenden Spieler des ersten Durchganges und legte mit zehn Paraden in den ersten 30 Minuten einen hervorragenden Auftritt hin. Auf der Gegenseite fanden die Keeper der Eagles zunächst nicht wie gewohnt ins Spiel. Immer wieder sahen sie sich freien Würfen gegenüber, brachten aber auch bei einigen verdeckten Abschlüssen die Hände nicht so an den Ball, wie man es gewohnt ist. So spielte Jascha Schmidt einige Minuten für Starter Oliver Krechel, der bis dato nur eine Parade verzeichnet hatte. Etwa fünf Minuten vor der Pause kam der Kapitän zurück und führte sich mit drei Paraden glänzend ein. So orchestrierte er ein kleines Comeback der Seinen, die von zwischenzeitlichem Vier-Tore-Rückstand auf zwei Treffer herankamen (28.). Doch danach leistete sich das Team gleich mehrere leichte Fehler und so wuchs der Rückstand wieder auf fünf Treffer an, ehe Paul Skorupa mit der Pausensirene den 17:21-Pausenstand herstellte. Dieser wurde dem Spielverlauf bis dahin auch durchaus gerecht.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich am Spiel wenig. Die Eagles ließen immer wieder gute Gelegenheiten liegen oder leisteten sich Fehler im Aufbau, während sich die Gäste um die starken Tim Buck (sieben Tore) und Marcel Lenz (10) keine Blöße gaben und konsequent ihre Angriffe zu Ende spielten. Oli Krechel im Tor drehte jetzt zwar immer mehr auf und wehrte allein nach dem Seitenwechsel ganze zwölf Versuche der Gäste ab, doch das bewirkte nicht, dass der Angriffsschwung der Gäste gebremst worden wäre. Nach 21 Treffern im ersten Durchgang wurden es am Ende deren 17 nach dem Seitenwechsel. Die bis dato starke Deckung der Krefelder fand zu keinem Zeitpunkt in die Partie und immer, wenn man einmal herankam, war entweder Gästetorwart Jürgen Müller (wie Krechel 16 Paraden) zur Stelle, oder aber die Krefelder leisteten sich Fehlwürfe über oder neben das Tor. Trotzdem kämpfte sich das Team noch einmal heran und hatte beim Stand von 22:24 selbst Ballbesitz. Doch die Chance blieb ungenutzt und so wuchs der Rückstand schnell wieder an. Am Ende stand eine deutliche und absolut verdiente 33:38-Niederlage, die die Situation in der Tabelle deutlich verkompliziert. Hätte man im Falle eines Sieges am Sonntag beim Tabellenschlusslicht aus Heilbronn aus eigener Kraft den ersten Platz klar machen können, so ist nun ein Erfolg im Badischen notwendig, um überhaupt die Playoffs zu erreichen – und das nach aller Wahrscheinlichkeit dann vom vierten Rang aus.

Gästetrainer Matthias Heinecke war naturgemäß mit seinem Team sehr zufrieden. „Als nach der Verletzung von Jakub Strýc Youngster Lukas Rauh rein kam und seine Sache gut gemacht hat, hat uns das viel Vertrauen gegeben. Der Sieg war verdient.“ Da stimmte auch Maik Pallach zu: „Der Sieg für Oppenweiler war verdient. Wir hatten schon nach vier Minuten vier Gegentreffer, da wusste man schon, dass es sehr schwer wird. Mit so vielen Gegentoren gewinnt kein Team der Welt ein Spiel. Es ist ein enttäuschender Auftritt, aber am Sonntag können wir in die nächste Runde kommen. Darum haken wir dieses Spiel jetzt ab und schauen nach vorn“, sagte er.

Sonntag geht es nun um um 15 Uhr (live auf Sportdeutschland.tv) um alles.