Cüpper wird vom Pechvogel zum Sieggarant

Die Krefeld Pinguine senden ein erneutes Lebenszeichen.

Im Straßenbahnderby bei der Düsseldorfer EG siegte das Team von Interims-Coach Boris Blank, der bekanntlich nach Ende von dessen Quarantäne von Clark Donatelli abgelöst wird, mit 3:1 (0:1, 0:0, 3:0). Die Krefelder begannen im ISS-Dome wie zuvor angekündigt mit Marvin Cüpper im Tor. Ihm stand Henrik Hane gebenüber. Mirko Sacher gab sein Comeback nach Verletzung und Maximilian Gläßel, der unter der Woche neu verpflichtet wurde, gab sein Debüt für die Schwarz-Gelben. Das Spiel aber begann denkbar ungünstig. Nicht einmal eine Minute war gespielt, da sah sich Cüpper einem Schuss von Maximilian Kammerer gegenüber.

Er ließ die Scheibe fallen und Nationalstürmer Jerome Flaake stand goldrichtig und drückte das Hartgummi nach nur 43 Sekunden zum 1:0 in die Maschen. Die Gäste aber wirkten keineswegs geschockt, sondern spielten aggressiv auf den Ausgleich und zeigten ein intensives Forechecking, das auch zu einigen, wenn auch nicht unbedingt zwingenden, Chancen führte. Richtig gefährlich wurde es dann aber erst in der neunten Minute wieder, als Cüpper gleich zweimal gegen Stürmer der DEG klären musste, dies aber souverän tat. Je länger das Drittel dauerte, desto besser kamen die Pinguien ins Spiel und kamen zu weiteren Chancen, auch wenn die ganz klaren Abschlüsse weiter fehlten. Das Spielgeschehen verlagerte sich mehr und mehr vor Hane. Richtig eng wurde es dann nach 18 Minuten: Die DEG kam zum Konter und ein harter Pass in die Mitte. Martin Schymainski konnte den Abschluss noch leicht behindern, dennoch kam die Scheibe, abgefeuert von Charlie Jahnke, aus vielleicht zwei Metern Entfernung brandgefährlich auf das Tor, doch Cüpper reagierte überragend und lenkte das Hartgummi weit ausgestreckt mit dem Blocker über das Tor. Spätestens damit hatte er seinen leichten Fehler beim 0:1 ausgeglichen, zumal er im folgenden DEG-Powerplay weitere zweimal hervorragend zur Stelle war. So rettete er seinen Farben den knappen ein-Tore-Rückstand in die Pause.

Der zweite Durchgang sah dann zunächst ein ähnliches Bild, wie der erste. Die Pinguine standen sicher in der Defensive und ließen wenig zu und schalteten ab der 25. Minute zunehmend auf Offensive. In der 26. dann die ganz große Möglichkeit, als Leon Niederberger vor dem Tor völlig frei stand, Martins Karsums aber den Moment für das Abspiel verpasste. Heraus kam zwar noch ein Schuss von der blauen Linie – die ganz große Gelegenheit aber war verpasst. Gleich im nächsten Wechsel fasste sich dann Martin Schymaiski ein Herz und ging mit Energie ins Drittel. Er wurde gefoult und so gab es die erste Überzahlchance der Partie für die Pinguine. Die erste Gelegenheit hatte Karsums, der, schön freigespielt von Alex Blank, zum Schuss kam, doch Hane hielt. Die Strafe war gerade abgelaufen, da setzte zunächst erneut Blank Artur Tyanulin perfekt in Szene, doch der Russe scheiterte ebenso an Hane, wie Augenblicke später der freistehende Karsums. Dennoch, die Pinguine waren jetzt durchaus Herr im fremden Hause, wussten aber auch ein zweites Powerplay ab der 33. Minute nicht zu nutzen. Die große Chance hatte Tyanulin, der noch einmal auf Karsums querlegen wollte, doch ein Verteidigerschläger war dazwischen. So blieb es weiter beim 0:1. Mit diesem Zwischenstand ging es dann auch in die zweite Pause.

Der zweite Durchgang sah dann gleich richtig Betrieb auf beiden Seiten. Erst stand einmal mehr Cüpper im Mittelpunkt, der eine weitere Großchance der Gastgeber vereitelte. Die Pinguine schalteten um und hielten mit viel Intensität die Scheibe im Drittel. Diese kam zu Tyanulin, der ging aufs Tor und passte, statt selbst abzuschließen, genau auf den Schläger von Kapitän Schymainski und der musste nur noch die Kelle hinhalten, um zum durchaus nicht unverdienten Ausgleich einzuschieben. In den folgenden Minuten war es ein offeneres Spiel, in dem es rauf und runter ging, doch auf beiden Seiten fehlte die Präzision im letzten Pass. Beide Teams besannen sich dann wieder etwas mehr auf die Defensive und in der 47. Minute gab es einmal wieder eine Strafe gegen die Pinguine, die aber einem der besten Powerplays der Liga einmal mehr standhielten. In der 52. Minute dann die nächste Topchance für die Pinguine in einer Phase, in der Cüpper wieder vermehrt in den Blickpunkt geriet. Schymainski setzte sich über Außen durch und passte hart in die Mitte, wo er den Schlittschuh von Tyanulin traf. Von dort ging der Puck auf das Tor, doch Hane war mit dem Schoner zur Stelle. Dennoch zeigten die Pinguine ihr mit der Iserlohn-Partie bestes Saisonspiel und hielten den bislang so starken DEG-Angriff in Schach. Und wenn sie doch durchkamen, war der nach dem 0:1 überragende Cüpper zur Stelle. Viereinhalb Minuten vor dem Ende kam Karsums an die Scheibe und lief frei auf Hane zu, wurde dann aber im entscheidenden Moment bedrängt und scheiterte so per Rückhand am DEG-Schlussmann. Nur eine gute Minute später setzte Laurin Braun mit einem tollen Spin-Move hinter dem Tor Brett Olson in Szene, der aber scheiterte. Dann war es Tyanulin, der nach tollem Olson-Pass vergab, doch die Pinguine blieben dran, der Russe holte den Puck zurück, fuhr zweimal ums ganze Drittel und legte auf Laurin Braun. Der täuschte den Schuss an und legte dann ab auf Kristofers Bindulis und der Lette traf per Direktschuss ins kurze Eck zur Führung und seinem ersten DEL-Treffer. Die DEG antwortete jetzt mit wütenden Angriffen in den letzten zwei Minuten. 1:34 Minuten vor dem Ende ging Hane vom Eis und die DEG setzte alles auf eine Karte, doch die Pinguine erkämpften die Scheibe und Olson zog aus dem eigenen Drittel ab und brachte die Scheibe aus der Drehung zur Entscheidung in die Maschen.

Damit feierten die Pinguine einen ganz wichtigen Dreier. Garant des Erfolges war, neben Tyanulin, der erneut zwei Zähler verbuchte, vor allem der überragende Schlussmann Marvin Cüpper, der sich von seinem Fehler in der ersten Minute mehr als nur erholte und sein Team zum Sieg führte. Aber auch insgesamt wusste das Team als Ganzes vor allem kämpferisch zu überzeugen. Weiter geht es nun bereits am Mittwoch mit dem Heimspiel gegen die Iserlohn Roosters.

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