Schüler von Andreas Gursky stellt im Glaspavillon auf dem Ostwall aus

Mittig im Pavillon auf einem Sockel steht ein Clown auf einer beweglichen Schale, ein Stehaufmännchen mit den Gesichtszügen des Künstlers. Die Arbeit kann als eine Metapher gelesen werden, „der Künstler, der sich zum Clown macht", als Sinnbild für den kritischen Umgang von Kunstinstitutionen mit Künstlern. Das Stehaufmännchen symbolisiert einen unausgewogenen Zustand, dem Künstler taumelnd ausgeliefert sind, nicht umkippen, aber nicht in der Lage sind sich davon zu lösen.

Figur bringt bei Dunkelheit den Ostwall zum Leuchten

Zudem dient die Figur dem Publikum als Projektionsfläche. Der Clown unterhält ein Publikum und verbreitet Freude. Dies kann durch die eingeschränkte Situation des Lockdowns nicht geschehen. Der lustige Komiker verblasst in Schrecken und Melancholie. Der Clown steht schwankend auf dem Sockel und kann sich nicht frei bewegen. Die Freiheit der Kunst und deren Rezeption sind aktuell kaum möglich. Föllenz fügt bewusst den Charakter des Clowns in den Glaspavillon als ein Symbol für den fehlenden Karneval, die Kunstentfaltung und den Umgang mit der kreativen Szene. Mit einer speziellen Beleuchtung taucht die Figur bei Dunkelheit in ein buntes Gefüge und bringt den Ostwall zum Leuchten.

Der Krefelder Kunstverein öffnet sich mit dem Ausstellungsprojekt „Ostwall leuchtet" an einem zentralen Ort der Stadt. Der Glaspavillon ist der ideale Ort für Ausstellungen in Zeiten von Corona. Die Kunst kann aus der Entfernung von allen Seiten wahrgenommen werden. Die Kunst wird durch die zentrale Lage und den ständigen umgebenden Besucherstrom intensiv wahrgenommen. Die künstlerischen Interventionen sollen den Dialog über zeitgenössische Kunst anregen.

Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, A. Bischof