Pinguine ohne Chance in München

Der Süden ist weiter keine Reise wert für die Pinguine: Im Auswärtsspiel bei Mitfavorit Red Bull München setzte es für die Schwarz-Gelben eine herbe 2:9 (1:4, 0:0, 1:5)-Pleite.

Dabei war die Begegnung eigentlich nach gut zwölfeinhalb Minuten und einem Stand von 0:4 bereits entschieden. Coach Clark Donatelli baute im Tor einmal mehr auf Sergej Belov, der zum dritten Mal in Folge startete. Sein Comeback nach Kieferbruch feierte dessen russischer Landsmann, der junge Daniil Valitov. Belov gegenüber stand nicht Danny aus den Birken, sondern der junge Kevin Reich. Für die Pinguine ging es nach den beiden bitteren Spielen gegen Augsburg und Straubing zunächst einmal darum, nach zu Spielbeginn knapp 143 Minuten wieder einmal zu treffen.

Das fehlende Selbstvertrauen aber war in den ersten Wechseln spürbar. Der Favorit aus dem Süden riss das Spiel von Beginn an an sich und ließ die Pinguine überhaupt nicht zur Entfaltung kommen. Es gelang den Gästen zu Beginn nicht, sich ins gegnerische Drittel zu kombinieren und dort Kontrolle aufzubauen und so kam es, wie es kommen musste: In der vierten Minute ging Justin Schütz über die rechte Seite ins Krefelder Drittel und zog vom Bullypunkt ab. Belov war ohne Abwehrchance und die Scheibe schlug im langen Eck ein. Eine Minute später kam Ex-Nationalspieler Philipp Gogulla zum Nachschuss, doch der Krefelder Schlussmann war mit einem bärenstarken Schoner-Save zur Stelle. Die Pinguine befreiten sich danach etwas und hatten eine erte Überzahl, die aber ungenutzt blieb. Und der Süd-Zweite blieb eiskalt. In der elften Minute kam bei angezeigter Strafe gegen Krefeld Trevor Parkes an die Scheibe, ging ins Drittel und zog verdeckt ab – Belov war chancenlos und das Hartgummi schlug unter der Latte ein. Und auch weiter ging das Spitzenteam mit dem Fuß nicht vom Gas – im Gegenteil: Derek Roy bediente Gogulla, der überzog Belov, so dass dieser chancenlos auf dem Eis lag und schoss dann souverän aus spitzem Winkel mit der Rückhand ein (13.). Jetzt drohten alle Dämme zu brechen, denn nur 30 Sekunden später spielte Chris Bourque von hinter dem Tor in den Slot. Dort wartete erneut Parkes, der Belov mit einer schnellen Bewegung erneut nicht die Spur einer Chance ließ: das 4:0. Die Pinguine, die zuvor knapp 160 Minuten ohne eigenen Torerfolg geblieben waren, gaben dennoch nicht auf und es war einmal mehr Lucas Lessio, der mit Speed ins Drittel ging, Reich austanzte und mit dem 1:4 wenigstens für etwas Freude bei den eigenen Anhängern. Und fast sogar gleich der nächste Treffer, denn wenig später setzte sich Laurin Braun stark durch und legte auf Kristofers Bindulis, der frei zum Schuss kam, aber an Reich scheiterte. So blieb es nach 20 Minuten beim verdienten 4:1 für die Hausherren.

Durchgang zwei sah Gäste, die besser im Spiel waren und keine großen Chancen zuließen. Auf der anderen Seite traf Laurin Braun mit einem verdeckten Schuss etwas zu hoch und das Spielgerät zischte knapp über die Latte. So plätscherte das Spiel langsam dahin, bis in der 30. Minute Kapitän Martin Schymainski frei zum Schuss kam, die Scheibe aber nicht voll traf und in der Folge verzog. Und auch die nächste gute Gelegenheit ging an die weißgekleideten Gäste: In der 35. Minute war Patrick Klöpper auf und davon und ging mit viel Tempo aufs Tor der Gastgeber zu, um dann aber den Schuss knapp zu hoch anzusetzen. Wenig später fälschte Schymainski einen L.Braun-Schuss gefährlich ab, doch Reich hielt. Die ganz große Chance zum Anschuss hatte dann in der 38. Minute Filips Buncis, der eine Starke Petrakov-Hereingabe knapp verpasste. Sekunden später vergab der Russe bei einem 3-auf-1 diesmal auf Pass von Buncis, weil er zu lange zögerte. So blieb es nach zwei Dritteln beim 1:4.

Der Schlussdurchgang sah dann nach fast genau einer Minute die allererste Strafe der Partie gegen die dennoch aufopferungsvoll kämpfenden, aber diszipliniert spielenden Pinguine. Und diese Unterzahl dauerte nicht lange: München spielte ex-NHL-Star Derek Roy frei und der Torjäger verwandelte mit einem perfekten Schuss genau in den Winkel zum 5:1, das mittlerweile deutlich zu hoch für den Spielverlauf war. Und es kam sogar noch schlimmer, denn in der 46. Minute stocherte Yannick Seidenberg einen Abpraller über die Linie. Jetzt schienen endgütig alle Dämme zu brechen, denn nur knapp zwei Minuten später kam Ethan Prow an die Scheibe, ging ungehindert durchs Drittel und zog mit der Rückhand ab. Belov war die Sicht verdeckt und die Scheibe schlug unter seinem Schoner hindurch zum 7:1 ein. Das aber wollte Artur Tyanulin nicht auf sich sitzen lassen, ging bei einem 2-auf-1 ins Drittel, überzog den rutschenden Verteidiger wunderschön und schoss zum 2:7 ein. Doch nur 23 Sekunden später war der alte Abstand wieder hergestellt: Nach schönem Querpass zog Seidenberg direkt ab und knallte das Hartgummi genau unter die Latte zum 8:2 in die Maschen. Und auch damit hatten die Jungs von Don Jackson nicht genug: In der 55. Minute fuhr JJ Peterka um das Tor und legte zurück in den Slot, wo Andrew Ebbett stand und zum 9:2 einnetzte. Kurz vor Schluss dann noch einmal eine Strafzeit für München, die sich einen Wechselfehler erlaubten. Die große Chance aber hatte der Gastgeber: Nach einem Scheibenverlust ging Maxi Kastner ganz allein auf Belov zu, doch der Russe hielt. So blieb es bei einer klaren 2:9-Packung an der Isar.

Bereits am Donnerstagabend gibt es, diesmal in der Yayla-Arena, ein Wiedersehen der beiden Kontrahenten und die Chance zur Revanche. Zuvor treten die Schwarz-Gelben am Mittwoch, ebenfalls in heimischer Halle, gegen Ingolstadt an.