3:5: Pinguine in Nürnberg mit Aluminumallergie

Aufgrund eines Alptraumstarts mit zwei Gegentoren und einer Verletzung von Nikita Shatsky bereits in den ersten fünf Minuten und gleich vier Pfosten- und Lattentreffern im Spiel unterlagen die Pinguine am Dienstagabend bei den Nürnberg Ice Tigers mit 3:5 (2:2, 0:2, 1:1).

Die Pinguine konnten nach den Abgängen von Martins Karsums und Ivan Petrakov nur noch auf drei Sturmreihen bauen. Im Tor begann erneut der junge Nikita Quapp, der sich nach der Partie am morgigen Mittwoch in Straubing auf den Weg zur U-18.WM machen wird. Sein Gegenüber war in Ex-Pinguine-Goalie Niklas Treutle ein erfahrener DEL-Schlussmann. Trotzdem: Die Gäste wollten beim Süd-Letzten punkten, das aber erfuhr früh einen herben Dämpfer.

Die Partie begann nämlich für die Pinguine genau so, wie man es nicht wollte: Nach nicht einmal 30 Sekunden bauten die Ice Tigers mit einem schnellen Diagonalpass auf. Der Querpass kam und plötzlich stand Chris Brown frei und überraschte Quapp mit einem schnellen Schuss ins kurze Eck zum 1:0. Wenig später, gerade zwei Minuten waren gespielt, gab es auch gleich die erste Unterzahl für die Gäste, als Maxi Gläßl die zweite gute Gelegenheit der Hausherren nur durch ein Haken zu verhindern wusste – eine gute Strafe, die aber dennoch für das schwächste Unterzahlspiel der Liga eine große Gefahr bedeutete. Und das bestätigte sich, denn bei einem schnellen Querpass durch den Slot kam Luke Adam unmittelbar vor dem Krefelder Goalie an die Scheibe und dieser hatte keine Chance mehr, zu reagieren. So rutschte der Puck durch und kullerte zum frühen 2:0 gerade so über die Linie (3.). Die Gäste waren nun sichtber um etwas Spielkontrolle bemüht und in der siebten Minute zahlte sich das aus. Einen schönen Aufbaupass nah Lucas Lessio in der neutralen Zone hinter dem eigenen Rücken gut mit und lief allein auf Treutle zu, verlud diesen perfekt und schob dann zum 1:2 ein. Wenig später dann sogar die Chance zum Ausgleich, als Nikita Shatsky auf das Tor zulief, doch ein Verteidiger drängte ihn gerade noch ab, der junge Russe kam zu Fall und stürtzte dann unglücklich in die Bande. Mit hängender Schulter ging er gleich durch in die Kabine. Eine Minute später dann die erste Überzahl für Krefeld, als Torschütze Brown Tom-Erik Bappert im Gesicht traf. Der junge Blueliner musste ebenfalls gleich in die Kabine gehen, kehrte aber wenig später auf das Eis zurück. Die Überzahl blieb ohne Torerfolg. Die ganz große Chance zum Ausgleich hatte dann in der zwölften Minute Kapitän Martin Schymainski nach tollen Pass von Artur Tyanulin, doch Treutle wehrte den Schuss des kleinen Torjägers ab. Die Pinguine waren jetzt klar Herr im fremden Haus, doch weitere Chancen, wie ein Direktschuss von Lessio, blieben ungenutzt. Das änderte sich in der 17., als Brett Olson einen Schuss von der blauen Linie perfekt abfälschte: Die Scheibe schlug unhaltbar über Treutles Schulter ein. Weiter blieben die Mannen von Clark Donatelli aktiv, doch ganz klare Gelegenheiten sprangen bis zur Pause nicht mehr heraus. So ging es mit 2:2 und einem insgesamt in fast allen Statistiken überlegenen Gast in die Kabinen.

Durchgang zwei sah zunächst ein ausgeglichenes Spiel, doch nach drei Minuten stand plötzlich Tyson McLellan völlig frei vor Quapp, schoss die Scheibe aber zum Glück für die Gäste knapp über das Tor. Doch in der 25. war es dann doch so weit: Einen Schuss von der blauen Linie fälschte Eric Cornel unmittelbar vor Quapp absolut unhaltbar ab – die aufs kurze Eck fliegende Scheibe schlug im langen Eck ein. Wieder hieß es also für die Pinguine, einem Rückstand hinterher zu laufen. Und es gab die Riesenchance für die Gäste! Nach tollem Pass von Philipp Mass hatten Lessio und Olson ein Zwei-auf-Null. Der Torschütze zum Anschluss passte auf den zum Ausgleich, doch erneut war Treutle mit einem tollen Save zur Stelle. Insgesamt aber hatten jetzt die Gastgeber mehr vom Spiel und bei einer weiteren Nürnberger Überzahl um die 30. Minute hatten die Pinguine bei einem Pfostenschuss und einer Großchance wenig später Glück, überstanden aber die Situation. Immer wieder schalteten die Gäste aber schnell um und in der 37. Minute dann die ganz große Chance: Bei einem Zwei-auf-Eins mit Patrick Klöpper zog Filips Buncis ab und nagelte das Hartgummi an die Latte. Gut zwei Minuten vor der Pause dann aber die nächste Überzahl für die Ice Tiger – und wieder klingelte es. Patrick Reimer bekam den Querpass und hämmerte das Hartgummi vom Bullykreis in den Winkel – Quapp war obendrein die Sicht versperrt. 17:4 Schüsse für Nürnberg zeigen auch statistisch: Die Pausenführung der Gastgeber ging zu diesem Zeitpunkt vollkommen in Ordnung.

Der Schlussdurchgang sah dann Krefelder, die noch einmal alles nach vorn warfen und sie hatten die riesen Chance nach knapp drei Minuten, als Lessio über die rechte Seite durch ging und das Hartgummi erst am kurzen Eck gegen den Pfosten jagte. Den Abpraller brachte der Kanadier wieder an sich, brachte das Spielgerät erneut gefährlich in den Torraum. Dabei traf er Treutle an der Schiene, wieder sprang die Scheibe ans Gestänge und Krefelds Top-Torjäger arbeitete nochmal nach, eroberte die Scheibe erneut und zog noch einmal ab, nur, um dieses mal den anderen (Außen-)Prosten zu treffen – eine schier unglaubliche Szene. Weiter blieben die Pinguine offensiv und in der 48. war es erneut Lessio, der Christian Bull in Szene setzte, doch dessen Schuss wehrte einmal mehr Treutle ab. Immer wieder zirkulierten die Gäste nun den Puck stark im Nürnberger Drittel, doch am Ende waren die Abschlüsse etwas zu ungenau oder Treutle war da. Immer weiter arbeiteten die Pinguine und in der 56. Minute war das endlich von Erfolg gekrönt: Der zum Rookie des Jahres in der DEL nominierte Alex Blank eroberte die Scheibe und passte perfekt in die Mitte, wo Schymainski aus kurzer Distanz zum Schuss kam und das Hartgummi zum zwischenzeitlich hochverdienten Anschluss in die Maschen jagte. Knapp eineinhalb Minuten vor dem Ende ging Quapp vom Eis und die Pinguine versuchten noch einmal alles, doch es reichte nicht mehr – im Gegenteil: Zwei Sekunden vor dem Ende traf Daniel Schmölz zum 5:3.

So bleiben die Pinguine trotz einer weiteren starken Leistung und vor allem toller Moral weiterhin ohne Zähler in der Verzahnungsrunde. Trotzdem, die Leistung mit schmalem Kader machte Spaß und am morgigen Mittwoch in Straubing will das Team daran anknüpfen.

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