Kaiser-Wilhelm-Museum: Kräftige Ohrfeigen für James Bond und Indiana Jones

Noch als Student an der Düsseldorfer Kunstakademie habe Thomas Ruff seine Porträt-Fotos begonnen, berichtet Kuratorin Constanze Zawadzky.

Unter seinen einstigen Mitstudenten war auch die heutige Schweizer Malerin Pia Fries. Ihre Aufnahme hängt rechts in der Reihe der fünf großformatigen Porträts, welche die Besucher als erstes beim Rundgang durch die aktuelle Sammlungspräsentation zeitgenössischer Kunst im Krefelder Kaiser-Wilhelm-Museum erblicken. Im kleinen Oberlichtsaal konzentriert Zawadzky Vertreter der Düsseldorfer Fotoschule: Andreas Gursky mit „Ruhrtal", Candida Höfer mit „Bibliothèque Saint-Genevière, Paris II" und auch Thomas Struth, der unter anderem mit „Eleonor and Giles Robertson, Edinburgh" vertreten ist.

Bevor Struth in die Fotoklasse von Bernd Becher wechselte, studierte er an der Düsseldorfer Akademie Malerei bei Gerhard Richter. Dessen Gemälde „1024 Farben" - in der Flucht zu Gurskys „Ruhrtal" - führt in den nächsten Raum.Dort stellt Zawadzky mit Richter und Sigmar Polke zwei Positionen der klassischen, modernen Malerei gegenüber. Als zentrale Arbeit Polkes wählte sie sein Bild „Im Westen nichts Neues, Himmelstoß" für die Ausstellung. Umrahmt werden die beiden großformatigen Werke der Künstler mit mehreren ihrer Druckgrafiken. In drei weiteren Räume konzentriert sich die Kuratorin auf jeweils einen Künstler: Die walisische Objektkünstlerin Bethan Huws mit der Installation „Boats" sowie der guatemaltekische Künstler Naufus Ramirez-Figueroa und Gewinner des 16. Mies van der Rohe-Stipendiums mit „Fettered Flamingos". Nach seiner Ausstellung „Die Vereinigung zweier Flamingos auf einem Blechdach" im Museum Haus Esters wird dieses Werk nun erstmals im Kaiser-Wilhelm-Museum gezeigt. Ferner widmet Zawadzky dem Künstler Richard Allen Morris einen Raum. Die Krefelder Retrospektive 2004 gab den Anstoß zu seiner Wiederentdeckung. Außerhalb seiner kalifonischer Heimat San Diego war er seinerzeit weitgehend unbekannt. Während der Ausstellung in Krefeld verkaufte er mehrere Bilder an Privatsammler und Museen. Über die Heinz und Marianne Ebers-Stiftung konnten vor 15 Jahren diverse Werke angekauft werden, die nun präsentiert werden.Das Krefelder Haus widmete dem rumänisch-israelischen Konzeptkünstler Zvi Goldstein 1998 mit „to be there" eine Einzelausstellung. Nach einigen Jahren werden im Kaiser-Wilhelm-Museum nun wieder zwei seiner Werke gezeigt: Cultural Attraction und Black Box. Als weitere Position zeigt Zawadzky Arbeiten Hubert Kiecol unter anderem „Heilige VII". Dort schließen sich auch die beiden Räume an, die Joseph Beuys 1984 persönlich mit sieben großen plastischen Werken einrichtete. Im vorletzten Raum sind unter anderem Werke von Richard Artschwager (Mirror) und Don Graham (Pavilion Influenced by Moon) ausgestellt. Zum Abschluss setzt es kräftige Ohrfeigen für James Bond und Indiana Jones in der Videoinstallation „Love" (2003) von Tracey Moffatt und Gary Hillberg. Sie vereinen hier mehrere Filmsequenzen aus weltbekannten Hollywood-Produktionen samt deren Stars, die in ihren Rollen zuerst eine lange Reihe von sentimentalen und stereotypen Liebeserklärungen abgeben. Alles endet in verbaler als auch körperlicher Gewalt von Männern gegen Frauen und Frauen gegen Männer. So müssen James Bond und Indiana Jones einige Ohrfeigen einstecken.

Fotos: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, A. Bischof

 

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