Frank Meyer: „Den Wandel der Arbeitswelt nicht den Chefetagen überlassen“

Die Zukunft der Arbeit und die Herausforderungen von Globalisierung und Digitalisierung standen am Montag im Mittelpunkt des Arbeitnehmerempfangs der Stadt Krefeld. Oberbürgermeister Frank Meyer begrüßte zum vierten Mal zahlreiche Gewerkschafter und Betriebsräte im Historischen Ratssaal.

In seiner Rede forderte er sie dazu auf, den Wandel der Arbeitswelt aktiv mitzugestalten: „Man könnte den Eindruck gewinnen, dass die Trends, die unsere Arbeitswelt aktuell verändern, nichts anderes sind als eine Form von höherer Gewalt. Doch wir haben die Aufgabe und die Pflicht, den Wandel mitzugestalten und im Sinne der Menschen zu steuern. Denn ich denke, wir sind uns einig, dass am Ende nicht die Maschinen im Mittelpunkt unseres Denkens und Handelns stehen sollten und erst recht nicht die Börsenkurse, sondern wir alle, die wir mit unserer Arbeit nicht nur unseren Lebensunterhalt verdienen, sondern darin auch Sinn und Befriedigung finden."

Der Oberbürgermeister führte aus, dass nach aktuellen Schätzungen des Weltwirtschaftsforums bis 2025 weltweit rund 75 Millionen Jobs durch die Digitalisierung verloren gehen - aber umgekehrt auch 133 Millionen Jobs entstehen. „Das Überthema in diesem Zusammenhang lautet: Weiterbildung - und zwar Weiterbildung auf eine Weise, die Menschen mitnimmt und in ihren Interessen und Fähigkeiten ernst nimmt", erklärte Frank Meyer. „Und da keiner die Ängste und Bedürfnisse der Belegschaft besser kennt als die Betriebsräte, sind Sie alle in diesem Prozess nicht nur Komparsen, sondern Hauptdarsteller." Meyer forderte auch eine Stärkung der dualen Berufsausbildung, eine bessere Einbindung von Eingewanderten in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt sowie eine Stärkung der digitalen Kompetenz. „Bei all dem führt aus meiner Sicht kein Weg an den Betriebsräten und Gewerkschaften vorbei: Deshalb lassen Sie sich nicht einreden, dass Ihr Einfluss in einer Arbeitswelt, die sich immer schneller dreht und die immer mehr Flexibilität fordert, sinken könnte. Im Gegenteil: Gerade in einer solchen Arbeitswelt werden Sie dringend gebraucht - Sie dürfen den Wandel der nächsten Jahre und Jahrzehnte nicht allein den Chefetagen überlassen", betonte der Oberbürgermeister.

Kehrseite des schnellen Wandels

Als Kehrseite des schnellen Wandels der Arbeitswelt benannte Frank Meyer die Zunahme psychischer Erkrankungen: „Die Generation unserer Eltern konnte noch davon ausgehen, von der Lehre bis zur Rente im gleichen Betrieb zu bleiben, im Zweifel sogar recht ähnliche Aufgaben zu erledigen. Heute verlangen die Betriebe - da nehme ich uns als Stadtverwaltung keinesfalls aus - von ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erhöhte Flexibilität, Mobilität, kreative Neugier, vernetztes Denken, lebenslanges Lernen und, und, und. Es ist kein Wunder, dass der eine oder die andere sich davon überfordert, gestresst und irgendwann ausgelaugt fühlt."

In diesem Zusammenhang sprach sich Frank Meyer für eine Stärkung präventiver Angebote über Sport und gesunde Ernährung aus und brachte auch das „Healthy Building Network" der städtischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft zur Sprache. „Wir stehen dem Wandel unserer Arbeitswelt nicht wehrlos gegenüber, sondern wir können ihn gemeinsam gestalten. Krefeld hat ganz gute Voraussetzungen und Rahmenbedingungen dafür." Denn erstens stehe die Stadt wirtschaftlich immer besser da, sei es in der Ansiedlungspolitik, beim städtischen Haushalt oder bei den Arbeitslosenzahlen, die seit 2014 gesunken seien. Zweitens habe Krefeld eine lange Tradition, Innovationen und Veränderungen positiv gegenüber zu stehen. Dies werde aktuell im Jubiläumsjahr „100 Jahre Bauhaus" besonders deutlich. „Und drittens haben wir in Krefeld die gute Angewohnheit, dass wir neuen Herausforderungen gemeinsam begegnen, statt künstliche Mäuerchen zu errichten und nur auf eigene Rechnung zu arbeiten." Ein gutes aktuelles Beispiel dafür sei der „Aktionsplan Wirtschaft", in dem neben der Stadt Krefeld, der IHK, den Unternehmen und der Hochschule auch die Gewerkschaften eifrig mitarbeiten. In mehreren Arbeitsgruppen geht es dort um eben jene Zukunftsthemen der Arbeitswelt: Mobilität, Bildung, Infrastruktur, Urbanität, Gründung und natürlich Digitalisierung.

Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation

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