Ehrenamtler unterstützen die Arbeit im Stadtarchiv

900.000 Fotonegative erschließen - das ist eine gewaltige Herausforderung.

Angenommen hat diese Thomas Sieben im Stadtarchiv Krefeld. Der Lehrer im Ruhestand begann als ehrenamtliche Kraft im vergangenen Herbst, den Bestand des Krefelder Pressefotografen Axel Gayk zu erfassen. Das bedeutet, er schaut sich jedes Negativ an und gleicht es mit den Tageszeitungen aus den 1950er-Jahren bis in die 2000er-Jahre und den dazugehörigen Berichten sowie Meldungen ab. Dabei entdeckte er sich sogar selbst auf einer Aufnahme von 1958: Da sitzt er auf dem Schoß einer Krankenschwester im Uerdinger Josefshospital. „Ich kenne das Foto, aber ich wusste nicht, dass es von Axel Gayk ist", sagt der gebürtige Krefelder.

"Früher gab es mehr Bäume!"

 

Die ehrenamtliche Arbeit von Thomas Sieben bildet einen wichtigen und wertvollen Beitrag für das Archiv. „Er trägt die Angaben in unsere Datenbank ein. Erst so wird ein Foto im Archiv nutzbar", erklärt Dr. Christoph Moß, stellvertretender Leiter. Benutzer können dann mit Schlagworten nach Fotos suchen und finden. Etwa fünf bis sechs Stunden kommt Sieben jede Woche ins Archiv. Vier Stunden sind es, wenn er an seiner alten Schule trotz Ruhestand noch unterrichtet. „Heimatkunde war immer ein Thema für mich", sagt Sieben. Und schon vorher nutzte er den Fotobestand des Hauses für seine Interessen wie die hiesige Eisenbahngeschichte. Bei der Durchsicht der Gayk-Fotos fiel ihm unter anderem auf, dass es heute viel mehr Bäume in Krefeld gibt. „Die Stadt ist unheimlich grün geworden", so Sieben. Ansonsten ähnen sich Themen von damals mit der aktuellen Berichterstattung wie Bauen, Sauberkeit oder Gewalt. In seinem Freundeskreis kommt seine ehrenamtliche Arbeit gut an: „Klasse, dass Du das machst", sei eine häufige Reaktion. Die Hilfe von ehrenamtlichen Kräften in Archiven ist weit verbreitet, die Aufgaben vielfältig. „Wir suchen immer nach Unterstützung", sagt Moß. Einiges könne durch die festen Mitarbeiter eben nicht zeitnah bearbeitet werden, so dass man froh sei, wenn freiwillige Helfer dieses übernehmen. Die Erschließung der Reden des ehemaligen Krefelder Oberbürgermeisters Dieter Pützhofen von 1982 bis 1989 und von 1994 bis 2004 ist eine solche Arbeit. „Auch das ist ein großer Gewinn für unsere Nutzer", betont Moß. Seit März widmet sich Wilfried Sahlmann diesem Bestand. „Mich hat das Thema gereizt", sagt der ehemalige IT-Berater, der seit den 1980er-Jahren in Krefeld wohnt. Durch die Beschäftigung mit diesen Quellen reflektiere er noch mal die Ereignisse aus der Vergangenheit. „Ich finde heraus, was ich damals nicht wahrgenommen habe, beziehungsweise gewinne die Sicht der Politik dazu", so Sahlmann. In der Woche komme er für einen Tag in das Archiv, um an seiner Aufgabe weiterzuarbeiten. „Ich fühle mich hier sehr wohl", meint der Rentner, der unter anderem schon an einer Fortbildung im Stadtarchiv teilgenommen hat.

Weitere Helfer gesucht

„Die Reden sind leicht zu verzeichnen und deswegen ein guter Einstieg für einen neuen ehrenamtlichen Mitarbeiter", erklärt Moß. Wer in dem Archiv auch ehrenamtlich arbeiten möchte, sollte auf jeden Fall über ein vergleichbares Zeitbudget wie Sieben und Sahlmann verfügen, mindestens vier Stunden pro Woche, so der stellvertretende Archivleiter. Das Interesse an historischen Themen sowie ein Sinn für Ordnung und Struktur seien hilfreich. Eine Altersbeschränkung gibt es nicht, Vorwissen nicht notwendig. „Wir arbeiten neue Kräfte selbstverständlich ein", sagt Moß. Wer Interesse habe, kann sich an das Stadtarchiv, Girmesgath 120, unter 0 21 51 / 86 27 01 oder per E-Mail This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. wenden.

Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, Dirk Jochmann

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