Gutachter rät aus wirtschaftlichen Gründen von Sanierung ab

Jährlich steckt die Verwaltung mehr als drei Millionen Euro als Betriebskosten in die denkmalgeschütze Schwimm-Oper, die 1967 eröffnet worden ist. 1998 erfolgte eine große Sanierung, doch zahlreiche Elemente stammen noch aus den 1960er-Jahren. Das Gutachten kommt zu dem Schluss, dass der Bau mangelhaft sei, er Sicherheitsmängel vorweise und die Rettungswege sowie der Brandschutz nicht mehr stimmen. „Es wäre viel Geld nötig, wenn man sich für eine Sanierung entscheiden würde. Und in unseren Berechnungen ist das Thema Denkmalschutz noch außen vor", sagt Kurt Pelzer, Projektleiter der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen. 32 Millionen Euro (23 Millionen Euro für das Hallenbad, neun Millionen für das Freibad) wären nach Sicht der Deutsche Gesellschaft für das Badewesen für eine Sanierung mindestens nötig. „Und dann wissen wir immer noch nicht, was zwischendurch noch hinzukommt", so Pelzers. Vor allem aus wirtschaftlicher Sicht rät er von einer Entscheidung für die Sanierung ab. Für einen Neubau gäbe es zwei Varianten: Einen Neubau von Hallenbad und Freibad für knapp 61 Millionen Euro, oder einen Neubau von Hallenbad und einer Sanierung des Freibades für 53,4 Millionen Euro.

Alle Summen enthalten bereits Sicherheiten von 20 Prozent (Neubau) beziehungsweise 35 Prozent (Sanierung).Bevor man sich für eine der Lösungen entscheidet, so Pelzers, sei es aber unbedingt notwendig, den Krefelder Bedarf an Wasserfläche zu kennen. „Wir als Schulträger haben die Pflicht, Schülern Schwimmmöglichkeiten anzubieten. Hinzu kommen die vielen Schwimmvereine. Die Kür ist dann, auch der Öffentlichkeit ein attraktives Angebot zu unterbreiten", erklärt Sport-Dezernent Markus Schön. Sein Ziel ist es nun, in der Sport- und Bäderentwicklungsplanung diese Bedarfe zu klären und alle weiteren Fragen zu beantworten, um der Politik Ende des zweiten Quartals 2020 eine Beschlussvorlage zu liefern. Schön: „Heute ist der Tag der Wahrheit und der Beginn eines Prozesses. Dabei wollen wir keine Zeit verlieren, denn es ist bereits fünf nach zwölf." Auch für ihn sei eine Sanierung nur schwer vorstellbar, vor allem aus energetischen Gründen: „Wir reden von Klimanotfall- und wandel. Dieses Bad ist rein energetisch aber nicht sinnvoll nicht zu betreiben. Allein die riesige Fensterfront raubt viel Energie, wenn wir das Wasser auf eine Temperatur von 28 Grad und die Lauft auf 30 Grad erwärmen."Übrigens: Schon einmal, 1996, stand Krefeld vor der Entscheidung, das Bad zu sanieren oder es neu zu bauen. Der damalige Stadtrat hatte sich für den Umbau des denkmalgeschützten Bockumer Bades entschieden, während sich zahlreiche Bürger für ein neues Spaßbad mit Glasdach und Rutsche aussprachen. Es kam schließlich zu einem Bürgerbegehren „Neubau statt Umbau des Badezentrums". Dieses demokratische Mittel der Mitbestimmung war erst kurz zuvor eingerichtet worden, es war damit das erste seiner Art in Krefeld. Am 16. April des Folgejahres ließ der Rat das Bürgerbegehren zu, untermauerte aber gleichzeitig, an den Umbauplänen festzuhalten. Nach den gesetzlichen Bestimmungen im Jahr 1997 mussten sich mindestens 25 Prozent der Abstimmungsberechtigten an dem Bürgerentscheid beteiligen, damit dieser überhaupt geltend wurde. Aber nur 21 286 von 176 439 Wahlberechtigten, also 12,5 Prozent, beteiligten sich am Bürgerentscheid am 25. Mai 1997 (heute sind nach einer Novelle übrigens zehn Prozent ausreichend). 16 655 Wahlberechtigte sagten „Ja zum Neubau", nur 4555 „Nein", es gab 76 ungültigen Stimmen. Daher wurde das Anliegen der Bürgerinitiative damals verworfen.

Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation

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