Internationale Tagung von Textilforschern in Krefeld

Das weltweit wichtigste und größte Gremium für Wissenschaftler, die über historische Textilien forschen, tagt bis zum 10. Oktober in Krefeld: Das „Centre International d'Étude des Textiles Anciens" (Cieta). Wissenschaftler, Kuratoren, Museumsleiter und Universitäts-Professoren aus Europa, Asien und Nordamerika tauschen sich im Deutschen Textilmuseum während der mehrtägigen Konferenz über das Thema „Farben, Farbstoffe und die Bedeutung von Farben" aus.

„An der Tagung nehmen rund 120 Mitglieder teil. Die meisten kommen aus Europa und Amerika. Es sind aber auch Kollegen aus Russland und Japan angereist", berichtet Museumsleiterin Dr. Annette Schieck. Bei der Cieta-Konferenz handelt es sich um die größte internationale Tagung 2019 in Krefeld.Die Textilexperten kommen alle zwei Jahre zu einem großen thematischen Austausch zusammen, schauen sich Sammlungen an den Tagungsorten an und knüpfen internationale Kontakte für Forschungs- und Ausstellungsprojekte.

„Es ist für uns eine große Freude, nun in Krefeld zu sein", sagt Professorin Birgitt Borkopp-Restle von der Universität Bern und Präsidentin von Cieta. Zuletzt habe man in der Eremitage in St. Petersburg getagt, erzählt Borkopp-Restle. Davor brauche sich aber das Krefelder Textilmuseum nicht zu verstecken, so die Cieta-Präsidentin, denn das Haus verfüge über einen Bestand, der sich mit den größten Sammlungen der Welt messen könne. „Für uns ist es eine große Ehre, diese Veranstaltung in Krefeld organisieren zu dürfen. Damit rücken wir das Museum und unsere Arbeit auf eine weltweit beachtete Plattform", sagt Schieck. Sie ist seit einigen Jahren Mitglied des Cieta-Vorstands, dem etwa 35 Personen von Museen und Institutionen unter anderem aus Paris, Wien, Mailand, New York, Bern, Los Angeles, Boston, Lyon und London angehören.

Diskussionen über Farbe und Textil

Anlässlich der aktuellen Ausstellung im Deutschen Textilmuseums diskutieren die Teilnehmer über Farbe und Textil. „Das Themenspektrum ist diesmal breit angelegt. Ich bin auf die einzelnen Beiträge schon sehr gespannt", so Schieck. Die Vorträge sind historisch-chronologisch geordnet, das heißt, sie beginnen in der Antike und enden in der Gegenwart. So geht es unter anderem um Farbstoffe in Textilien aus dem antiken und mittelalterlichen Sudan, Farben in Kirchengewändern aus Schweden um 1900 und die Verwendung von Preußisch-Blau in Japan im 19. Jahrhundert. Neben dem Vortragsprogramm werden die Teilnehmer auch die Stadt und die Region bei Exkursionen kennenlernen. „In Krefeld werden wir einen Stadtspaziergang machen und dabei das Haus der Seidenkultur, die Brauerei Wienges und die Manufaktur Rentmeister besuchen, einer der letzten hiesigen Textilhersteller", berichtet die Museumsleiterin. Weitere Exkursionen gehen in den Kreis Aachen und nach Köln.

Dem „Centre International d'Étude des Textiles Anciens" gehören rund 500 Wissenschaftler, Museumsdirektoren, Sammlungskuratoren und Professoren an. Nach Krefeld sind Teilnehmer unter anderem aus Japan, USA, Kanada, Russland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Schweden und der Schweiz sowie diversen europäischen Staaten gekommen. Zuletzt tagte Cieta 1985 in Krefeld. In den Zwischenjahren kommt der Vorstand für seine Sitzungen ebenfalls an wechselnden Orten zusammen, zuletzt 2018 in Lyon am Musée des Tissues. Schieck vertritt in diesem Kreis nicht nur das Deutsche Textilmuseum Krefeld, sondern die deutschen Mitglieder des Verbandes.

Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, A. Bischof

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