Kunstmuseen erhalten Schenkung von der Organisation „Outset"

Das „Zu-Verkaufen-Schild" vor dem Museum Haus Lange 2017 erregte allerhand öffentliche Aufregung.

Die vermeintliche Veräußerungsofferte der Bauhaus-Villa bildete das Vorspiel zur Ausstellung „Die Zugezogenen" des Künstlerduos Elmgreen & Dragset. Sie inszenierten den Moment des Einzugs einer fiktiven deutschen Familie, die sich aufgrund des Brexit entschieden hat, aus Großbritannien nach Deutschland zurückzukehren. Michael Elmgreen, Jahrgang 1961, und Ingar Dragset, Jahrgang 1969, kombinierten ihre eigenen skulpturalen Arbeiten mit vorgefundenen Möbeln und Artefakten, um ein häusliches Setting zu gestalten.

Dazu gehört auch die Dunkelkammer, der „Darkroom", den der Norweger und der Däne inszenierten. Als Kontrast zum weißen Raum „Le Vide" (Die Leere) von Yves Klein wird dieser nun dauerhaft als Installation im Museum Haus Lange verbleiben. Ermöglicht wurde dies durch eine Schenkung der Non-Profit-Organisation „Outset - Deutschland und Schweiz".Outset definiert sich als Vermittlerin zwischen privatem Mäzenatentum, Künstlern und öffentlichen Museen. Die in derzeit neun Ländern aktive Organisation fördert den Ankauf von zeitgenössischer Kunst für öffentliche Institutionen. Dabei werden die eingenommenen Spenden zu 100 Prozent für Projekte verwendet. Die Kunsthistorikerin Bettina Böhm leitet als Direktorin seit 2016 Outset Deutschland, seit 2017 erweitert um die Schweiz. Mit einigen „Outset-Patrons", Förderern und Gönnern der Organisation, besuchte sie vor zwei Jahren „Die Zugezogenen", kuratiert von Sammlustungskustodin Dr. Magdalena Holzhey und Irina Raskin. „Wir waren von dem Ort und dieser großartigen Ausstellung begeistert, vor allem von dem Darkroom", berichtet Böhm. Die Leiterin der Kunstmuseen Krefeld, Katia Baudin, habe dann den Wunsch geäußert, gerne ein Werk aus der Ausstellung anzukaufen - den Darkroom. Spontan haben die „Patrons" noch vor Ort überlegt, ob man es nicht ermöglichen könne. Mit Hilfe des Outset-Treuhänders Jan Fischer wurde so der Ankauf und damit die Schenkung an die Kunstmuseen Krefeld umgesetzt.„Man kommt in einen Raum, in dem man umgeben ist von Fotografien, Archiven, ein Raum, der viel mit Erinnerungen zu tun hat", beschreibt Baudin den „Darkroom". Die Dunkelkammer der Familie Lange wurde bis dato nicht für Ausstellungszwecke genutzt. Elmgreen & Dragset arrangierten dort eine nur von einem schwachen Rotlicht illuminierte intime Zelle, die das Leben des Vorbesitzers wiederspiegelt, Abgründe und familiäre Zwänge offenbart. „Dank Outset konnte die Dunkelkammer nun erworben werden und bleibt als Schenkung in Krefeld", freut sich Baudin. Diese stehe in der Tradition, die Sammlung der Kunstmuseen durch Schenkungen aus der Bürgerschaft zu erweitern. „Unser Ziel ist es, aus den Ausstellungen Objekte für die Sammlung zu halten. Wir wollen dann die wichtigste, die exemplarischste, die experimentierfreudigste Arbeit erwerben", so die Leiterin der Kunstmuseen. Zusammen mit „Le Vide" können die Besucher künftig zwei ortsspezifische Arbeiten in der Mies-van-der-Rohe-Villa besichtigen.

Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken

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