Kresch-Theater zeigt „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“

Der nüchterne Probenraum 3 in der Fabrik Heeder mit seiner grauen Betondecke und seinen silbernen Belüftungsschächten versprüht keinen märchenhaften Charme.

Das ändert sich jedoch schlagartig, als die Leiterin des Kresch-Theaters und Regisseurin, Isolde Wabra, den CD-Player anstellt und eine Titelmusik einsetzt, die sofort ein Gefühl von Weihnachten weckt: Drei Haselnüsse für Aschenbrödel. Auf einmal ist da so ein Zauber in diesem Zweckraum, in dem für das Weihnachtsmärchenstück des Krefelder Schauspiels für Kinder und Jugendliche geprobt wird.

In wenigen Tagen, am 1. Dezember, wird die Premiere sein. Das vornehmlich junge Ensemble übt schon in Kostümen. „Es macht großen Spaß, weil das Stück so vielfältig ist. Wir sind schon sehr auf die Reaktionen der Kinder gespannt", sagt Kim Sophie Scheele, die in Krefeld das Aschenbrödel spielt.Auf dem Probenplan stehen an diesem Morgen zwei Szenen: auf dem Gutshof und im Schloss. Auf dem Regiepult, einem zweckentfremdeten Bühnenelement, liegt aufgeschlagen das Drehbuch. Einige Passagen sind durchgestrichen, handschriftliche Anmerkungen stehen am Rand. Die Schauspieler stehen auf ihren Ausgangspositionen. Wabra nimmt sich den Text und sagt „Action". Die Gutshof-Szene beginnt mit dem rasanten „Hummelflug" des Komponisten Nikolai Rimski-Korsakow: Aschenbrödel und die Domestiken decken in hohem Tempo einen Tisch für das Abendmahl ein. Als das Werk vollbracht ist, stehen sie stramm für die böse Stiefmutter. „Steh' da nicht so rum", raunt sie Aschenbrödel an, die sofort zu putzen beginnt.

Der tschechisch-deutsche Märchenfilm „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" (1973) von Vaclav Vorlicek und Frantisek Pavlicek begeistert generationenübergreifend seit Jahrzehnten die Fernsehzuschauer. „Es ist die zauberhafte Geschichte von einem Mädchen, das im Schatten steht und dann endlich Beachtung findet", so Wabra. Sie orientiert sich zwar an der klassischen Vorlage. „Aber wir spielen modern", sagt die Regisseurin. Die Bühnenfassung von Uli Jäckle, die nun in Krefeld aufgeführt wird, kann das Kresch-Theater bereits vor der Premiere als Erfolg verbuchen. „Alle Schulaufführungen sind bereits ausverkauft und wir freuen uns auf 1799 Kinder", sagt Wabra. Hinzu kämen weitere Buchungen von Kitas. Karten gibt es nur noch für die Vorstellungen an den Adventssonntagen. Im Probenraum 3 positionieren sich die Ensemblemitglieder für die nächste Szene im Schloss: ein Stuhlpaar links und rechts sowie eine kleine Treppe bilden das spärliche Probenbild. Für die Studiobühne hat Frank Andermahr eine Pop-up-Kulisse entworfen. Die Spielorte Gutshof, Wald und Schloss können so schnell während des Spielens aufgeklappt werden. Im großen Saal des Schlosses stehen nun der Prinz (Frank Kleineberg) und sein Vater, der König (David Gerlach), wo sie anlässlich eines Balls auf die schönsten Töchter des Landes warten. Dorchen, Aschenbrödels Stiefschwester (Lina Maria Spieth), wirft sich dem Prinzen auf Geheiß ihrer Mutter (Thekla Viloo Fliesberg) gleich um den Hals. Der adlige Spross wehrt sie ab und möchte den Ball schon verlassen, doch dann steht eine verschleierte junge Frau ganz in Weiß vor ihm. Weil er ihre Rätsel jedoch nicht lösen kann, flieht sie abrupt, wobei sie einen Schuh verliert - alles läuft ohne Versprecher oder einen Ablauffehler. „Danke", sagt die Regisseurin und beendet damit die Vormittagsprobe in der Fabrik Heeder.

Karten gibt es noch für die Sonntage 1., 8., 15. und 22. Dezember, sowie für Freitag, 27. Dezember. Diese Vorstellungen beginnen jeweils um 16 Uhr in der Studiobühne 1 an der Virchowstraße 130. Weitere Informationen und Karten gibt es unter Telefon 0 21 51 / 86 26 26 und www.kresch.de.

Fotos: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, A. Bischof

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