Neues Café im KWM soll zum Beuys-Jahr fertig sein

Das neue Café im Kaiser-Wilhelm-Museum soll pünktlich zum Beuys-Jahr 2021 fertig sein.

Für März 2021 ist die Eröffnung des Innenraums geplant, möglichst bis zum Sommer soll auch die Außenterrasse komplett umgestaltet sein. „Für mich ist das Café der wichtigste Raum im ganzen Haus. Die Besucher erwarten dort eine einladende Atmosphäre, eine ansprechende Gestaltung und eine hohe Aufenthaltsqualität. Da wir zum Beuys-Jahr - wie schon beim Bauhaus-Jubiläum - Kunstinteressierte aus dem In- und Ausland in Krefeld erwarten, möchten wir bis dahin eine gute Lösung für unser Café entwickelt haben", sagt Katia Baudin, Direktorin der Krefelder Kunstmuseen.

Entwurf stammt von Robert Stadler

 

Diese Lösung soll nun in einem Entwurf des Designers Robert Stadler liegen, der aus Wien stammt und in Paris arbeitet. Seine gestalterische Vision für den Raum war im September 2019 erstmals öffentlich im Kultur- und Denkmalausschuss vorgestellt worden: Das Café ist gleichzeitig eine künstlerische Installation, die an die Tradition ortsspezifischer Arbeiten im Kaiser-Wilhelm-Museum und in den Häusern Lange und Esters anschließt. Unklar war bislang die Finanzierung, die Katia Baudin aus drei verschiedenen Komponenten stemmen möchte: Neben eigens bereitgestellten Mitteln der Stadt, die unter anderem die Akustik in dem hohen Raum verbessern sollen, fließen auch Sponsorengelder und Teile des Ankaufs- und Ausstellungsetats in die Neugestaltung des Cafés.
Die Corona-Krise war dabei Fluch und Segen zugleich. Denn einerseits machte die Epidemie das weitere Einwerben von externen Geldern aus Stiftungen, Fördertöpfen und von Unternehmen so gut wie unmöglich. Aber andererseits wurden dadurch Mittel aus Ausstellungen frei, die wegen Corona nicht stattfinden können. „Die Sponsoren, die wir bereits von unserer Idee überzeugt hatten, stehen trotz der schwierigen Zeiten zu ihrem Wort. Wir werden Sachspenden für das Café im sechsstelligen Bereich erhalten", sagt Katia Baudin. Das Finanzvolumen beziffert sie auf insgesamt rund 420.000 Euro für den Innen- und Außenbereich.

Thonet-Stühle als Verweis auf Wiener Cafékultur

Dafür soll laut Baudin ein „Gesamtkunstwerk" entstehen, das auf die Architektur der drei Häuser der Kunstmuseen und die textile Geschichte Krefelds verweist: Wichtige Fixpunkte dieses Werks sind Thonet-Stühle als Verweis auf Wiener Cafékultur, elegant geschwungene Tische, bequeme Polstermöbel mit Lounge-Charakter und ein gelber Vorhang, der an das Berliner Café „Samt und Seide" erinnert. 1927 hatten Ludwig Mies van der Rohe und Lily Reich diesen berühmten Entwurf für einen Messestand der deutschen Seidenindustrie gestaltet. Doch neben der Kunst soll auch die praktische Nutzbarkeit eine wichtige Rolle spielen. Gemeinsam mit dem designierten Pächter des Cafés wird derzeit die Ausstattung der Küche besprochen. Auch die Akustik, die stets Anlass zur Kritik geboten hatte, soll in Zusammenarbeit mit Robert Stadler durch Stoffe, Teppich und mobile Wände verbessert werden. Das neue Café soll gemütlich und wohnlich werden - und gleichzeitig ein Kunsterlebnis bieten, das einem Museum angemessen ist.

12. Mai 2021: Joseph Beuys würde 100 Jahre alt

Die konkrete Planungsphase für das neue Café, das noch keinen Namen hat, beginnt bereits im Juli. Und zur Eröffnung im März 2021 soll das Beuys-Jahr mit einer ersten Ausstellung bereits seine Schatten voraus werfen, bevor im Oktober mit einer großen Schau zu Beuys und Duchamps der Höhepunkt erreicht wird. Joseph Beuys, großer Sohn der Stadt Krefeld, wäre am 12. Mai 2021 100 Jahre alt geworden. Das wird in ganz Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus groß gefeiert - in Krefeld vermutlich im neuen Museumscafé.

Foto: Kunstmuseen Krefeld, Rendering: Studio Robert Stadler