Werke des Künstlers Thomas Schütte im „Krefeld Pavillon"

Die Verbindung zu Krefeld ist ganz eng gewesen.

Damals sind wir alle zehn Tage nach Krefeld gefahren. Das war eine Pilgerstätte", erinnert sich Thomas Schütte an seine Studentenzeit. Zusammen mit Oberbürgermeister und Kulturdezernent Frank Meyer, Christiane Lange sowie Rolf Schlue vom Projekt „MiK - Mies in Krefeld" steht der in Düsseldorf lebende Künstler in der von ihm entworfenen Skulptur „Pavillon Krefeld", den er im Auftrag von MiK für das Bauhausjahr konzipierte.

Schütte hat dort nun eine beispielhafte Auswahl seiner Arbeiten für die Ausstellung „Etwas fehlt" zusammengestellt, die einen konzentrierten Überblick auf das Werk des Bildhauers und Zeichners von seinen Anfängen Ende der 1970er-Jahre bis in die Gegenwart liefert.In sieben sogenannten Kojen, Räume, die sich zur Mitte hin öffnen, und zentral im Pavillon platzierte Schütte die Objekte, die teils aus der Studentenzeit an der Düsseldorfer Akademie stammen, wie „Mauer" (1977, Koje 4) und „Skizzen zum Projekt Großes Theater" (1980, Koje 7). Auf einem Bild der Reihe mit Kinderspielzeugfiguren aus den Science-Fiction-Serien „Star Trek" und „Star Wars" steht auf einem Theaterschild „Etwas fehlt.", woher sich der Ausstellungstitel ableitet. Zum Entstehen des Werks „Lager" (1978, Koje 2) berichtet Schütte: „Das Haltbarkeitsdatum der Lackfarben war schon abgelaufen, deshalb wurden sie günstiger verkauft. Der Farbtopf hat zehn D-Mark gekostet". Für einen Studenten sei das damals viel Geld gewesen. An der Akademie lernte Schütte von 1973 bis 1981 unter anderem bei Gerhard Richter. Und in dieser Zeit führte sein und der Weg vieler Kommilitonen eben auch immer wieder über den Rhein, in das Haus Lange und das Kaiser-Wilhelm-Museum, die damals zu den wichtigsten Häusern in Europa zählten, so Schütte. „Für jeden internationalen Künstler war das ein Begriff", sagt der 1954 in Oldenburg geborene Künstler.

Mann im Matsch

Im Museum Haus Lange zeigte Schütte dann 1986 selbst seine erste Einzelausstellung mit architektonischen Skulpturen. Mehrere seiner Werke befinden sich heute im Bestand der Kunstmuseen Krefeld, so „Bronzefrau Nummer II", die seit 2000 im Hof von Haus Esters steht. In der aktuellen Ausstellung in Haus Lange wird seine Arbeit „Mann im Matsch" (1982/2014) gezeigt, eine Schenkung des Künstlers. Eine Variante des „Mann im Matsch" (2018), hier mit Fahne, können Besucher in der Ausstellung „Etwas fehlt" sehen. Mit „Mann im Matsch" versuchte Schütte sich 1982 erstmals an der vollplastischen Darstellung einer menschlichen Figur, mit kleinen, aber auch großen Varianten, wie die über fünf Meter hohe Bronzeplastik im Innenhof der Landessparkasse Oldenburg (Mann im Matsch - der Suchende).

Öffnungszeiten

Die Ausstellung vom Projekt MIK im „Krefeld Pavillon" im Kaiserpark im Bereich Wilhelmshofallee Ecke Kaiserstraße (etwa 300 Meter von den Museen Haus Lange und Haus Esters entfernt) endet am 13. September. Der Krefeld Pavillon wurde von dem Künstler Thomas Schütte für die Bauhaus-Ausstellung „Bauhaus und Seidenindustrie" entworfen. Er ist eine von mehreren gebäudeartigen, begehbaren Großskulpturen des Künstlers. Ein Dokumentarfilm erzählt die Geschichte des Pavillons und führt in die Ausstellung ein. Zur Ausstellung erscheint eine Publikation. Öffnungszeiten sind samstags, sonntags und an Feiertagen von 12 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung per E-Mail an This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. . Der Eintrittspreis beträgt sechs Euro für alle Personen über 18 Jahren (Kinder und Jugendliche haben freien Eintritt). Führungen sind vorläufig nicht möglich, Änderungen wegen der Entwicklung der Corona-Pandemie werden unter www.projektmik.com veröffentlicht. Die Ausstellung wird gefördert von der Kunststiftung NRW.

Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, A. Bischof

Handy App

[Link]
   
[Link]
   
[Link]
Go to top