Oberbürgermeister Meyer: Wir müssen weiter Kitas bauen

Die Stadt Krefeld treibt den Ausbau der Kindertagesbetreuung weiter voran: In den vergangenen fünf Jahren wurden in Krefeld mehr als 800 Plätze in Kindertageseinrichtungen (Kitas) neu geschaffen - sowohl für unter wie auch für über Dreijährige.

Zu den aktuellen Kita-Neubauten zählt die Kita Appellweg, die im November fertiggestellt wird und dann ab Dezember ihre Tür für 90 Kinder öffnet, davon zehn mit Inklusionsbedarf. Zeitgleich geht die baugleiche Kita Cäcilienstraße in Hüls in Betrieb, ein Anbau an der Kita Krützboomweg für weitere 55 Kinder befindet sich ebenfalls im Bau. „Wir werden auch in den nächsten Jahren weitere Kitas bauen müssen und hierfür alle Register ziehen, um hunderte neuer Betreuungsplätze für unsere Stadt zu schaffen", sagte Oberbürgermeister Frank Meyer, der mit den Beigeordneten Marcus Beyer und Markus Schön kurz vor Beginn des neuen Kita-Jahres die Baustelle am Appellweg besichtigte.

Errichtet wird die Kita dort auf dem Grundstück der Sportanlage gegenüber der Hubert-Houben-Kampfbahn. Das ehemalige Vereinsheim und die Turnhalle wurden abgerissen. „In direkter Nachbarschaft entstehen hier eine neue, architektonisch ansprechende Kita und eine moderne Sportanlage - das ist ein großer Wurf für den gesamten Stadtteil und darüber hinaus", stellte Frank Meyer fest. „Die neue Kita bietet mit einer Fläche von mehr als 1.200 Quadratmetern Platz für sechs Gruppen, die geplanten Baukosten liegen bei 6,5 Millionen Euro", berichtete Baudezernent Marcus Beyer. Ihn begeistert besonders der Gedanke der Nachhaltigkeit, der sich durch die ganze Planung zieht. Das Projekt entsteht in einer Holzmodulbauweise mit flach geneigten und begrünten Dächern nach Plänen der Krefelder Architekten Kempen und Kleinheyer.

200 Quadratmeter großer Veranstaltungsraum

Architektin Bettina Kempen führte die Besucher über die Baustelle und erläuterte einige Besonderheiten der neuen Kita. Neben dem Einsatz nachhaltiger Baustoffe, vor allem Holz, habe man großen Wert auf eine multifunktionale Nutzung gelegt. Beispielsweise kann der Mehrzweckraum im Hauptgebäude durch das Wegfahren einer mobilen Wand mit dem nach oben hin offenen Bistro-Bereich verbunden werden. So entsteht ein 200 Quadratmeter großer Veranstaltungsraum, die Treppe zum Obergeschoss kann dann als Tribüne genutzt werden. „Bei der Planung einer Kita setzen wir auch unsere ‚Kinder-Brille' auf", erklärte Bettina Kempen. Im ganzen Haus sind Fensteröffnungen eingebaut, die zum Beispiel von den Fluren aus Einblicke in die Gruppenräume gewähren. Ganz im Sinne des geplanten „offenen pädagogischen Konzepts" soll dies die Kinder ermuntern, sich an Aktionen zu beteiligen. Für die 25 Mitarbeitenden ist ein großer Aufenthaltsraum mit Teeküche und Terrasse vorgesehen. Der Deutsche Kinderschutzbund, der die Trägerschaft der Kita übernommen hat, habe überraschend schnell Erzieher gefunden, die sich auf das neue Konzept in der modernen Kita freuen, so Kempen. Für die Zukunft ist die Zertifizierung als Familienzentrum vorgesehen - auch hierfür sind Räume geplant.

Weitere Kitas in der Umsetzung

Wie es mit dem Kita-Ausbau in Krefeld weitergeht, berichtete der Beigeordnete Markus Schön: „Kurz- bis mittelfristig gehen folgende Kitas in die Umsetzung: Randstraße (100 Kinder), Kanesdyk (Anbau), Schwertstraße (70 Kinder), Neuer Weg (70 Kinder), Dürerstraße (70 Kinder), Weidenröschenweg (50 Kinder), Fischeln Süd-West (100 Kinder), Emil-Schäfer-Straße (100 Kinder) und Hofstraße (Haus der Bildung: 100 Kinder)". Weitere Projekte befinden sich in der Prüfung oder in Absprache mit Investoren. „Parallel läuft der Ausbau der Kindertagespflege „KTP 1000+", die zusätzlich 330 Betreuungsplätze bringen soll", so Schön.

Es fehlen insgesamt mehr als 1.500 Kita-Plätze

Und dennoch kann die Bautätigkeit der Stadt nicht mit der Einwohnerentwicklung Schritt halten. Die mittlerweile erreichte Versorgungsquote im U3-Bereich von über 35,3 Prozent reicht noch nicht aus, es fehlen insgesamt mehr als 1.500 Kita-Plätze. „Dies liegt zum einen an der steigenden Geburtenrate, zum anderen erfordern die veränderten Auflagen des Landschaftsverbands Rheinland mehr Platz in den Kitas für weniger Kinder. Zudem ändern sich die Lebensverhältnisse der Familien, die immer mehr Beruf und Familie vereinbaren möchten. Deshalb gehen wir mittlerweile von einer Versorgungsquote von mehr als 40 Prozent im U3-Bereich aus," erläutert Schön. Aktuell leben in Krefeld 6.465 Kinder unter drei Jahre, 6.424 sind über drei Jahre alt - das sind fast 2.000 kleine Kinder mehr als noch 2015.

Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, Andreas Bischof

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