Vor dem Schulstart stellt der Krisenstab die Weichen

Kurz vor dem Schulstart in Nordrhein-Westfalen ist die Stimmung im städtischen Krisenstab ruhig, aber wachsam.

Die Rückkehr von Urlaubern aus Risikogebieten und der Neustart in Kitas und Schulen fallen zeitlich zusammen - und daraus entsteht, wie Oberbürgermeister Frank Meyer formuliert, „eine komische Gemengelage". Er sei froh, dass die Stadt weder der Krisenstab aufgelöst noch das Diagnosezentrum geschlossen habe, als die Zahlen nach unten gingen. Frank Meyer: „Jetzt tagen wir wieder zweimal pro Woche - und das gibt uns die Chance, die Entwicklung genau zu beobachten."

Schulen sind gut vorbereitet

 

Die Schulen sind nach Aussage von Schulrätin Marita Koblenz-Lüschow und Schulamtsleiter Jürgen Maas gut auf den Neustart vorbereitet. „Am Mittwoch steigen in Krefeld rund 32.000 Schülerinnen und Schüler in den Vollbetrieb ein - das wird eine ganz andere Hausnummer als vor den Ferien", sagt Jürgen Maas. Vorab wurden die Schulen mit zehntausenden Masken ausgestattet - teils vom Land, teils dank der Spende eines Krefelder Unternehmens. So ist garantiert, dass die Maskenpflicht in jedem Fall eingehalten werden kann. Ab der fünften Klasse gilt sie auf Wunsch der Landesregierung sogar im Unterricht.

Kein Sportunterricht in Turnhallen bis in die Herbstferien

Auch für eine klare Wegeführung im Gebäude und die regelmäßige Durchlüftung aller Räume ist an Krefelds Schulen gesorgt. Bis zu den Herbstferien darf kein Sportunterricht in Turnhallen stattfinden, sondern nur im Freien. „Ich freue mich, dass auch die Einschulungsfeiern aufgrund des guten Wetters problemlos draußen stattfinden können", sagt Marita Koblenz-Lüschow. Sie berichtet, dass einige Lehrer aus Risikogruppen weiterhin für den Unterricht ausfallen, aber die Lage sei beherrschbar. „Keine Schule hat eine Notstandsmeldung an uns rausgeschickt", erklärt Koblenz-Lüschow. Alle zwei Wochen sollen Corona-Tests für das Lehr- und Kitapersonal vor Ort angeboten werden.

5000 Tablets sollen kommen

Echte Herausforderungen ergeben sich aus der Anreise der Schülerschaft mit Bus und Bahn, vor allem zu den stark frequentierten Bereichen in Uerdingen und an der Westparkstraße. Der Unterricht beginnt hier teilweise versetzt, um die Situation zu entzerren. Außerdem haben die Stadtwerke zugesagt, an den Brennpunkten „mit maximaler Logistik" an den Start zu gehen, wie Jürgen Maas erklärt. Die Schüler seien auch aufgefordert worden, andere Verkehrsmittel zu benutzen. Sollte es doch wieder zum Unterricht auf Distanz kommen, sind auch dafür Vorbereitungen getroffen: Krefeld erwartet 2,5 Millionen Euro vom Bund für die Anschaffung digitaler Endgeräte für Schüler aus finanzschwachen Familien - davon lassen sich laut Jürgen Maas etwa 5000 Tablets bestellen.

Zahlen steigen

Schon vor dem Schulstart nimmt die Zahl der Corona-Erkrankungen in Krefeld weiter zu: Seit Freitag wurden 13 neue Infektionen verzeichnet. 757 positive Testergebnisse stehen insgesamt zu Buche. Akut infiziert sind in Krefeld derzeit 51 Menschen, 682 gelten als genesen. Der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage liegt bei neun. Erst bei einem Wert von 50 wäre die kritische Grenze überschritten. Weiterhin wird nur eine Person im Krankenhaus behandelt und dort auch beatmet. Die Zahl der Corona-Tests stieg auf nunmehr 11.367 Erstabstriche, 2.507-mal war eine Quarantäne erforderlich.

Um das Thema im Bewusstsein zu halten, will die Stadt Krefeld großformatige Plakate in der Stadt zum Einsatz bringen. „Corona bleibt gefährlich! Achten Sie auf sich und andere", heißt es dort. Beschworen wird die inzwischen allseits bekannte „Aha!"-Formel - Abstand, Hygiene, Alltagsmaske. „Wir wollen die Bürger noch mal daran erinnern, dass wir uns nach wie vor in einer ernsten Situation befinden. Wir haben es selbst in der Hand, wie es mit der Epidemie weitergeht", sagt Oberbürgermeister Frank Meyer.

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