„Rico, Oskar und die Tieferschatten" auf der Bühne

Mit einem echten Highlight für Familien wartet zum Start der neuen Spielzeit das Kresch-Theater in der Fabrik Heeder auf

Gezeigt wird dort ab dem 20. September das Stück „Rico, Oskar und die Tieferschatten" nach einer Romanvorlage des Kinderbuchautors Andreas Steinhöfel. Erzählt wird die Geschichte einer außergewöhnlichen Freundschaft zweier Berliner Jungen, die einen Kriminalfall um einen Kindesentführer aufklären. Rico nennt sich selbst „tiefbegabt" - er besucht eine Förderschule und hat seinen ganz besonderen Blick auf die Welt, der er auf seine Art Geheimnisse entlockt.

Er entwickelt eine Freundschaft zu Oskar, ebenfalls ein Außenseiter, weil „hochbegabt". Gemeinsam kämpft sich dieses ungewöhnliche Gespann durch die Wirrnisse eines Berliner Mietshauses mit lauter skurrilen Typen. Als der gefürchtete Mister 2000 dann Oskar entführt, ist Rico plötzlich gefragt. Es öffnen sich immer neue Türen in diesem Stück - bildlich und buchstäblich: Andreas Steinhöfel gewährt Alt und Jung in der Geschichte Einblick in eine bildreiche, poetische und manchmal doch recht harsche Berliner Welt. Die über allem schwebende Botschaft: Die Kraft der sich anziehenden Gegensätze kann jedes Unheil besiegen.Das Motto dieser neuen Kresch-Spielzeit lautet „Einfach mal anders". Der Titel sei in Corona-Zeiten bewusst gewählt, sagt Kresch-Leiterin Isolde Wabra, deren Haus durch die gegenwärtige Pandemie vor besondere Herausforderungen gestellt wurde. Abstände sind im Zuschauerraum einzuhalten, Masken sind beim Gang zum Platz zu tragen. Einfach mal anders - das soll aber auch eine Botschaft an die Zuschauer sein: „Jedes Kind ist wertvoll, so wie es ist", sagt Isolde Wabra. Kinder würden heute zu schnell in Schubladen eingeordnet. Wabra will mit der Auswahl des Stückes für Kinder ab neun Jahre auch die Botschaft weitergeben, dass „Unterschiede die Persönlichkeit eines Menschen ausmachen". Zu der Erkenntnis würden im Stück am Ende auch Rico und Oskar geführt. Für den Roman wurde Steinhöfel unter anderem mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet. Helmut Wenderoth, Dramaturg des Stückes, nennt Steinhöfel einen „Glücksfall für die deutsche Jugendbuchliteratur". Ihm gelinge es in diesem Stück, mit den Zuschreibungen von cool und uncool zu spielen. Im Theaterstück würden ernstzunehmende Erwachsenenfragen kindgerecht behandelt.

Herausforderung: Die Corona-Vorgaben einhalten

Am Kresch führt Sven Jenkel bei dem 80-minütigen Stück Regie. Die besondere Herausforderung lag auch für den gebürtigen Schweriner bei seinem Gastspiel darin, die Corona-Vorgaben einzuhalten: Abstand zwischen den Schauspielern, wenig Direktkontakt. Am Kresch umgeht man im Falle von Rico und Oskar die Vorgaben aber geschickt: Die Schauspieler Philipp Burkhard Winkler (Rico) und Dorothea Booz (Oskar) sind auch privat ein Paar. Entsprechend dürfen sie sich auf der Bühne näherkommen. Prägend für das reduzierte Bühnenbild sind mehrere bunte Türen, die immer wieder von verschiedenen Charakteren geöffnet werden: David Gerlach spielt den seltsam-schnoddrigen Herrn Fitzek, Thekla Viloo Fliesberg spielt unter anderem die Fleischverkäuferin Frau Dahling. Es sind viele Bezugspersonen, die das muntere Gespann Rico & Oscar in den rasanten 80 Theaterminuten prägen. Turbulent gerät etwa eine Verfolgungsszene, in der die Schauspieler über eine neue Wendeltreppe die Etagen wechseln und sich zu Ska-Sounds in gespielter Zeitlupe einzufangen versuchen - ein urkomischer Anblick. Auf die neu angeschaffte Wendeltreppe ist Isolde Wabra besonders stolz, ebenso darauf, dass mit dem jungen Krefelder Künstler Karl Uhlenbrock ein neuer Plakatmaler für das Kresch gewonnen werden konnte. Die gemalten Plakate seien bei vielen Kindern beliebt und würden, so habe sie erfahren, schon manches Kinderzimmer schmücken.

Maximale Zuschauerzahl: 60

Im freien Verkauf ist die Zuschauerzahl für dieses Kresch-Stück auf maximal 60 begrenzt. Personen aus einem Haushalt müssen auf die Abstände nicht achten, dürfen in Kleingruppen sitzen. Bei Schulvorstellungen sind maximal zwei Klassen einer Schule zugelassen. Die Schulen sollten im Vorfeld selbst festlegen können, ob eine Maskenpflicht auch während des Stückes im Theaterraum aufrechterhalten wird, sagt Wabra. „Das Gefühl, angstfrei im Theater zu sei, geht für uns vor."

Premiere ist am Sonntag, 20. September, ab 18 Uhr in der Fabrik Heeder, Virchowstraße 130, Studiobühne 1. Die Premiere und die weiteren Septembertermine sind allerdings ausverkauft. Für die Oktoberveranstaltungen gibt es noch Karten. Schulaufführungen können gebucht werden unter Telefon 0 21 51 / 86 26 26 und per E-Mail an This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. . Der Eintritt kostet fünf Euro für Kinder und Jugendliche, zwölf Euro für Erwachsene. Schülergruppen ab zehn Personen zahlen vier Euro pro Person.

Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, Andreas Bischof

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