Longlist: 20 Bücher haben Chancen auf den Fantasy-Preis

Fantastische Welten, märchenhafte Erlebnisse, erschreckende Zukunftsvisionen: Mehr als 150 Autoren aus dem deutschsprachigen Raum bewerben sich aktuell um den „Krefelder Preis für Fantastische Literatur".

Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung wird im kommenden Jahr erstmals verliehen. Nach der ersten Sitzung der fünfköpfigen Fachjury hat die Stadt Krefeld eine Longlist mit 20 Titeln veröffentlicht, die nun die Chance haben, den Preis zu erhalten. Für Anfang Dezember ist eine Shortlist mit dann nur noch fünf Kandidaten angekündigt. Die Jury zeigte sich begeistert darüber, wie vielfältig und qualitativ hochwertig das Feld der Einsendungen war.

Auf der Longlist finden sich neben Eigenveröffentlichungen und spezialisierten Kleinverlagen auch die ganz großen Verlagshäuser.Die Longlist spiegelt die gesamte Bandbreite fantastischer Literatur in Deutschland. Sie reicht von Kindern- und Jugendbüchern wie Kira Gembris „Ruby Fairygale" oder Christian von Asters „Sieben Arten Dunkelheit" über klassische Fantasy wie Katharina Secks „Die letzte Dichterin" und „Im Reich des toten Königs" von Carsten Steenbergen bis hin zu gesellschaftskritischer Science Fiction wie Theresa Hannigs „Die Unvollkommenen" und Timo Leibigs „Nanos - Sie bestimmen was du denkst". Auch der historisch inspirierte Fantasy-Roman „Die dunklen Lande" von Markus Heitz und der Thriller „NSA" von Bestsellerautor Andreas Eschbach, der in einer Art alternativem Dritten Reich spielt, sind auf der Longlist gelandet. Mit „Die Schöne und die Biester" von Boris Koch und Frauke Berger hat es auch eine Graphic Novel, mit Julia Adrians „Winters zerbrechlicher Fluch" auch ein moderner Märchenstoff in die engere Auswahl geschafft.Insgesamt hat die Stadt Krefeld für den ersten „Krefelder Preis für Fantastische Literatur" 157 Einsendungen erhalten, zumeist aus Deutschland, aber auch aus Österreich, der Schweiz und Norwegen. Die Jury, bestehend aus Oberbürgermeister Frank Meyer, der städtischen Kulturbeauftragten Dr. Gabriele König, der Leiterin des Museums Burg Linn, Dr. Jennifer Morscheiser, der Schriftstellerin und Vorstandsmitglied von PAN (Phantastische Autoren Netzwerk), Fabienne Siegmund, und dem renommierten Lektoren Helmut W. Pesch, hat die Werke studiert und wird sich bis zum Jahreswechsel auf einen Preisträger verständigen. Aufgrund der Corona-Epidemie wird die offizielle Verleihung auf den Sommer 2021 verschoben.

Ein Pentagondodekaeder für den Preisträger

Mit der neu geschaffenen Auszeichnung würdigt die Stadt Krefeld herausragende Romane oder Graphic Novels in deutscher Sprache, die sich mit Märchen, Sagen, Fantasy, Science-Fiction und anderen Inhalten der Fantastik beschäftigen. Der Preis, der in Form eines zwölfseitigen Würfels (Pentagondodekaeder) überreicht wird, soll ab 2021 alle zwei Jahre vergeben werden. Der zwölfeckige Würfel, der als Vorlage für die Trophäe dienen wird, ist ein archäologisches Fundstück aus dem nahe gelegenen Gelleper Gräberfeld, das in der Dauerausstellung im Museum Burg Linn zu sehen ist. Es gilt als eines der spannendsten Rätsel der Archäologie, weil bis heute niemand weiß, was eigentlich sein Zweck war. Entsprechend soll bereits dieses Objekt, das der Preisträger als Kopie erhält, die Fantasie anregen. Mit der Stiftung des neuen Preises möchte die Stadt Krefeld hochwertige Geschichten aus der Fantastik für eine breitere Öffentlichkeit entdecken und vor allem Kinder und Jugendliche für Literatur begeistern: Denn nicht erst seit „Harry Potter" ist Fantasy ein bevorzugtes Genre bei jungen Menschen.

Die Longlist im Einzelnen:

Julia Adrian: „Winters zerbrechlicher Fluch" (Drachenmond)
Christian von Aster: „Sieben Arten Dunkelheit" (Thienemann)
Michael Bahn: „Simon Brand -Hüter der Welt: #ghosting" (Eigenverlag)
Nina Bellem: „Im Schatten der Raunacht" (Drachenmond)
Thilo Corzilius: „Diebe der Nacht" (Klett-Cotta)
Rafaela Creydt: „Der letzte Winter der ersten Stadt" (In Farbe und Bunt)
Andreas Eschbach: „NSA - Nationales Sicherheitsamt" (Bastei Lübbe)
Kira Gembri: „Ruby Fairygale" (Loewe)
Theresa Hannig: „Die Unvollkommenen" (Bastei Lübbe)
Katharina Hartwell: „Die Silbermeersaga - Der König der Krähen" (Loewe)
Markus Heitz: „Die dunkelen Lande" (Knaur)
Birgit Jäckel: „Das Erbe der Rauhnacht" (Eigenverlag)
Sameena Jehanzeb: „Was Preema nicht weiß" (Eigenverlag)
Boris Koch/Frauke Berger: „Die Schöne und die Biester" (Splitter)
Timo Leibig: „Nanos - Sie bestimmen, was Du denkst" (Penhaligon)
Diana Menschig: „Die alte Wassermühle" (Kampa)
Alexander Pechmann: „Die zehnte Muse" (Steidl)
Katharina Seck: „Die letzte Dichterin" (Bastei Lübbe)
Carsten Steenberg: „Im Reich des toten Königs" (Edition Roter Drache)
Mira Valentin: „Nordblut/Wölfe wie wir (Eigenverlag).

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