Kulturhilfsfonds: Stadt fördert die Szene mit 200.000 Euro

„Viele von uns leiden im Moment fast körperlich darunter, dass wir weitgehend ohne Kultur auskommen müssen. Aber für die Kulturschaffenden selbst sind die Folgen der Pandemie noch weitaus gravierender - sie sind in ihrer beruflichen Existenz gefährdet. Die Hilfe der Kommune mag da wie ein Tropfen auf dem heißen Stein wirken, aber sie ist ein wichtiges Signal, dass die Kulturfamilie in Krefeld zusammensteht. Ich hoffe, dass wir unseren Teil dazu beitragen, dass nach Corona ganz viele Türen wieder aufgehen, die heute geschlossen bleiben müssen", sagt Oberbürgermeister Frank Meyer. Er lobte die enge Zusammenarbeit zwischen Politik, Verwaltung und freier Szene.

Im Sommer aus Gesprächen entstanden

Der Kulturhilfsfonds ist aus Gesprächen entstanden, die im Sommer zwischen Kulturpolitikern, Vertretern der Stadtverwaltung und der Initiative „Wir müssen reden!" geführt wurden. Im Ergebnis beschloss der Stadtrat am 20. August mit breiter Mehrheit die Gründung des Kulturhilfsfonds. Eine Jury, bestehend aus der städtischen Kulturbeauftragten Dr. Gabriele König, der jeweiligen Vorsitzenden des Kulturausschusses, dem Krefelder Kulturrat und einem Vertreter von „Wir müssen reden", entschied von September bis Dezember in monatlichen Sitzungen über insgesamt 73 eingegangene Anträge. „Ich bin dankbar, dass die freie Szene nach dem ersten Lockdown selbst die Initiative ergriffen hat. Und auch die Botschaft war genau richtig: ‚Wir müssen reden!' statt einfach nur ‚Ihr müsst machen!'", betont Frank Meyer, der auch als Kulturdezernent der Stadt Krefeld fungiert.

"Enorm, was wir erreicht haben!"

Auch die Vertreter der freien Szene blicken positiv auf die Ergebnisse: „Es ist enorm, was wir hier gemeinsam erreicht haben. Dieser städtische Fonds ist alles andere als selbstverständlich, und er hat unheimlich vielen Menschen Mut gemacht und ihnen gezeigt, dass ihre Arbeit gesehen und gehört wird", betont Kolja Amend von der Initiative „Wir müssen reden". Amend ist zugleich Vorstandsvorsitzender des Vereins Provinzgiganten, der den Adventskalender „Krefelder KulTÜRchen" im Internet realisiert, auch dies mit Unterstützung der Stadt in Höhe von 78.000 Euro.

Blick geht in die Zukunft

So waren sich alle einig: Der Kulturhilfsfonds hat Krefelder Künstlern und Kulturschaffenden geholfen, die Folgen der Pandemie abzufedern und neue Perspektiven zu entwickeln. Zugleich richtete sich der Blick der Beteiligten schon jetzt weiter in die Zukunft. „Wenn man Corona etwas Positives abgewinnen kann, dann, dass Leute miteinander ins Gespräch gekommen sind und die eindrucksvolle Vielfalt der Krefelder Kultur deutlich wurde. Einen solchen Austausch unter allen Akteuren aus Kulturszene, Politik und Verwaltung hat es in dieser Intensität vorher nicht gegeben. Auf dieses gute Miteinander können wir künftig sicher aufbauen", betont die Kulturbeauftragte der Stadt Krefeld, Dr. Gabriele König.

Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, A. Bischof

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