Corona-Schutzimpfungen in Krefeld

Corona-Schutzimpfungen in Krefeld auf gutem Weg

In einer Pressekonferenz im Rathaus hat Oberbürgermeister Frank Meyer angesichts deutlich steigender Zahlen von Todesfällen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie in Krefeld an die Bürgerinnen und Bürger appelliert, in der gegenwärtig schwierigen Phase besondere Rücksicht zu üben. „Von einer Entspannung bei der Corona-Pandemie sind wir meilenweit entfernt", sagte er in der Pressekonferenz gemeinsam mit Stadtdirektor Markus Schön, Gesundheitsdezernentin Sabine Lauxen und Schulamtsdirektorin Marita Koblenz-Lüschow.

Frank Meyer verwies auf die aktuellen Sterbefälle im Zusammenhang der Pandemie - 13 alleine in dieser Woche seit Montag. „Die Verstorbenen kommen zum großen Teil aus Heimen, es gibt aber keine Cluster, keine Heime mit vielen Fällen aktuell. Es sind immer Einzelfälle." Die Krefelder Krankenhäuser hätten zwar aktuell noch Bettenkapazitäten, sagte Sabine Lauxen. Die Lage sei aber weiterhin ernst.

Am 18. Januar beginnt die zweite Impfphase, auch die Kliniken starten

Grund zur Hoffnung besteht aufgrund der Fortschritte bei den Impfungen. Der 18. Januar ist in dieser Hinsicht ein wichtiges Datum: An diesem Tag werden die Krankenhäuser mit dem Impfstoff versorgt. Dort kann dann das Personal geimpft werden. Ebenfalls am 18. Januar beginnt die zweite Runde der Impfungen in den Pflegeheimen, nach dem Start der ersten Runde am 27. Dezember. Oberbürgermeister und Gesundheitsdezernentin zogen dazu auch eine erste Bilanz. Bis Freitagabend, 8. Januar, werden die Impfteams der Kassenärztlichen Vereinigung neun der insgesamt 30 Pflegeheime in Krefeld besucht haben. Rund 800 bis 1.000 Impfdosen sind dann verabreicht. „Die Heime sind sehr kooperativ", sagte Sabine Lauxen. Sie verschwieg aber auch nicht, dass sich eine deutliche Zahl von Pflegekräften in den Heimen bisher noch nicht impfen lassen will. Sowohl Frank Meyer als auch Markus Schön und Sabine Lauxen betonten, dass sie selbst sich unmittelbar impfen lassen werden, sobald sie an der Reihe sind. Frank Meyer machte aber deutlich, dass er nichts davon halte, dass er als Oberbürgermeister bei der Impfung Prioritäten genießen könnte. Erst sollten jene den Impfstoff erhalten, die ihn am dringendsten brauchen. „Ein großer Dank gilt Dr. Wilhelm Stutzinger als Leiter des Impfteams der Kassenärztlichen Vereinigung in Krefeld", sagte Frank Meyer. Die Impfungen seien bisher sehr gut organisiert gewesen. Hilfreich sei dabei auch gewesen, dass Stadt und Ärzteschaft sich bereits in den vergangenen Monaten der Pandemie in regelmäßigen Medizinerrunden ausgetauscht haben. „Das hat eine Vertrauensbasis geschaffen", sagte der Obrbürgermeister. Einen Beweis für die gute Organisation sieht er auch darin, dass keine einzige Impfdosis in Krefeld zurückgegeben werden musste. Offene Restdosen, die in Heimen nicht verimpft werden konnten, sind für die Feuerwehr bereitgestellt worden. Bis Mitte Februar werden täglich in Krefeld rund 180 Dosen Impfstoff verabreicht werden können.

Post für alle über 80-Jährigen

Ebenfalls am 18. Januar sollen Briefe an Krefelder im Alter von über 80 Jahren versendet werden, in denen das Land und Oberbürgermeister Frank Meyer auf die Regularien der Impfpraxis generell und in Krefeld speziell im Impfzentrum am Sprödentalplatz aufmerksam machen. Über die Telefonnummer 116 117 werden die Bürger dann Termine verabreden können. „Solche Termine werden ab der dritten Februarwoche möglich sein", sagte Gesundheitsdezernentin Sabine Lauxen. Bis Mitte April soll diese Phase der Impfung aller Menschen über 80 Jahren in Krefeld abgeschlossen sein. Sobald weitere Impfstoffe auch bei den Hausärzten ankommen, werden sich dann auch weite Teile der Bevölkerung impfen lassen können.

Notbetreuung in Schulen und Kitas

Vor Inkrafttreten der neuen Coronaschutzverordnung in NRW am Montag, 11. Januar, hat sich der Krisenstab außerdem mit den Auswirkungen für Krefeld befasst. Im Krisenstab wurde unter anderem festgelegt, dass auch mit dem Start der Notbetreuung in den Kitas und für die Klassen eins bis sechs ab Montag die Maskenpflicht für die Kinder in den Schulen aufrecht erhalten bleibt. Stadtdirektor Markus Schön appellierte an die Eltern, ihre Kinder nach Möglichkeit in dieser schweren Phase der Pandemie nicht in die Kitas oder Schulen gehen zu lassen. „Jeder muss jetzt das beitragen, was er kann. Für Familien ist es eine sehr herausfordernde Zeit, aber der Infektionsschutz muss in diesen Zeiten vorgehen." Die Schulen haben bereits ersten Rücklauf von Familien, die ihre Kinder in Notbetreuung geben wollen. Wie Schulamtsdirektorin Marita Koblenz-Lüschow mitteilt, gibt es dabei schon einige kleinere Schulen mit sehr hohen Betreuungszahlen. Stadtdirektor Markus Schön erwähnte auch, dass das Land NRW die Kita-Gebühren sowie die Gebühren für Tagespflege und Offene Ganztagsschule für den Monat Januar erlassen will. Die Hälfte der Kosten dafür wird das Land tragen, die andere Hälfte, 440.000 Euro, wird die Stadt Krefeld tragen müssen. Die Verwaltung wird der Krefelder Politik dazu einen Dringlichkeitsbeschluss vorlegen. Stadtdirektor Markus Schön verknüpft damit ebenso wie Schulamtsdirektorin Marita Koblenz-Lüschow die Hoffnung, dass die Eltern verantwortungsvoll handeln. „In der Notbetreuung werden alle Betreuungszeiten um zehn Stunden gekürzt", sagt Markus Schön. Dies erfolgt aufgrund der Tatsache, dass in den Kitas aus Schutzgründen kleinere Gruppen gebildet werden müssen, in den Schulen wiederum die Lehrkräfte ihre Schülerinnen und Schüler im Distanzunterricht betreuen sollen.

Keine Verlängerung der Maskenpflicht in der Innenstadt

Die Schließung der Einzelhandelsgeschäfte und die daraus resultierende geringe Passantenfrequenz auf den Einkaufsstraßen hat zur Folge, dass die Stadtverwaltung die Maskenpflicht in den hochfrequentierten Fußgängerbereichen vorerst aussetzt. Frank Meyer erklärt, dass davon in keinem Fall das Signal ausgehen sollte, dass das Coronavirus weniger ernst zu nehmen sei. Es sei jedoch geboten, eine solche Maskenpflicht angemessen rechtlich zu begründen. „Wir wollen nicht Gefahr laufen, dass ein Gericht diese temporäre Maskenpflicht von 8 bis 20 Uhr aufhebt. Sobald der Einzelhandel wieder öffnen darf, werden wir die Maskenpflicht wieder einführen", sagte Frank Meyer. Verlängert bis zum Monatsende wird in der gegenwärtigen Phase auch die Aussetzung der Parkgebühren in der City.

Handy App

[Link]
   
[Link]
   
[Link]
Go to top