Zoo Krefeld spürt starken Rückhalt aus der Bevölkerung

Affenhausbrand, monatelange Schließung wegen Corona, Tierverluste: 2020 war sicher das schwerste Jahr für den Zoo Krefeld in seiner über 80-jährigen Geschichte.

Trotz aller emotionalen Herausforderungen, der andauernden Trauerarbeit und herber Verluste von Tieren gibt es im Rückblick auch viel Gutes zu berichten. Der Rückhalt der Bevölkerung für den Zoo ist durch den Brand viel stärker geworden und dauert bis heute an. Das zeigt sich sowohl finanziell als auch ideell. So hat auch der Verein der Zoofreunde Krefeld über 2.000 neue Mitglieder gewonnen und damit zum Jahresende über 5.000 Mitglieder.

Bei den Tierpatenschaften zeigte sich ein ähnlicher Trend. Zum Jahreswechsel gab es 1.929 aktive Tierpatenschaften (2019: 884). Auch die Einnahmen in diesem Bereich konnten deutlich gesteigert werden. Zweimal riefen der Zoo und die Zoofreunde über die sozialen Netzwerke zu Geldspenden für Futterkauf auf. So kamen rund 100.000 Euro zusammen. Gespendet werden kann noch immer über den Link www.paypal.me/zookrefeld. Im normalerweise umsatzstarken Frühjahr musste der Zoo erstmals für 48 Tage wegen Corona schließen. Die zweite Schließung begann am 4. November und dauert bis heute an. Für Jahreskarteninhaber bedeutet die lange Schließung keinen Verlust. Ihre Karten wurden bereits im Frühjahr um den Zeitraum der Schließung verlängert. So wird der Zoo auch nach Ende der Winterschließung verfahren. Da der Zooshop ebenfalls von der Schließung betroffen ist, wurde ein Online-Zooshop eingerichtet, der neben dem Versand auch „Click & Collect" anbietet. Aktuell bereitet sich der Zoo auf die Wiedereröffnung vor. Die Erfahrungen aus dem letzten Jahr zeigen: Ein Corona konformer Betrieb ist durch eine Besucherzählung, ein Besucherleitsystem und Aufsicht in stark frequentierten Bereichen möglich.

Auch ohne Besucher hat sich im tierischen Bereich einiges getan. Der Umbau der Anlage für die bedrohten Bergzebras läuft auf Hochtouren. Die ersten Tiere können im späten Frühjahr in Krefeld einziehen. Bei den Stachelschweinen wird die Anlage modernisiert. Nach Abschluss der Arbeiten wird Stachelschwein Steffi einen Partner aus dem Zoo Schwerin bekommen. Aus dem Natur-Zoo Rheine ist Sumatratiger Leopold eingezogen. Der zweijährige Kater gewöhnt sich noch ein, bevor er mit der Katze Mau vergesellschaftet wird. Ebenfalls neu gestaltet wurden der Stall für die Spießböcke und die Anlage für die Mandschurenkraniche. Bei den Waldrentieren ist ein zweites weibliches Tier eingezogen. In diesem Jahr laufen auch die Detailplanungen zum Artenschutz-Zentrum Affenpark an. Bisher haben Zoo und Zoofreunde über 2,2 Millionen Euro zweckgebundene Spenden für den Neubau erhalten.

Die Zeit der Schließung wurde auch an anderen Stellen im Zoo gut genutzt und so können sich die Zoobesucher auf einige Neuerungen freuen. Ein 40 Meter langer Balancierpfad und ein Rutschen-Kletterturm bieten Anreize auch für ältere Kinder. An der Fischotteranlage ist ein kleiner Bachlauf entstanden. Wenn die Corona-Regeln es zulassen, wird es einige Veranstaltungen für große und kleine Zoofans geben. Neu ist die Führung „Morgens im Zoo: Frühstück der Tiere" im Juni, Juli und August. Ebenfalls neu sind die Sommerabende an allen Donnerstagen in den NRW-Sommerferien.

Als BNE-Bildungszentrum (Bildung für nachhaltige Entwicklung) bietet der Zoo in Zusammenarbeit mit dem WWF ein Zukunftscamp an. Die Artenschutzvorträge starten wieder am ersten Dienstag im April. Sie werden nach Möglichkeit als Präsenzveranstaltung und/oder über ZOOM stattfinden.

Foto: Zoo Krefeld, Petra Rüffer

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