Faire Rosen für Senioren in den Heimen am Rosenmontag

Mit einer besonderen Überraschung werden in diesem Jahr am Rosenmontag die Bewohner der Krefelder Seniorenheime beglückt: Das Team der Fairtrade-Stadt Krefeld wird fair gehandelte Rosen an die Heime und das Hospiz am Blumenplatz verschenken und will damit in der beschwerlichen Zeit der Pandemie eine kleine Freude bereiten.

Seit drei Jahren verteilt die Steuerungsgruppe der Fairtrade-Stadt Krefeld zum Weltfrauentag am 8. März fair gehandelte Rosen. Damit soll auch auf die schlechten Arbeitsbedingungen der Branche in den Produktionsländern aufmerksam gemacht werden. „In diesem Jahr haben wir einen anderen Ansatz gewählt", sagt Darina Finsterer, Mitglied der Steuerungsgruppe Fairtrade. Die Rosen werden am Rosenmontag, eigentlich der Höhepunkt des Straßenkarnevals, an besonders einsame oder immobile Menschen in den Heimen verteilt.

„Denjenigen, die in Zeiten dieser beschwerlichen Corona-Pandemie nicht im Gemeinschaftsraum essen oder auch dort einfach in Gesellschaft sein können, werden die Rosen hoffentlich etwas Freude in den Alltag bringen", sagt Janine Dietsch aus der Steuerungsgruppe. Mithilfe von Spendengeldern und einem Anteil an Mitteln aus dem Fairtrade-Topf werden vor Rosenmontag 29 Sträuße mit je 20 Rosen erworben. Kooperiert wird dabei mit einem Krefelder Blumenhändler, der auch fair gehandelte Rosen anbietet. Die Fair-Trade-Rosen sind einige Cent teurer als gewöhnlich, dafür werden die Arbeitenden in dieser Branche im globalen Süden fair bezahlt. Ab dem 15. Februar werden die Heime vom Fair-Trade-Team besucht, die Übergabe der Rosensträuße erfolgt unter Einhaltung aller Regeln der Corona-Pandemie nur am Eingang. Die Gruppe teilt sich auf, nur jeweils ein oder zwei Personen aus dem Steuerungsteam übergeben die Rosen am Heim. Die Heime geben die Blumen dann an die Senioren weiter oder stellen den Strauß an einem zentralen Ort für alle sichtbar auf.

Kettenreaktion in zwei Heimen

Erste Krefelder Heime haben sich nach Ankündigung der Aktion schon bei Darina Finsterer aus der Steuerungsgruppe zurückgemeldet. „Zwei Heime haben sogar angekündigt, weitere faire Rosen zu erwerben, damit alle dort Wohnenden eine faire Rose erhalten können", sagt Darina Finsterer. Ein weiteres Heim veranstalte eine Aktion zum fairen Handel mit den Bewohnern anlässlich der Übergabe der Rosen. „Auch bei mir haben sich Heimleitungen gemeldet und sich für die Aktion bedankt", sagt Krefelds Gesundheitsdezernentin Sabine Lauxen, die die Aktivitäten rund um den fairen Handel sehr unterstützt.

Krefeld ist Fair-Trade-Town

Die Fairtrade-Rosen sind nur eine von vielen Aktivitäten der Steuerungsgruppe in Krefeld für den fairen Handel. Im September 2018 hat Krefeld erstmals ein spezielles Siegel erhalten und darf sich somit Fairtrade-Stadt nennen. Ausgezeichnet werden die Kommunen von einer speziellen Fair-Trade-Zertifizierungsstelle. In Deutschland übernimmt diese Zertifizierung der Verein Transfair mit Sitz in Köln-Sülz. Krefeld hat sich mit dem Beitritt zu den Fair-Trade-Towns verpflichtet, den fairen Handel auf kommunaler Ebene besonders zu fördern. Fairtrade steht insbesondere für gerechte Produktionsbedingungen sowie soziale und umweltschonende Herstellungs- und Handelsstrukturen. Die Kampagne „Fairtrade-Town" bündelt Aktivitäten zum fairen Handel, positioniert die Kommune als sozial verantwortlich und weltoffen, soll das faire Bewusstsein bei den Bürgern schaffen und steht für eine internationale Vernetzung mit über 2.200 Fairtrade-Kommunen in 36 Ländern, davon knapp 700 in Deutschland.

Die Fairtrade-Steuerungsgruppe koordiniert in Krefeld verschiedene Aktionen rund um den fairen Handel. Die Gruppe besteht aktuell aus sieben Mitgliedern aus Kommune, Weltladen, Kirche, Verbraucherzentrale, Friedensbündnis und Frauenforum. „Dass wir eine so aktive Fairtrade-Steuerungsgruppe in Krefeld haben, ist ein großer Gewinn", sagt Sabine Lauxen. Sie kündigt weitere Aktionen für fairen Handel an. Demnächst werden an zwei Verwaltungsstandorten sogenannte „Fair-o-maten" aufgestellt, aus denen sich die Mitarbeitenden fair gehandelte Snacks ziehen können.

Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation

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