Kaum Absagen von Terminen für AstraZeneca-Impfstoff

Die Impfungen mit dem AstraZeneca-Präparat im Krefelder Impfzentrum sind sehr gut angelaufen.

Das hat Krefelds Gesundheitsdezernentin Sabine Lauxen am Freitag in einer Video-Pressekonferenz berichtet, nachdem zuvor am Vormittag regulär wieder der Corona-Krisenstab im Krefelder Rathaus getagt hatte. Rund 700 Dosen des AstraZeneca-Impfstoffs sind in Krefeld bisher verabreicht worden, nur fünf Personen haben bisher ihren vorgesehenen Impftermin nicht wahrgenommen. Von den 330 Impflingen, die für Donnerstag eingeladen waren, sind sogar 100 Prozent erschienen.

„Die Tendenz aus anderen Kommunen, dass dieses Impfstoffangebot weniger gefragt ist, können wir in Krefeld nicht feststellen", sagte Sabine Lauxen in der gemeinsamen Pressekonferenz mit Oberbürgermeister Frank Meyer und Stadtdirektor Markus Schön. „Wir haben die große Hoffnung, dass wir über das Impfen aus der gegenwärtigen Notsituation herauskommen", sagte Frank Meyer.Der AstraZeneca-Impfstoff wird im Land NRW an jene Berufsgruppen verteilt, die nach der Corona-Impfverordnung Priorität genießen. Dazu gehören das Personal von ambulanten Pflegediensten und Betreuungsdiensten sowie Alltagsbetreuer für Senioren, weiter auch Personal von Tageseinrichtungen sowie Wohngemeinschaften, Beschäftigte und ehrenamtlich Tätige in Hospizen und Rettungsdienstpersonal. Aktuell ist das Impfzentrum um 20 Container erweitert worden, damit künftig separate Impfräume für die AstraZeneca-Impfung zur Verfügung stehen. In den ersten Tagen wurden für die AstraZeneca-Impfungen freie Zeitfenster im bestehenden Impfzentrum genutzt. Die Stadt Krefeld erwartet, dass mit weiteren zur Verfügung stehenden Impfstoffmengen der Betrieb im Impfzentrum deutlich zunehmen wird. „Wir warten jetzt auf weitere AstraZeneca-Lieferungen", so die Gesundheitsdezernentin, die auch ankündigte, dass im März mit dem Moderna-Impfstoff das dritte Präparat kommen soll. Sabine Lauxen konnte auch mitteilen, dass die Lage in den Krefelder Pflegeheimen sich entspannt. In den Krefelder Heimen gibt es aktuell zehn Bewohner und fünf Mitarbeiter mit einer Coronavirus-Infektion. Mehrere Personen seien zuletzt aus der Quarantäne entlassen worden. Unter Kontrolle sei auch die Lage in einer Einrichtung für Menschen mit geistiger Behinderung, in der es, wie berichtet, einen größeren Ausbruch gegeben hatte. Die Abstimmung mit dem Träger sei in diesem Fall, wie eigentlich generell in Krefeld, sehr positiv, betonte Sabine Lauxen.

In Krefeld werden alle Positivtests auch auf etwaige Virus-Mutationen untersucht. Dazu solle im Krisenstab in der kommenden Woche eine erste Auswertung vorgelegt werden, um ein gesamtheitliches Lagebild zu erhalten, kündigten der Oberbürgermeister und die Gesundheitsdezernentin an. Dann könne auch regelmäßig über die Entwicklung der Mutationen berichtet werden. Von den Ergebnissen des jüngsten Schulgipfels berichtete Stadtdirektor Markus Schön. Ab der kommenden Woche öffnen die Grundschulen wieder im Wechselmodell, auch die Abschlussklassen an weiterführenden Schulen werden unterrichtet. Die Schulen sind dafür noch einmal auf die Hygienekonzepte hingewiesen worden. Sportunterricht in Hallen ist aktuell nicht erlaubt, wohl aber Bewegungsangebote im Freien. In einem ersten Schritt habe man sich entschieden, zunächst alle Maskenarten freizugeben, kündigte Markus Schön an. Den Schulen sollten aber gewisse Kontingente an medizinischen Masken zur Verfügung gestellt werden. Die Kitas wiederum gehen ab Montag von der Notbetreuung in einen eingeschränkten Regelbetrieb. Dies bedeutet, dass die gebuchten Betreuungszeiten um zehn Stunden reduziert werden, weil durch striktere Trennungen mehr Personal in den Kitas benötigt wird. Ab dem 8. März sei dann vom Land auch wieder Regelbetrieb vorgesehen - Familien sollen dann wieder die vollen Zeitfenster nutzen können. „Das wird für uns eine große Herausforderung", kündigte Markus Schön mit Verweis auf die Personalsituation und die Hygieneauflagen in Corona-Zeiten an.

Sieben-Tage-Inzidenz sinkt auf 55,8

21 neue Corona-Infektionen meldet der städtische Fachbereich Gesundheit in Krefeld am Freitag, 19. Februar, (Stand: 0 Uhr). Die Gesamtzahl aller bisher bekannt gewordenen Infektionen beläuft sich damit auf 7.046. Genesen sind nach einer Corona-Infektion inzwischen 6.712 Personen, gegenüber dem Vortag hat sich hier keine Veränderung ergeben. Als aktuell infiziert gelten somit in Krefeld 208 Personen, 21 mehr als Vortag. 126 Personen sind bisher in Krefeld im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie gestorben. Die Sieben-Tage-Inzidenz, die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen, liegt mit der aktuellen Entwicklung bei 55,8, am Vortag hatte das Robert-Koch-Institut (RKI) diesen Wert für Krefeld mit 61,1 angegeben.

Wieder mehr Patienten nach Corona-Infektion im Krankenhaus

Im Krankenhaus steigen die Corona-Fallzahlen wieder leicht, nachdem es dort zuletzt immer weiter sinkende Zahlen gegeben hatte: 24 Personen aus Krefeld liegen nach einer Corona-Infektion in einem Krefelder Krankenhaus, sechs dieser Patienten befinden sich auf der Intensivstation, vier von ihnen werden beatmet. In Quarantäne haben sich - freiwillig oder behördlich angeordnet - bisher 23.344 Personen begeben. Bisher sind 41.921 Erstabstriche vorgenommen worden, 119 davon sind noch offen.

KOD ertappt Prostiuierte

Der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) hat wegen Verstößen gegen die Coronaschutzverordnung am Donnerstag insgesamt fünf Bußgeldverfahren eingeleitet. Nach Hinweisen aus der Bevölkerung kontrollierten die KOD-Dienstkräfte Mietappartements und eine Wohnung in der Innenstadt. Vier Frauen wurden angetroffen. Die Gegebenheiten vor Ort ließen Rückschlüsse darauf zu, dass in den Appartements und der Wohnung Prostitution betrieben wurde. Die Frauen zeigten sich allesamt geständig. Sie müssen jeweils 1.000 Euro Bußgeld wegen der Erbringung sexueller Dienstleistungen bezahlen. Den Betreiber der Mietappartements erwartet zusätzlich ein Bußgeld in Höhe von 5.000 Euro wegen des Anbietens von Übernachtungen zu privaten Zwecken.