Promenade als Rad-„Highway" macht weiter Fortschritte

Die Krefelder Promenade wächst Abschnitt für Abschnitt zur zentralen Fahrradachse der Stadt auf einer Länge von 14,5 Kilometern vom Bahnhof Forstwald zum Bahnhof Uerdingen.

In einer digitalen Pressekonferenz hat Norbert Hudde, Leiter des Fachbereichs Stadt- und Verkehrsplanung, jetzt die weitere Entwicklung skizziert und dabei auch auf neue Aspekte der Planung hingewiesen. Die Promenade wird in Teilen als „Highway" in Hochlage geplant und ist eines der wichtigsten Mobilitätsprojekte Krefelds. Geplant ist dabei eine Freizeitroute für Radfahrer und Fußgänger, die auch für den Berufsverkehr geeignet sein soll und hohe Aufenthaltsqualität bietet.

Welche Abschnitte werden jetzt eröffnet?

 

Der Promenaden-Bau macht weiter große Fortschritte: Im Mai sollen die zwischenzeitlich fertiggestellten Abschnitte zwischen Weiden und Glindholzstraße (Bauabschnitt 10) sowie östlich der Glindholzstraße bis südlich der Rheinbabenstraße (Bauabschnitt 11) eröffnet werden. Weitere 2,1 Kilometer Promenade werden damit realisiert. Das Gesamtinvest für diesen Abschnitt beläuft sich auf 3,5 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr waren bereits die Teilstücke 8 (zwischen Oberdießemer Straße und Dießemer Bruch) sowie 9 (östlich Dießemer Bruch bis Weiden) mit einer Gesamtlänge von 1,6 Kilometern freigegeben worden. Insgesamt sind bisher für die 3,9 Kilometer Radweg 7,3 Millionen Euro investiert worden.

Wie ist der Planungsstand?

„Wir stellen jetzt die Weichen für die nächsten 20 bis 30 Jahre", sagt Norbert Hudde. Insgesamt 16 Abschnitte sind entlang der Bahntrasse von Osten nach Westen durch Krefeld geplant - fünf Stadtteile werden durchquert, der Hauptbahnhof liegt direkt an der Strecke. Ziel ist es, die Radfahrer und Fußgänger fernab des motorisierten Verkehrs zu führen. „Das gelingt auch an vielen Stellen", betont Norbert Hudde. Ganz vermeiden ließen sich Begegnungen aber nicht. In früheren Konzepten wurde die Länge der Promenade mit 16,5 Kilometern angegeben. Da seien teilweise aber noch andere Trassen geplant gewesen, sagt Hudde. Für den Ausschuss für Planung, Bauen, Mobilität und Stadtentwicklung hat die Stadtverwaltung eine Vorlage erstellt, die die künftige Entwicklung umfassend darstellt und auch auf planerische Herausforderungen aufmerksam macht. Die Promenade erfüllt dabei nicht den Anspruch eines Radschnellweges, soll aber als Standard eine Breite von 5,50 Metern aufweisen, davon drei Meter für den Radweg und 2,50 Meter für den Fußweg. Die Promenade soll an überregionale Radschnellwege etwa ins Ruhrgebiet und in Richtung Venlo angebunden werden. Sie ist somit auch einer der wichtigsten Bausteine im neuen Mobilitätskonzept 2030+, das die Verwaltung jüngst präsentiert hat.

Welche Entwicklung kann die Nahmobilität mit der Promenade nehmen?

Eine jetzt erstellte Potenzialanalyse zeigt auf, dass bis zu 25.000 tägliche Nutzer auf der fertiggestellten Promenade erwartet werden können. Ergänzt durch Fahrradstraßen und sanierte Radwege hat die Promenade so das Potenzial, viele Krefelder zum Verzicht auf den motorisierten Individualverkehr zu bewegen. Dezernent Marcus Beyer merkt an, dass diese Potenzialberechnung aus seiner Sicht „sehr optimistisch" sei. Die Nachfrage werde in den verschiedenen Bereichen unterschiedlich hoch sein. Dennoch werde die Promenade erst in Gänze ihre volle Wirkkraft entfalten können. Wichtig sei anfangs die Kombination von Einzelabschnitten, die gemeinsam eine starke Wirkung erzielen können. Aus diesem Grund seien die Abschnitte 8 bis 11 von Feuerwache bis Rheinbabenstraße jetzt realisiert worden. Die Potenzialanalyse zeigt auch auf, welche Abschnitte in Kombination realisiert werden sollen, wo mit mittlerem bis geringem Aufwand Abschnitte gebaut werden können. Norbert Hudde macht etwa deutlich, dass im Bereich Forstwald nach Zukauf von Grundstücken Teilabschnitte planerisch mit geringerem Aufwand realisiert werden könnten. Die Potenzialanalyse zeigt auch auf, dass nach Fertigstellung mit täglich fast 8.000 Personen zu rechnen ist, die aufgrund der Krefelder Promenade von anderen Verkehrsmitteln auf das Fahrrad umsteigen. Auch die Nutzung von ÖPNV in Kombination mit dem Fahrrad wird attraktiver, da man mit dem Rad nun schneller etwa den Hauptbahnhof erreicht.

Wo liegen die technischen Herausforderungen?

Technisch ein hoher Aufwand muss für Abschnitte im Bereich rund um den Hauptbahnhof und in Richtung Voltaplatz einkalkuliert werden. Hier sind neue Brückenbauwerke im Bereich Deutscher Ring, Gladbacher Straße und Kölner Straße nötig. Eine Führung in Hochlage ist von der Alte Gladbacher Straße, über den Südbahnhof, die Glaskuppel des Südausganges Hauptbahnhof mit einer Querung des Bahngeländes parallel zur Ritterstraße bis zur Querung Voltaplatz vorgesehen. Bei der Finanzierung wird Krefeld Förderprogramme für den Bau von Radwegen in Anspruch nehmen, von denen es aktuell zahlreiche gibt, wie Norbert Hudde deutlich machte. So kann auch die Realisierung solch planerisch sehr anspruchsvoller Strecken erfolgreich gelingen. Eine Herausforderung bleibt zudem die Führung im Bereich der Gesamtschule Oppum, deren Gebäude sich an beiden Seiten der Schmiedestraße befinden und Querungen von Schülern notwendig machen. Die jetzige Lösung habe laut Gutachten die höchste Akzeptanz, sagt Norbert Hudde und verweist hierbei auf die zugehörige Machbarkeitsstudie. Durch die Verbindung der Promenade mit der Straße Trift/Weiden durch die sogenannte „Rampe" würde später durch einen Radweg entlang der Straßenbahntrasse eine Lösung möglich, bei der die Schmiedestraße im Bereich der Schule umgangen werden könne.

Welche Vorteile bestehen aus Sicht der Stadt?

Für Radfahrer, die auf der Promenade zur Arbeit fahren, ist die Promenade attraktiv. Auf direkterem Wege ohne viele Unterbrechungen durch Ampeln gelangt man so idealerweise zum Arbeitsplatz. Die Promenade bietet aber ebenso die Chance einer Vernetzung mit beliebten Freizeitarealen in der Stadt: Angebunden werden soll die Route etwa an den Großmarkt und die Rheinpromenade in Uerdingen, so dass diese Bereiche komfortabel mit dem Rad zu erreichen sind. Der Stadtplanungschef Norbert Hudde zeigt sich überzeugt, dass diese Route für die Krefelder auch vor dem Hintergrund der guten Erreichbarkeit von touristischen Hot Spots einen großen Gewinn darstellen wird. „Ich bin ein großer Verfechter dieses Projektes", sagte Norbert Hudde und betonte den hohen Freizeitwert. Die Vernetzung mit dem Radwegenetz der Region mache reizvolle Rundtouren möglich. Auch Radsportler würden die Achse nutzen, wird in der Potenzialanalyse dargelegt.

Welche Verbesserungen sind auf den bisher eröffneten Abschnitten zu erwarten?

Das bisher eröffnete Teilstück zwischen Oberdießemer Straße und Trift/Weiden wird perspektivisch besser angebunden werden können. Die Stadt Krefeld ist dafür auf weitere Planungen bei der Deutschen Bahn angewiesen, die an den Bahnabschnitten arbeiten will. Eine Rampe wird von der Deutschen Bahn im Rahmen der Aufweitung der bestehenden Eisenbahnunterführungen Trift und Hochfelder Straße gebaut. Das sieht die Eisenbahnkreuzungsvereinbarung vor. Gegenwärtig wird in der Stadtverwaltung davon ausgegangen, dass die Realisierung in 2024 erfolgt. Aktuell ist die Trasse im Bereich der geplanten Rampe noch unterbrochen und endet in einer Sackgasse. Das soll so nicht bleiben, und eine Alternative gibt es schon jetzt: Eine Umfahrung ist über die Straßen Am Verschubbahnhof, Herbertzstraße und Trift bereits möglich.

Wie werden die Radfahrer geführt?

Es gibt viele Highlights im Stadtgebiet auf der Strecke, die entsprechend markiert werden. Die Krefelder Promenade soll dazu mit einem eigenen Leit- und Informationssystem ausgestattet werden, auf dem auch das Promenade-Logo zu sehen sein wird. Die Leitfarbe wird Leuchtgrün sein, angelehnt an die Markierung von Radschnellverbindungen. Der Radfahrer und Fußgänger wird dann sehen, welche touristischen Hot Spots sich entlang der Wegstrecke befinden, wo er sich im Stadtgebiet befindet und welche Stationen als nächste kommen.

Welche Entscheidungen sind weiter notwendig?

Für den Ausschuss für Planung, Bauen, Mobilität und Stadtentwicklung wurde die neue Vorlage vorbereitet, sie wird in den betreffenden Bezirksvertretungen thematisiert, ehe sie erneut im Ausschuss vorliegt. Da jeder Abschnitt eine eigene Entwurfsplanung erfordert damit entsprechende Fördergelder fließen können, benötigt die Verwaltung ein generelles Votum der Politik. Damit macht die Politik den Weg frei für eines der zentralen Verkehrsprojekte Krefelds. Dann werden auch weitere Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern erfolgen können. Mit der Bahn seien viele Themen schon vorbesprochen, sagt Norbert Hudde.

Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation

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