Inzidenz geht leicht zurück

Eine leichte Erholung, aber noch lange keine Entwarnung: Zum Wochenanfang sind die Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Krefeld nur leicht angestiegen.

Insgesamt 32 Personen wurden positiv auf Covid-19 getestet. 665 Menschen sind aktuell erkrankt (Montag: 674), 8.712 gelten als genesen. Dies sind die Zahlen von Dienstag, 20. April, Stand 0 Uhr. Der statistische Inzidenzwert für Krefeld ging leicht zurück, von 238,8 auf nunmehr 235,3 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. 9.523 Menschen wurden seit Beginn der Pandemie positiv auf Corona getestet, 146 Krefelder sind an oder mit der Erkrankung verstorben. In den Krefelder Kliniken werden aktuell 59 hiesige Patienten mit einer Corona-Diagnose behandelt, zehn von ihnen auf der Intensivstation.

Acht Patienten müssen künstlich beatmet werden. Von insgesamt 47.516 Erstabstrichen sind derzeit noch 800 Proben in den Laboren offen. 29.353 Fälle von Quarantäne wurden gezählt.

Ordnungsdienst kontrolliert Ausgangssperre und Quarantäne

Der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) hat am Montagabend die erstmals geltende Ausgangssperre überwacht. Zwischen 21 Uhr bis 5 Uhr hielten sich nur wenige Personen im öffentlichen Raum auf. In 80 Fällen nannten Passanten auf Nachfrage gewichtige Gründe, die den Ausgang rechtfertigten, zum Beispiel berufliche Verpflichtungen. 51 weitere Personen wurden mündlich verwarnt, weil sie keinen ausreichenden Grund angeben konnten. Drei Bürger, die allesamt um 2 Uhr nachts auf dem Theaterplatz angetroffen wurden, müssen jeweils 250 Euro zahlen. Sie verfügen alle über einen festen Wohnsitz und beriefen sich darauf, nichts von der Ausgangssperre gewusst zu haben. Gegen 24 Uhr wurde der KOD zur Unterstützung ins Helios-Klinikum gerufen. Eine 33-jährige Frau zeigte zunächst keine Bereitschaft, sich aufgrund ihres positiven Corona-Befunds in häusliche Quarantäne zu begeben. Nachdem ihr die Rechtsfolgen eines Verstoßes benannt wurden, zeigte sich die Frau einsichtig. Die weitere Einhaltung der Quarantäne wird durch Nachkontrollen überwacht. Insgesamt wurden am Montag zehn weitere Quarantänefälle durch den Ordnungsdienst kontrolliert. Es wurden keine Verstöße festgestellt.

Auch die sogenannten „Querdenker" beschäftigten am Montag wieder die Ordnungskräfte und die Polizei. Von 19 Uhr bis 20.20 Uhr versammelten sie sich auf dem Vorplatz des Hauptbahnhofs und zogen zwischenzeitlich durch die südliche Innenstadt. Der Ordnungsdienst musste während des Umzugs insgesamt 40 Ansprachen halten, da die vorgegebenen Abstände nicht immer eingehalten oder Masken nicht ordnungsgemäß getragen wurden. Hierbei wurden fünf Bußgeldverfahren wegen Verstoßes gegen die Maskenpflicht eingeleitet. In Kindertageseinrichtungen (Kitas) und Schulen wurden am Montag weitere Corona-Fälle gemeldet. Nach positiven Tests auf Covid-19 mussten sich in den Kitas Christian-Roos-Straße und Sonnenland sowie im Familienzentrum Dieselstraße insgesamt mehr als 60 Kontaktpersonen in häusliche Quarantäne begeben. Am Maria-Sibylla-Merian-Gymnasium ist ebenfalls ein Corona-Fall aufgetreten: Fünf Mitschüler müssen vorsorglich in Quarantäne. Nach einer Erkrankung an der Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule erhielten fünf Kontaktpersonen die Aufforderung, sich im eigenen Zuhause abzusondern.

Frank Meyer: „Es gibt keinen Grund zur Panik, aber zur Vorsicht"

Oberbürgermeister Frank Meyer hat in der städtischen Corona-Pressekonferenz um Verständnis für die verschärften Einschränkungen geworben, die seit Montag gelten. Er verweist auf den deutlichen Zuwachs bei der Sieben-Tages-Inzidenz von 148 vor einer Woche auf nunmehr 235 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Zugleich müssten auch deutlich mehr Patienten in den Krankenhäusern behandelt werden. „Aus anderen Städten erreichen uns bereits Meldungen, dass Corona-Patienten verlegt werden müssen. Hier in Krefeld gibt es keinen Grund zur Panik, aber zur Vorsicht. Wir beobachten eine Zunahme schwerer Krankheitsverläufe. Und wer heute erkrankt, taucht erst in zwei Wochen in der Statistik der Kliniken auf", sagt Frank Meyer, der auch den städtischen Krisenstab leitet. Bislang liegen der Stadt Krefeld vier Klagen gegen die neue Allgemeinverfügung vor. Sie richten sich sowohl gegen die Maskenpflicht in Parks als auch gegen die Ausgangssperre zwischen 21 und 5 Uhr. Nach Rückmeldungen aus der Bevölkerung sollen einzelne Punkte des Regelwerks in dieser Woche nochmals überprüft werden. „Wir werden schauen, ob irgendwo Nachbesserungsbedarf besteht, denn die Hinweise aus der Bürgerschaft nehmen wir sehr ernst. Besonders viele Rückmeldungen haben wir zum Thema Sport in Parks und Grünanlagen erhalten. Hier wird die Frage aufgeworfen, ob dabei wirklich Maskenpflicht gilt", erklärt Stadtdirektor Markus Schön, der auch als Sport- und Schuldezernent fungiert.

Quarantänefälle in Abschlussklassen sorgen für angespannte Situation

Die Situation in den Schulen nennt der Dezernent „sehr angespannt". Denn obwohl die jüngeren Schüler im Distanzunterricht bleiben, kommt es allein unter den Abschlussklassen zu vielen Quarantänefällen. Auch aus Kindertagesstätten werden vermehrt Corona-Infektionen gemeldet. „Die Landesregierung ist hier wohl noch in der Findungsphase. Ich halte es jedoch für schwer vertretbar, in den Kitas alles weiterlaufen zu lassen. Da muss dringend etwas passieren", sagt Markus Schön. Er sieht auch zunehmend Probleme, ausreichend Personal zur Verfügung zu stellen. Das liegt zum einen an Quarantänefällen, zum anderen daran, dass Erzieher ihre eigenen Kinder im schulpflichtigen Alter nun wieder zu Hause betreuen müssen.

Schwierigkeiten bei der Vergabe der Impftermine

Gesundheitsdezernentin Sabine Lauxen weist auf Schwierigkeiten bei der Vergabe der Impftermine hin. Zwar seien sowohl die Kapazitäten im Impfzentrum als auch die personelle Ausstattung vorhanden, allein es fehle am Impfstoff. „Ein Termin kann erst zugesagt werden, wenn klar ist, dass zu diesem Zeitpunkt genügend Impfstoff vorhanden ist", betont die Dezernentin. Vor dem gleichen Hintergrund rät sie dringend dazu, für Begleitpersonen von über 70-Jährigen schon bei der Terminvergabe eine gesonderte Impfung zu vereinbaren. Es sei nicht möglich, „einfach spontan eine zweite Person mitzubringen".

Für Risikopatienten, die einen Impftermin brauchen, steht die Telefonnummer 02151/86-462240 zur Verfügung. Vier Mitarbeiter nehmen dort werktags zwischen 9 und 15.30 Uhr Anfragen von Risikopatienten entgegen und kümmern sich um die Terminvergabe.

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