Stadt Krefeld will Drogenkonsumraum für Suchtkranke einrichten

Die Krefelder Stadtverwaltung beabsichtigt, einen Drogenkonsumraum für Suchtkranke einzurichten und damit perspektivisch auch ein zusätzliches Angebot der Sucht-Prävention schaffen zu können.

In einer Pressekonferenz hat Krefelds Gesundheitsdezernentin Sabine Lauxen das Konzept präsentiert und dabei betont, dass mit dem Drogenkonsumraum eine Lösung für eine in Krefeld seit langem als problematisch empfundene Situation gefunden werden solle. „Das Thema Drogenkonsumraum wird in Krefeld schon sehr lange diskutiert. Wir legen nun unseren Vorschlag vor. Die Politik entscheidet, dann können wir als Verwaltung die nächsten Schritte gehen."

Seit Jahren auf der Suche nach einer Lösung

 

Die Schaffung eines Drogenkonsumraums, so erläuterte Sabine Lauxen, müsse im Zusammenhang mit dem von Oberbürgermeister Frank Meyer initiierten Konzept „Handeln und Helfen" gesehen werden. Seit Jahren wird in Krefeld nach einer Lösung für die Situation auf dem Theaterplatz gesucht. Mit dem geplanten Abriss des Seidenweberhauses wird dieser Platz zur Baustelle. Die Szene der Suchtkranken wird sich notgedrungen verlagern müssen. „Wir haben die Chance, jetzt politisch zu entscheiden, ob wir einen solchen Raum als Angebot für die Szene einrichten wollen", betont Sabine Lauxen. Sie zeigt sich zuversichtlich: „Wir haben die Hoffnung, dass wir viele in unsere Räume und weg von der Straße bekommen." Ein Drogenkonsumraum sei keine rechtsfreie Zone, betont die Gesundheitsdezernentin. Die Schaffung eines solchen Angebots sei in der NRW-Verordnung über den Betrieb von Drogenkonsumräumen klar geregelt. Mehrere andere NRW-Städte hätten einen solchen Raum schon eingerichtet. Gesundheitspolitische, sozialpolitische und ordnungspolitische Ansätze kämen bei diesem Konzept zusammen, sagte Sabine Lauxen. Geplant ist die Einrichtung einer Immobilie, in der die suchtkranken Personen ihre Drogen in einem geschützten und gesicherten Raum konsumieren können. Sechs durch Abtrennungen geschützte Konsumplätze mit entsprechenden hygienischen Bedingungen und einem Belüftungssystem sollen eingerichtet werden. Medizinisch geschultes Personal wird vor Ort tätig sein. Den Drogenkonsumenten werden saubere Utensilien angeboten. Nach einer halben Stunde müssen die Drogenkonsumenten den Raum wieder verlassen. Sie sollen aber außerhalb in einem speziellen Bereich Gelegenheit haben, sich weiter aufzuhalten und die Folgen des Drogenrausches zu verarbeiten. Sie halten sich damit in einem geschützten, nicht direkt öffentlich frequentierten Bereich auf.

Gesundheitsschutz und Lebenshilfe für die Szene

„Die Menschen sollen bei uns bleiben, das ist der Ansatz", sagt Sabine Lauxen. Es gehe um Gesundheitsschutz und Lebenshilfe für die Szene, betont die Dezernentin. Die Drogen würden die Süchtigen selbst mitbringen. Sie bekämen vor Ort keine Drogen angeboten. Man werde eng mit weiteren Beratungsinstitutionen zusammenarbeiten können. Es werde aber nicht kontrolliert, welche Drogen konsumiert werden. Ein Drogenkonsumraum biete die Chance, auch Angebote für Substitution oder Ausstieg aus der Drogensucht bieten zu können, teilte die Dezernentin mit. Es soll eine enge Ordnungspartnerschaft mit Kommunalem Ordnungsdienst, Polizei und Staatsanwaltschaft aufgebaut werden, so dass auf diese Art ein geordneter Ablauf sichergestellt ist.

Standortsuche in der Findungsphase

Das bestehende Café Pause, der Tagesaufenthalt für Drogensüchtige, soll mit dem Drogenkonsumraum verbunden werden. Bei der Standortsuche befinde man sich noch in der Findungsphase, betont Sabine Lauxen. „Es wird aber ein Quartier sein, in dem sich die Menschen auch tatsächlich aufhalten, um möglichst viele in die Einrichtung zu bekommen." Das Konzept sei mit der Caritas abgestimmt. Ein Betreiber für den Drogenkonsumraum müsse noch final gefunden werden. Aktuell ist es so, dass die Caritas als Wohlfahrtsträger die Angebote der Drogenhilfe koordiniert, die Diakonie kümmert sich um die Szene der Obdachlosen.

In der politischen Beratung

Die Verwaltung werde auf Basis des entwickelten Konzeptes nach entsprechenden politischen Beschlüssen auf die Suche nach einem Standort und Betreiber für den Drogenkonsumraum gehen können und die genauen Kosten definieren, sagte Sabine Lauxen. Eine entsprechende Vorlage wird die Stadt in der nächsten Sitzung des Ausschusses für Soziales, Arbeit, Wohnen, Gesundheit, Inklusion, Senioren und Integration (SAGIS) einbringen. Auch der Stadtrat wird sich dem Thema in der Folge widmen.

Symbolfoto: Nico Franz / Pixabay

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