Stadt Krefeld will Kitas mit Lolli-Testungen sicherer machen

Die Krefelder Stadtverwaltung wird ab der kommenden Woche in den Kindertagesstätten sogenannte Lolli-Tests einsetzen, um die Corona-Infektionsgefahr zu senken.

Dies hat Stadtdirektor Markus Schön gemeinsam mit Sonja Pommeranz, Leiterin des Fachbereichs Jugendhilfe und Beschäftigungsförderung, in der digitalen Corona-Pressekonferenz der Stadt Krefeld dargestellt. Mit diesem für Kinder angemessenen PCR-Testformat sollen frühzeitig Infektionen bekannt werden. Eine weitere Ausbreitung der Corona-Pandemie soll auf diese Art gebremst werden.Oberbürgermeister Frank Meyer stellte eingangs der Pressekonferenz im Anschluss an die Sitzung des Krisenstabes gemeinsam mit Stadtdirektor Markus Schön, Gesundheitsdezernentin Sabine Lauxen und Jugendamtsleiterin Sonja Pommeranz die gegenwärtige Entwicklung bezüglich der Pandemie in Krefeld dar.

Er berichtete, dass es derzeit häufiger als noch vor einigen Wochen dazu komme, dass Patienten von Nachbarkommunen aus auch nach Krefeld verlegt werden müssen. In Krefeld gebe es noch Kapazitäten in den Kliniken, allerdings seien auch Krankenhäuser und Rettungsdienst hier schon überdurchschnittlich ausgelastet. „Wir wollen vor die Lage kommen", betonte Frank Meyer und wies dabei besonders auf die Regeln der bundesweit festgelegten Ausgangssperre für Kommunen mit einer Inzidenz von über 100 Infektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen hin. Kommunaler Ordnungsdienst und Polizei würden in Krefeld in einer „guten Ordnungspartnerschaft" bei der Kontrolle der Ausgangssperre zusammenarbeiten. „Wir wollen die Menschen nicht drangsalieren, aber wir müssen die Zahlen runterkriegen", betonte der Oberbürgermeister.

Neue Prioritätsgruppe bei Impfberechtigten

Sabine Lauxen, Gesundheitsdezernentin, berichtete von den Fortschritten bei Impfungen und Testungen in Krefeld. 81.063 Bürgertests sind bisher vorgenommen worden, 479 davon waren Positivfälle. Dies bedeutet eine Quote von 0,59 Prozent Positivfällen an allen Bürgertests. Die Gesundheitsdezernentin wies auch darauf hin, dass ab 30. April mit Priorität auch die Gruppe mit chronischen Krankheiten nach der § 3 Abs. 1 NR. 2 a - j der Impfverordnung an der Reihe sei; dazu zählen etwa Diabeteskranke, Adipositas-Erkrankte oder Demenzkranke. Diese Gruppe kann sich unter der Rufnummer 116117 nun bei der Kassenärztlichen Vereinigung melden und einen Impfwunsch hinterlegen. Nachgewiesen muss die Berechtigung mit einem ärztlichen Attest. Sabine Lauxen betont in diesem Zusammenhang, dass es nach wie vor in Krefeld an Impfstofflieferungen durch das Land mangele. So seien für die kommende Woche nur 1400 Impfdosen Biontech angekündigt. Weitere Lieferungen seien im Impfzentrum bisher noch nicht bekannt. Solange darüber keine Informationen vorliegen, sei aber auch eine Terminierung schwierig. „Das Land erhöht durch neue Freigaben von Prioritätsgruppen den Druck auf die Impfzentren, stellt aber nicht mehr Impfstoff zur Verfügung. Das macht es sehr schwierig für uns. Wir können nur so viele Termine buchen wie Impfstoff angekündigt ist", sagt die Dezernentin.

Verfahren der Lolli-Testungen

Die Praxis der geplanten Testungen in den Kitas stellten im Detail Stadtdirektor Markus Schön und Sonja Pommeranz als Fachbereichsleiterin Jugendhilfe und Beschäftigungsförderung dar. Gestartet wird mit den Lolli-Tests am 3. Mai, dem kommenden Montag, in einem Probebetrieb für zunächst acht Wochen in den 47 städtischen Kitas. Die Eltern entscheiden selbst, ob ihr Kind an dem Lolli-Test teilnimmt. „Für Kinder sind Lolli-Tests das geeignete Instrumentarium", warb Markus Schön für das Verfahren. Getestet wird immer montags und donnerstags, bis 8.30 Uhr soll die Probenentnahme erfolgt sein. Die Kinder lutschen dafür rund 30 Sekunden an einem Lolli. Die Tests von je 20 Kindern werden als „Pool-Test" in einem Röhrchen zusammengefügt. So können Testkapazitäten effizient genutzt werden. Mithilfe des Kooperationspartners SC Bayer Uerdingen werden diese Proben ans Labor geliefert. Dort erfolgt eine Analyse und noch am gleichen Abend bis 18 Uhr werden die Kita und das Gesundheitsamt über die Ergebnisse informiert. Ist die Pool-Probe negativ, kann der Kita-Betrieb normal weiterlaufen. Fällt er positiv aus, werden die Eltern durch ihre Kita informiert und es müssen Einzeltests im Diagnosezentrum Schwertstraße für die Kinder vorgenommen werden. Die ganze Gruppe muss zunächst in Quarantäne gehen. Das Gesundheitsamt informiert dann über alle weiteren Schritte. Stadtdirektor Markus Schön betont, dass schrittweise auch die Kindertagesstätten der freien Träger bei dem System mitmachen können, so dass möglichst in allen 108 Krefelder Einrichtungen auf diese Art die Corona-Gefahr gesenkt werden kann.

Der Stadtdirektor machte auch deutlich, dass die Schulverwaltung zunehmend Anfragen von Lehrern weiterführender Schulen erreichen, die sich ebenfalls eine Impfung wünschen. „Ich habe großes Verständnis für diese Forderung", sagt Markus Schön. Insbesondere jene Lehrer, die in Abschlussklassen im Rahmen von Prüfungen teilweise auch ungetesteten Schülern begegnen, seien einem Risiko ausgesetzt. „Auch hier müssen wir leider aktuell darauf verweisen, dass die Impfstoffkapazität leider noch begrenzt ist", sagt Markus Schön, der darauf setzt, dass schnell auch das Lehrpersonal nach Prioritätsliste geimpft werden kann.

Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, Dirk Jochmann

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