Veränderte Planung für Philadelphiastraße erforderlich

Die Novellierung der Straßenverkehrsordnung im vergangenen Jahr mit damit einhergehenden veränderten Anforderungen an die Radverkehrsführung macht es erforderlich, dass die Stadtverwaltung den Umbau der Philadelphiastraße planerisch verändert.

Laut neuer Straßenverkehrsordnung müssen Kraftfahrzeuge beim Überholen auf der Fahrbahn einen Mindestabstand von innerorts 1,5 Metern zu Fußgängern und Radfahrern einhalten. Zuvor war in dem Regelwerk lediglich ein „ausreichenden Seitenabstand" vorgesehen. Unter anderem diese neuen Regularien machten es notwendig, dass sich das angestrebte Zeitfenster für den Neubau der Straße nun verschiebt.

Zeitlicher Verzug, aber auch Chance

 

In einer erweiterten Planung liegt aus Sicht der Stadtverwaltung trotz des in Kauf zu nehmenden zeitlichen Verzugs auch eine Chance. Im neuen Mobilitätskonzept ist eine verkehrliche Aufwertung der Ringe vorgesehen. Zu den Krefelder Ringstraßen gehört auch der Abschnitt der Philadelphiastraße. Die neue Planung bietet nun die Chance, die Funktion der Straße unter Berücksichtigung der Ziele des Mobilitätskonzeptes an die Erfordernisse einer mobilitätsgerechten Stadt anzupassen. Die überarbeitete Planung soll zeitnah mit allen Beteiligten wie Stadtverwaltung, Kommunalbetrieb, Stadtwerken sowie den Leitungsträgern abgestimmt und nach der Sommerpause zur erneuten Beschlussfassung eingebracht werden.

KBK musste Projekt aus Personalgründen verschrieben

Auf einer Länge von 650 Metern soll die Philadelphiastraße neugestaltet werden. Die bisherige Planung sah neben der Fahrbahn beidseitig Radwege, Park- und Grünstreifen sowie Gehwege vor. Zahlreiche Bäume sollten gepflanzt, der Asphalt sollte „lärmoptimiert" werden. Im Jahr 2017 hatte die Stadtverwaltung bei der Bezirksregierung einen Zuwendungsantrag für diese Baumaßnahme gestellt. Die Realisierung verschob sich jedoch - wie in verschiedenen Ausschüssen und dem Rat durch die Stadtverwaltung fortlaufend berichtet. Der Kommunalbetrieb Krefeld (KBK), der mit der Planung und der Baumaßnahme beauftragt war, musste das Projekt aus Personalgründen verschieben. Zwar sind entsprechende Stellen im Stellenplan berücksichtigt. Gegenwärtig ist es jedoch für Krefeld wie auch für viele andere Kommunen schwierig, entsprechendes Personal zu gewinnen. Deshalb konnte die Umgestaltung durch den KBK nicht planerisch konkretisiert werden, und die Ausschreibungsphase konnte nicht beginnen.

1,6 Millionen Euro Fördergelder müssen zurückgezahlt werden
Eine Chance bietet eine Neuplanung nun auch deshalb, weil es viele neue Fördertöpfe für die Gestaltung von Radwegen gibt. Erst vor wenigen Tagen hat beispielsweise das Bundeskabinett den Nationalen Radverkehrsplan verabschiedet, der einen Ausbau des Radverkehrs vorsieht. Entsprechend könnten für eine Neuplanung durchaus mehr Fördermittel fließen als bisher einkalkuliert. „Dies ist uns bei ersten Gesprächen mit der Bezirksregierung auch in Aussicht gestellt worden", sagt Planungsdezernent Marcus Beyer. Da der Zeitplan, der der Anmeldung für die Zuschussmittel auf Grundlage der Förderrichtlinie für den kommunalen Straßenbau NRW zugrunde lag, nicht mehr einzuhalten ist, müssen allerdings zunächst rund 1,6 Millionen Euro an Fördermitteln an das Land NRW zurückgezahlt werden.„Die neue Planung und die Kosten sind für uns die Grundlage für eine neue Beantragung von Fördergeldern. Wir haben von der Bezirksregierung die Information erhalten, dass die Fördertöpfe aktuell nicht so stark nachgefragt sind und dass auch bei anderen Straßenbaulastträgern Projekte aus ähnlichen Gründen verschoben werden mussten", sagt der Planungsdezernent. Die Bezirksregierung habe die Signale gegeben, dass eine erneute Aufnahme in das Förderprogramm - mit gegebenenfalls etwas höheren Förderansätzen besonders für die Teilbereiche der Radverkehrsanlagen- durchaus möglich sei.

Sehr komplexe Umgestaltung

Aktuell wird für die Planung der Philadelphiastraße geprüft, inwiefern Radfahrstreifen zugunsten von Schutzstreifen in die Planung integriert werden können und wie sich dies auf die Leistungsfähigkeit des fließenden Individualverkehrs auswirkt. Die Umgestaltung der Philadelphiastraße sei planerisch ungemein komplex, betont Marcus Beyer. Mehrere Aspekte kämen dort zusammen: Neben den reinen Tiefbauarbeiten müssen die Leitungsarbeiten von NGN und Telekom berücksichtigt werden. Da auf der Straße auch Schienen verlaufen, sind die Belange der Stadtwerke (SWK mobil) zu berücksichtigen, die die in der Straße liegenden Gleise erneuern müssen.

Gewerke takten, um Auswirkungen gering zu halten

Dies führt zu weiteren zeitlichen Einschränkungen, da die Haltestelle Hansastraße als Hochbahnsteig für die Rheinbahn umgestaltet wird und deshalb die Philadelphiastraße als Ausweichstrecke genutzt werden muss. Beide Maßnahmen können aus betrieblichen Gründen nicht parallel durchgeführt werden. Auch diese beiden Projekte der innerstädtischen Mobilität müssen aufeinander abgestimmt werden. „Wir wollen die Gewerke bei den Baumaßnahmen so takten, dass die Auswirkungen auf Anwohner und den fließenden Verkehr möglichst gering ausfallen", betont Beyer.

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