Artenschutz: Bremsenfallen gefährden seltene Insektenarten

An Sommertagen grasen Pferde friedlich auf ihren Weiden.

Der Friede wird häufig getrübt, denn es ist Hochsaison für Bremsen. Sie fliegen gezielt Warmblüter an und belästigen diese mit ihren unangenehmen Stichen. Die Weibchen dieser Fliegenart sind kräftige Blutsauger und benötigen das Blut zur Entwicklung ihrer Eier. Daher werden auf Pferdeweiden oft Bremsenfallen aufgestellt. Eine Bremsenfalle besteht meist aus einem schwarzen Ball, der durch Sonnenstrahlung erwärmt wird und die Bremsen durch eine trichterförmige Vorrichtung in ein Fanggefäß lockt, in dem sie absterben.

Die Untere Naturschutzbehörde der Stadt Krefeld weist darauf hin, dass durch den Einsatz von Bremsenfallen in der freien Natur das Fang- und Tötungsverbot von besonders geschützten Tierarten gemäß Bundesnaturschutzgesetz betroffen ist. Des Weiteren ist es gemäß Bundesartenschutzverordnung verboten, wildlebenden Tieren der besonders geschützten Arten mit Fallen nachzustellen, sie anzulocken, zu fangen oder zu töten. Eine Studie aus Ostwestfalen hat aufgezeigt, dass Bremsenfallen viele andere Insektenarten fangen, darunter besonders geschützte Schmetterlings- und Wildbienenarten. Der Anteil an gefährdeten Arten bei dieser Fangmethode ist demnach sehr hoch. Dagegen wurden nur wenige Bremsen gefangen, unter vier Prozent der Gesamtzahl an Einzeltieren. Deshalb hat das Land Nordrhein-Westfalen erlassen, dass innerhalb eines FFH- oder Naturschutzgebiets oder eines gesetzlich geschützten Biotops diese Fallen nicht mehr aufgestellt werden dürfen. Verstöße können mit einem Bußgeld geahndet werden.

Auch außerhalb der Schutzgebiete ist der Einsatz von Bremsenfallen jeglicher Art nur noch auf die Hauptflugzeit der Bremsen vom 1. Juni bis einschließlich 15. September zu beschränken. Durch die zeitliche Eingrenzung wird der Beifang an besonders geschützten Insektenarten zumindest vermindert. Diese räumliche und zeitliche Steuerung ist als eine der vielen Maßnahmen zum Insektenschutz vor dem Hintergrund des weltweiten Rückgangs an Insektenarten unbedingt notwendig. Alternativ können insbesondere Pferdehalter auf Alternativen wie Schutzdecken, Kopfmasken oder Reppellents zurückgreifen. Ansprechpartnerinnen bei der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Krefeld sind Andrea Funke und Maren Loose.

Foto: Pixabay

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