Größter Bedarf wird bei Bau und Sanierung von Schwimmbädern gesehen

Wie bewerten die Krefelder das Sportangebot in Ihrer Stadt?

Wo werden Defizite gesehen und in welchen Bereichen sollte vorrangig investiert werden? Im Auftrag der Stadtverwaltung und in Zusammenarbeit mit dem Stadtsportbund Krefeld (SSB) hat die Hochschule Koblenz unter Leitung von Professor Dr. Lutz Thieme dazu die Ergebnisse einer repräsentativen Bevölkerungs- und Vereinsbefragung vorgestellt. Teilgenommen haben insgesamt 3.721 Personen, von den 205 Krefelder Sportvereinen im SSB haben 27 Prozent teilgenommen.

Bei rund 65.000 Vereinsmitgliedern in Krefeld repräsentiert diese Umfrage damit Vereine mit etwa 55 Prozent aller Mitglieder.Die Frage nach der Zufriedenheit mit dem Sportangebot in Krefeld haben 34,6 Prozent mit „teils-teils" beantwortet, 38,8 Prozent sind „eher zufrieden". 7,8 Prozent erklärten sich als „sehr zufrieden", umgekehrt 4,2 Prozent der Befragten als „sehr unzufrieden". Insgesamt wird das Sportangebot auf einer Skala von 1 (sehr unzufrieden) bis 5 (sehr zufrieden) mit 3,3 bewertet.

Unterschiedlich ist die Zufriedenheit mit den Sportstätten: Am schlechtesten schneiden mit 2,1 (ebenfalls von 1 `sehr unzufrieden´ bis 5 `sehr zufrieden´) die Schwimmhallen ab, dann folgen die Sporthallen mit 2,8, die Sportplätze mit 3,0 und die Eishallen ebenfalls mit einer 3,0. Die beste Bewertung bekommt in dieser Kategorie das Sporttreiben im öffentlichen Raum mit einer Bewertung von 3,7.Bei den Sportarten liegt in allen Altersgruppen der Individualsport prozentual vorne. Fitnesstraining, Joggen/Walking und Radfahren dominieren in der Altersgruppe bis 59 Jahre. In der Gruppe über 60 Jahre sind es Radfahren, Wandern und Joggen/Walking. Schwimmen, Fußball, Tennis, Reiten, Tanzen, Basketball, Gesundheitssport, Badminton, Klettern, Inline-Skating, Gymnastik und andere Sportarten werden von den Aktiven auch aufgeführt.

Den größten Bedarf wird bei der Frage nach der „Budgetverteilung" beim Bau und der Sanierung von Schwimmbädern gesehen. Danach wird die Sanierung von Sporthallen, die Sanierung von Sportplätzen und der Bau von öffentlich zugänglichen Sportmöglichkeiten im Freien genannt. Auch für die Umwandlung nicht ausgelasteter Sportplätze in öffentliche Bewegungsräume soll nach Meinung der Befragten Geld zur Verfügung gestellt werden.„Der öffentliche Raum ist mit Abstand der größte Sportraum. Aber diese Funktion ist für die Stadtgesellschaft noch nicht ausreichend im Fokus", nennt Professor Thieme ein Fazit der Befragung. Die Zufriedenheit variiere zwischen unterschiedlichen Sportarten, Sportstättenkategorien und Stadtteilen, wobei es eine enge Verbindung zu ortsnaher Infrastruktur gebe. „Deutlich wird auch, dass es eine hohe Unzufriedenheit in Krefeld mit der Schwimmbadsituation gibt", so Thieme weiter.

Stadtdirektor und Sportdezernent Markus Schön sieht die Sportentwicklungsplanung als Generationenprojekt: „Es war uns wichtig, repräsentativ die Bedarfe der Bevölkerung abzufragen. Und wir haben sowohl in Quantität als auch Qualität hervorragende Rückmeldungen bekommen. Somit sind die Ergebnisse für uns ein wahrer Datenschatz, mit dem wir jetzt arbeiten und ablesen können, was die Krefelderinnen und Krefelder von der Sportinfrastruktur und von der Sportpolitik in dieser Stadt erwarten."

Jochen Adrian, stellvertretender SSB-Vorsitzender, lobt die Zusammenarbeit mit der Hochschule und freut sich ebenfalls über die Rückmeldungen: „Es macht natürlich Sinn, die Expertise der Sportlerinnen und Sportler zu nutzen und bei der Sportentwicklungsplanung mit einzubeziehen, damit man keine großen Pläne macht, die hinterher nicht auf Gegenliebe stoßen. Insofern sind wir sehr froh, dass diese Befragung durchgeführt worden ist."

Handy App

[Link]
   
[Link]
   
[Link]
Go to top