Kulturhilfsfonds stellt 150.000 Euro für die freie Szene bereit

Der Krefelder Kulturhilfsfonds hat sich seit Herbst 2020 als wirksames Instrument erwiesen, um die schwerwiegenden Folgen der Corona-Krise für die freie Kunst- und Kulturszene abzumildern.

Wie der Stadtrat am Donnerstag beschlossen hat, wird der Fonds nun in etwas modifizierter Form erneut angeboten. Weitere 150.000 Euro sollen nun bis Ende 2021 in den Erhalt bestehender Einrichtungen und Programme fließen. „Wir wollten im vergangenen Jahr das deutliche Signal senden, dass wir auch in schweren Zeiten eng an der Seite unserer freien Kulturszene stehen. Doch die Folgen der Pandemie sind längst nicht ausgestanden. Wir müssen nachlegen, um der Szene in Krefeld beim Neustart zu helfen. Nach der langen Zeit der Isolation und Kulturarmut sehnen wir uns alle danach", sagt Oberbürgermeister Frank Meyer.

Neue Richtlinie zum Kulturhilfsfonds greift auf bewährte Abläufe zurück

 

Die neue Richtlinie zum Kulturhilfsfonds, die nun zeitnah im Amtsblatt veröffentlicht wird, greift auf bewährte Abläufe zurück, setzt allerdings auch einige neue Akzente. „Wir haben uns bewusst entschlossen, bei der Förderung einen Schwerpunkt zu setzen. Bevorzugt wollen wir solche Projekte unterstützen, die sich an Heranwachsende und junge Erwachsene richten. Diese Gruppe hat besonders unter den Kontaktverboten und der sozialen Distanz gelitten. Deshalb soll sie nun auch besonders von kulturellen Angeboten profitieren", betont die Kulturbeauftragte der Stadt Krefeld, Dr. Gabriele König. Zudem soll die Förderung der Kulturschaffenden nicht mehr auf Einnahmeausfälle der Vergangenheit abstellen, sondern künftige Veranstaltungsformate sowie Investitionen in die Infrastruktur der Einrichtungen fördern. „Das kommt auch der Szene entgegen: Die Künstlerinnen und Künstler wollen wieder auf die Bühne, in die Galerien und in die Klubs", sagt Gabriele König. Wie beim ersten Kulturhilfsfonds können sowohl einzelne Künstler als auch Initiativen und Vereine gefördert werden, jedoch nur dann, wenn keine anderweitige Förderung der EU, des Bundes oder des Landes greift. Eine Jury mit der Kulturbeauftragten, der Vorsitzenden des Kultur- und Denkmalausschusses, Vertretern des Krefelder Kulturrates und der Initiative „Wir müssen reden" entscheidet monatlich über die Vergabe. Die maximale Förderung beträgt 10.000 Euro, wobei der Löwenanteil für geplante Veranstaltungen gedacht ist. Die Anträge sind per Post an das Kulturbüro der Stadt Krefeld, Friedrich-Ebert-Straße 42, 47799 Krefeld, oder per E-Mail an This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. zu richten. Das Antragsformular ist auf der Internetseite www.krefeld.de zu finden. Die Laufzeit des Fonds geht bis zum 10. November.

200.000 Euro gingen an Künstler, Kulturschaffende und Veranstalter

Aus dem ersten Kulturhilfsfonds, der im September 2020 auf den Weg gebracht wurde, hat die Stadt Krefeld mehr als 200.000 Euro an Künstler, Kulturschaffende und Veranstalter ausgeschüttet, die stark unter den Folgen der Corona-Pandemie gelitten haben. Insgesamt wurden 48 Anträge positiv beschieden. Mehr als die Hälfte des Fördergeldes ersetzte Einnahmeausfälle und Kostensteigerungen, die im Zuge der Pandemie entstanden sind. Doch schon in der ersten Auflage flossen fast 90.000 Euro in konkrete Projekte und Investitionen, zum Beispiel in einen virtuellen Atelierrundgang oder in spezielles Bühnen-Equipment für Gastspiele außerhalb des eigenen Theaters. Gefördert wurden Künstler aus nahezu allen kulturellen Genres und Spielfeldern. Zusätzlich hatte die Stadt Krefeld den digitalen Adventskalender „Krefelder Kultürchen" im Dezember 2020 mit rund 80.000 Euro gefördert.

Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommuikation