Stickerei-Projekt von Textilmuseum und Berufskolleg Vera Beckers

„The Fabric of My Life" lautet der Titel einer neuen Kooperation zwischen dem Berufskolleg Vera Beckers (BKVB) und dem Deutschen Textilmuseum (DTM).

Es wird zudem gefördert durch den Fachbereich Migration und Integration. So wurde im Berufskolleg eine Projektwoche zu verschiedenen Verzierungstechniken in der Bekleidungsherstellung initiiert. Die Unternehmerin Jenny Joosten, Expertin für ethnographische Stickereien und ihre Herstellungstechniken, wurde als externe Fachfrau gewonnen. Sie leitet die teilnehmenden Schüler im BKVB per Videochat in der Projektwoche vom bei ihrer Stickarbeit an. „Sticken ist eigentlich kein originärer Teil der Ausbildung", berichtet Schulleiter Stefan Bur.

„Aber in dem Projekt geht es auch viel mehr um kulturelle Identitäten". Der Anteil an Schülern mit Migrationsgeschichte sei an den Krefelder Schulen stetig gewachsen. Deshalb sei es wichtig, kulturelle Botschaften erkennen zu können. Und wie vielfältig und regelmäßig als „normale" Begleiterscheinungen unseres Alltags sich diese darstellen, sei eine besondere Erkenntnis dabei. Dr. Annette Schieck, Leiterin des DTM: „Das Deutsche Textilmuseum arbeitet mit dem Zentrum für Textilforschung in Kopenhagen und dem Griechischen Zentrum für die Erforschung und Konservierung archäologischer Textilien in Athen zusammen. „Stickereien gab und gibt es in jeder Kultur. Zahlreiche Unterprojekte in den verschiedenen Ländern führen dazu, dass Menschen ihre Geschichten erzählen und beginnen, selbst im Bereich Textilien kreativ zu sein", so Schieck. „Über das nun mit dem BKVB laufende internationale Projekt untersuchen die Teilnehmenden in Krefeld die Verständigung zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft über ihre Kleidung, in diesem Falle steht die Stickerei im Fokus".

Die Integrationsbeauftragte Dr. Tagrid Yousef erklärt, dass in ihrer Heimat in Palästina noch viele Frauen ihren Lebensunterhalt mit dem Sticken bestreiten. Sie hat schon seit vielen Jahren zu Jenny Joosten Kontakt, so dass jetzt in der Kooperation das Projekt Gestalt annahm. Joosten ist Expertin für ethnographische Stickereien und hat selbst schon viele große Stücke mit kulturellem Hintergrund gestickt. „Es ist schön, so etwas mit den eigenen Händen zu machen. Man benötigt dazu auch viel Ruhe, das funktioniert in diesem Kurs hier sehr gut. Während der Arbeit kommt man dann miteinander ins Gespräch, dabei geht es oft um Geschichten aus der Vergangenheit", so Joosten. In Bezug auf die praktische Arbeit beim Sticken sagt die Fachfrau: „Mit sieben Stichen erobern wir uns hier die Welt. Wer diese Techniken beherrscht, kann alles damit darstellen".

Verena Uygun, Leiterin des Bildungsgangs Bekleidungstechnische Assistentin, und die fachpraktische Lehrerin Sandrine Koerfer, die das Projekt am BKVB begleiten, sehen die Fortschritte der Teilnehmenden mit Begeisterung. Bei der Vorbesprechung wurden zuerst die verschiedenen unterschiedlichen Stickstiche der Kulturen erklärt, dann ging es an die Praxisaufgabe, bei der eigene Werke entstehen sollten. Schließlich haben sich alle auf das Thema „Natur: Pflanzen und Blumen" geeinigt. Nun erstellt jeder für sich ein kleines Quadrat nach individueller Auswahl und Farbgestaltung. Später werden alle Ergebnisse fotografisch festgehalten und vielleicht zu einer Patchwork-Decke zusammengefügt. Auf jeden Fall können die entstandenen Stickereien im Rahmen einer Wanderausstellung gezeigt werden.

Handy App

[Link]
   
[Link]
   
[Link]
Go to top