Joseph Beuys im Kontext der Krefelder Museumssammlung

Die Kunstmuseen Krefeld nähern sich anlässlich des 100. Geburtstages von Joseph Beuys dem Künstler mit mehreren Ausstellungen aus unterschiedlichen Perspektiven an

Welche Spuren, Themen und Impulse hat der 1921 in Krefeld geborene Künstler in den Werken anderer Künstler hinterlassen. Dieser Frage widmen sich die Kunstmuseen aktuell in einer Ausstellung in den Bauhausvillen Haus Lange und Haus Esters. Die Kuratorinnen Dr. Magdalena Holzhey und Bettina Dunker haben für „Mensch. Natur. Politik. Joseph Beuys im Kontext der Sammlung" aus dem reichen Museumsbestand geschöpft, um Arbeiten von Schülern, Weggefährten und Zeitgenossen beginnend in den 1960er-Jahren sowie jüngere künstlerische Positionen zu präsentieren.

Viele Werke - unter anderem von Beuys Lehrer Ewald Mataré - werden in den Häusern an der Wilhelmshofallee nach langer Zeit wieder gezeigt.Beuys ist zwar mit keinem seiner Werke in den Häusern vertreten, dennoch scheint er auf eine kaum fassbare Art in den Räumen mitzumischen. Die kluge Auswahl der Kuratorinnen manifestiert das Sich-Reiben an Beuys, die Auseinandersetzung mit seinen Ideen, seinen Materialen. Beuys klingt in den Werken irgendwie immer mit und es ist spannend, sich auf diese Weise auf die einzelnen Künstler und ihre Arbeiten einzulassen, sie unter dem Aspekt Beuys neu zu entdecken. Die Präsentation in Haus Lange befasst sich mit seinem direkten zeithistorischen Umfeld. Im Fokus stehen dabei Werkgruppen von Wegbegleitern wie Klaus Rinke und Jannis Kounellis sowie Werke von Eva Hesse und Robert Morris, die für Beuys wichtige Bezugspunkte waren. Auch die Beuys-Schüler Imi Knoebel, Blinky Palermo und Reiner Ruthenbeck sind mit Arbeiten vertreten.

In Haus Esters werden die Werke von Künstlern wie Kiki Smith und Thierry De Cordier in den Blick genommen. „Wir zeigen hier jüngere Positionen, die sich auf Beuys beziehen - auf die eine oder andere Weise", sagt Holzhey. Die Impulse von Beuys lassen sie in diesem Teil der Präsentation vieldeutig interpretieren: Jana Sterbaks Auseinandersetzung mit Beuys' Position als „Überkünstler" gipfelte 1995 in ihrer Arbeit Absorption: A Work in Progress, in der sie sich als Motte verkleidet durch Beuys' Filzanzüge frisst. Beim Künstlerkollektiv Slavs and Tatars klingt vor allem das utopische Potential von Beuys' sozial-ästhetischer Vision nach.

Wo bewegt Beuys bis heute noch die Menschen?

Die Kuratorinnen schlagen nicht nur eine Brücke zur parallellaufenden Ausstellung „Beuys & Duchamp. Künstler der Zukunft" im Kaiser-Wilhelm-Museum, vielmehr setzten sie mit „Mensch Natur Politik. Joseph Beuys im Kontext der Sammlung" die Diskussion über Beuys fort, indem sie fragen, was von ihm geblieben ist? Wo bewegt er bis heute noch die Menschen? Die Ausstellung „Mensch Natur Politik. Joseph Beuys im Kontext der Sammlung" endet am 13. Februar 2022.

Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation

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