KWM: „Beuys' Erdklavier und Ensemble Crush"

Das Kaiser-Wilhelm-Museum lädt am Sonntag, 7. November, um 19 Uhr zum Konzert „Beuys' Erdklavier und Ensemble Crush" in der Ausstellung „Beuys & Duchamp. Künstler der Zukunft" ein.

Eine Wiederholung des Konzerts mit Kompositionen von John Cage, Marcel Duchamp, Peter Gahn, Erik Satie und anderen gibt es am Donnerstag, 11. November, ebenfalls um 19 Uhr. Das Projekt wird gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und durch das Landesförderprogramm Regionale Kulturpolitik. Weitere Unterstützung erhält das Projekt durch die Firma Kawai Europa.

Musikalischer Aspekt ist allgegenwärtig

 

Der musikalische Aspekt ist im Werk von Joseph Beuys allgegenwärtig. Kompositionen, Klänge, Geräusche, musikalische Materialien, Partituren und Instrumente prägen in zahlreichen Variationen sein Werk. Beuys verwendete das Klavier mehrfach als Musikinstrument, künstlerisches Objekt und Medium, um Skulptur und Klang miteinander zu vereinen. Für die Veranstaltung „Fluxus: Internationale Festspiele Neuester Musik" im September 1962 in Wiesbaden entwickelte er die Idee des "Erdklaviers", die jedoch nicht realisiert wurde. Den Begriff „Erdklavier" greift das „Ensemble Crush" auf. Eine facettenreiche Mischung aus Werken bildet den Boden für ein akustisch-performatives Erlebnis. Die meisten Stücke sind zwar im Original für Klavier komponiert, werden aber vom „Ensemble Crush" anders interpretiert und instrumentiert.Die in der Ausstellung erlebbare Gegenüberstellung von Beuys und Duchamp wird im Konzertprogramm fortgesetzt durch die instrumentale Lesart des Konzeptwerks „Erratum Musical" von Duchamp. Der vom Künstler gelieferte Notentext bildet die Grundlage für eine musikalische Performance. Die Interpretation, die auf die Räumlichkeiten des Museums zugeschnitten wird, entsteht nach Vorgaben, die Duchamp in seinem Konzept „Sculptures Musicales" entwickelte. Als fertiggestellte Spielanweisung steht es unter demselben Titel im Œuvre von John Cage (1912-1992).

Cages Kompositionen wurden immer offener

Cage's „Numberpiece Four6" in einer für dieses Programm geschaffenen Interpretation bildet das buchstäbliche Gegenstück zur ersten Programmhälfte. In den letzten sechs Jahren seines Lebens schrieb John Cage eine Reihe von Stücken, die lediglich durch die Anzahl der Aufführenden betitelt sind. Diese Nummernstücke sind der Höhepunkt einer Entwicklung, die in den 1940er-Jahren begann. Cages Kompositionen wurden immer offener und überließen den Interpreten viele eigene Entscheidungen. Mit der radikalen Ausweitung des musikalischen Materials auf Geräusch und Stille wurde die Trennung zwischen Kunst und Leben vollends überwunden. Auf die Frage, welchem Künstler er sich besonders nahe fühle, nannte Beuys den Namen John Cage. Obwohl sie sich nur wenige Male trafen, schätzten sich die Künstler gegenseitig. Duchamp wiederum verband mit Cage ebenfalls eine enge künstlerische Beziehung.

Das 2013 gegründete „Ensemble Crush" (Pia Marei Hauser, Flöte; Andrei Simion, Violoncello; Slavi Grigorov, Akkordeon; Marin Petrov, Klavier) spielt zeitgenössische Musik und arbeitet eng mit Komponisten zusammen. In besonderem Interesse steht dabei eine unkonventionelle Programmgestaltung sowie ein Aufbrechen der gewohnten Konzertsituation.

Die Anzahl der Plätze ist pro Abend auf 30 begrenzt. Anmeldungen sind möglich per E-Mail an This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. oder unter Telefon 0 21 51 / 97 55 81 37. Für den Konzertbesuch ist der Museumseintritt zu zahlen. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahre haben freien Eintritt zu den Krefelder Museen.

Foto: Slavi Grigorov

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